«Kellen»-Knatsch: Jetzt scheint Frieden um das Restaurant auf der Tübacher Sportanlage eingekehrt

Ein Jahr wirtet der FC Rorschach-Goldach 17 nun auf der «Kellen» und zieht eine gute Bilanz. Eine Ungereimtheit gibt es allerdings.

Martin Rechsteiner
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Sowohl der FC als auch der Kellen-Zweckverband sind mit dem Betrieb des Restaurants Begegnungstreff zufrieden.

Sowohl der FC als auch der Kellen-Zweckverband sind mit dem Betrieb des Restaurants Begegnungstreff zufrieden.

Rudolf Hirtl

«Wir sind sehr zufrieden, wie das Restaurant Begegnungstreff auf der Kellen bis jetzt gelaufen ist», sagt Markus Hundsbichler, Präsident des FC Rorschach- Goldach 17. Rund ein Jahr ist es her, dass der Verein die Pacht des Restaurants auf der Sportanlage Kellen übernommen hat. Für den FC ging damals seine Forderung in Erfüllung, einen eigenen Gastrobetrieb auf der Sportanlage betreiben zu können. Dies hatte im Vorfeld einen wüsten Streit ausgelöst.

Inzwischen scheint dieser weitgehend vergessen:

«Unsere Erwartungen wurden sogar leicht übertroffen»,

sagt Hundsbichler auf die Frage nach der Restaurant-Bilanz des vergangenen Jahres. Zahlen will er der Zeitung keine bekanntgeben. 2019 habe er im Rahmen der Hauptversammlung die FC-Mitglieder darüber informiert, dass 20000 Franken im Budget als Einnahmen aus dem Gastrobetrieb aufgenommen seien. «Das Ergebnis 2019 wird den vorgegebenen Budgetposten übertreffen», bestätigt Hundsbichler. Es zeige sich, dass ohne die Einnahmen aus dem Gastrobetrieb ein Verein in dieser Grösse nicht zu betreiben wäre.

Dieses Argument führte Hundsbichler bereits 2018 an einer ausserordentlichen Hauptversammlung ins Feld, um den Anspruch auf einen Gastrobetrieb auf der «Kellen» zu legitimieren. Damals war noch die Rede von einem drohenden «strukturellen Defizit» für den Verein in der Höhe von bis zu 40000 Franken wegen fehlender Einnahmen aus einer Festwirtschaft.

Weiter zeigte der FC-Präsident eine schweizweite Statistik, laut der Fussballvereine durchschnittlich zwölf Prozent ihrer Einnahmen aus Festwirtschaften und Clubrestaurants generieren – beim FC Rorschach-Goldach 17 wären dies 40000 Franken. Hundsbichler bestreitet aber, dass der FC jeden Anspruch gehabt habe, durch das Kellen-Restaurant 40000 Franken einzunehmen.

«Eine innovative Wirtin gefunden»

Sowieso scheint der FC-Präsident zufrieden und das nicht nur mit den Finanzen: «Wir erhalten viele positive Rückmeldungen zum Betrieb», sagt er. «Mit Anita Eugster haben wir eine innovative Wirtin für das Restaurant gefunden.» Es sei klar, im ersten Jahr habe sich der Betrieb noch etwas einspielen müssen, doch das sei gelungen. «Wir haben uns nicht nur an die im Vertrag mit dem Zweckverband vorgeschriebenen Öffnungszeiten gehalten, sondern hatten an besonderen Anlässen oder bei gutem Wetter auch ab und zu ausserordentlich geöffnet», sagt Hundsbichler.

Es gibt Absprachen

Das sei wichtig, so sei das Restaurant zu einem «Begegnungstreff», geworden, wie es der breiten Bevölkerung ausserhalb der Vereine ein Bedürfnis sei. «Aber klar, die Sonder-Öffnungszeiten sind natürlich auch aus einem gewissen Eigennutz aus geschehen», fügt Hundsbichler an. Was ebenfalls gut funktioniere, sei zudem die Absprache mit dem Zweckverband Kellen.

Das bestätigt Dominik Gemperli, Goldacher Gemeindepräsident und Verwaltungsratspräsident des Zweckverbands.

«Die Zusammenarbeit mit dem FC und der Restaurantbetreiberin ist einwandfrei. Regelmässig gibt es einen Austausch, an dem wir allfällige Probleme besprechen.»

Das habe sich bewährt. Gemperli, der in den Streit von damals involviert war, spricht von einer «anspruchsvollen Situation, aus der man das Beste gemacht und deren Lösung sich jetzt gefestigt hat.» Er betont, nur gute Rückmeldungen zum Restaurant-Betrieb auf der «Kellen» erhalten zu haben.

Keine Rückmeldungen hat Michael Götte, Gemeindepräsident von Tübach, erhalten. Die Sportanlage Kellen steht auf Tübacher Boden, die Vergabe des Wirtepatents obliegt somit seiner Gemeinde. Zu Beginn hatte Götte Bedenken wegen der Öffnungszeiten geäussert. Er befürchtete, der FC werde das Restaurant möglicherweise nur noch während seiner Spiele betreiben. «Der Tatsache zufolge, dass ich seit langer Zeit nichts mehr gehört habe, verheisst jedoch Gutes», sagt Götte.

Knatsch als Vorgeschichte

Vor zwei Jahren tobte ein Zwist um das Restaurant. Denn infolge einer Uneinigkeit mit den Pächtern des damaligen Kellen-Restaurants «Sporttreff» im Frühjahr 2018 erhob der FC Anspruch auf einen Wirtschaftsbetrieb auf der Sportanlage.

Es folgte ein Hickhack wegen der Wirterechte zwischen dem FC, dem Zweckverband Kellen und den Pächtern des Restaurants, Rolf und Maggie Muttner. Dem Paar wurde es schliesslich zu bunt und es verliess das Restaurant im Sommer 2018. Per Ausschreibungsverfahren suchte der Zweckverband daraufhin einen neuen Pächter für den «Sporttreff», worauf sich der FC bewarb und die Zusage bekam.

Muttner hat abgeschlossen

Für Rolf Muttner ist das Kapitel allerdings längst geschlossen. Er arbeitet jetzt als Geschäftsleiter des mobilen Hühnerbrater-Betriebs Natura Güggeli. «Klar, meine Familie wohnt noch in Goldach, deshalb werde ich ab und zu auf die Geschichte angesprochen», sagt er. Aber vorbei sei vorbei. «Inzwischen interessiert mich das Thema ‹Kellen› nicht mehr.»

Das Restaurant Begegnungstreff ist geöffnet von Di-Fr ab 14 Uhr, Sa und So ab 9 Uhr. Im Februar reduzierter Betrieb.