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Der Andwiler André Weber geht am Ironman in Hawaii an den Start

Vor vier Jahren konnte er noch nicht richtig schwimmen, nun startet André Weber am Ironman Hawaii. Für seinen Erfolg bringt der Triathlet aus Andwil viele Opfer.
Manuela Bruhin
Der Sport ist für André Weber nicht immer eitel Sonnenschein. «Es ist Raubbau am Körper», sagt der Triathlet. Und kann und will doch nicht damit aufhören. (Bild: Urs Bucher)

Der Sport ist für André Weber nicht immer eitel Sonnenschein. «Es ist Raubbau am Körper», sagt der Triathlet. Und kann und will doch nicht damit aufhören. (Bild: Urs Bucher)

So manchen dürften bereits die nackten Zahlen ins Schwitzen bringen: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Velofahren und 42 Kilometer laufen. Der Ironman Hawaii verlangt den rund 2500 Teilnehmern alles ab. Einer von ihnen ist der Andwiler André Weber. «Ich weiss, wie es sich anfühlt, sich zu quälen», sagt der 44-Jährige. Um überhaupt über die Ziellinie zu laufen, brauche es Ehrgeiz, Fleiss und Disziplin. Eigenschaften, die er mitbringe. Durchhalten ist aber nicht Webers alleiniger Vorsatz: Er will eine Zeit unter zehn Stunden erreichen. «Das ist ein hochgestecktes Ziel, das weiss ich», sagt er. «Läuft aber alles rund, kann ich es durchaus erreichen.»

Noch vor vier Jahren wäre diese Aussage undenkbar gewesen. Damals fing er gerade erst damit an, Triathlon zu betreiben. Zuvor konnte er nicht einmal richtig schwimmen. «Durch einen Bekannten bin ich dazu gekommen», erinnert er sich. Als er diesen an einen Triathlon begleitete, zog es ihm «den Ärmel hinein». Seither sei er mit dem «Sportvirus» infiziert.

Eineinhalb Jahre trainierte er alleine, belegte einen Schwimmkurs und versuchte, Arbeit, Familie und Training unter einen Hut zu bringen. «Das Zeitmanagement wurde jedoch immer mehr zum Problem», sagt Weber. Schliesslich entschied er sich für einen Coach, der ihn auf seinem Weg begleitet und instruiert. An seinen ersten Triathlon erinnert er sich noch heute genau. «Es war ein wahnsinniges Gefühl, es geschafft zu haben und über die Ziellinie zu laufen.»

20 Stunden pro Wochen, 15000 Franken pro Saison

Diese Emotionen treiben ihn noch heute zu Höchstleistungen an. Dafür bringe er jedoch auch viele Opfer. Ein altbekanntes Problem begleitet ihn noch heute: das Zeitmanagement. Denn durchschnittlich trainiert er über 20 Stunden pro Woche, von montags bis freitags zwischen zwei und drei Stunden, am Wochenende längere Einheiten am Stück. Hinzu kommt die finanzielle Belastung – pro Saison summieren sich bis zu 15000 Franken für Startgelder, Ausrüstungen und Unterkünfte. «Ohne das Verständnis meiner Familie und meines Arbeitgebers, aber auch der Sponsoren, würde es gar nicht funktionieren.»

Umso dankbarer sei er für sein Umfeld. Der Sport würde ihm alles abverlangen. Einerseits körperlich, denn bereits so manches Mal ging er ans Limit. So konnte er sich einst nach einer strengen Trainingseinheit nicht einmal mehr die Schuhe selber ausziehen. «Ganz klar ist es Raubbau am eigenen Körper», bilanziert der Sportler. Zurückzustecken kommt für ihn jedoch nicht in Frage – weder geschäftlich, noch privat. «Der Sport hat mich egoistischer werden lassen», sagt Weber. Er organisiere alles rund um die Sporteinheiten und Wettkämpfe herum, anderes müsse warten. Einige Freundschaften gingen so in die Brüche, aber auch das schmälert die Freude am Sport nicht. «Es ist inzwischen eine Sucht geworden, darüber bin ich mir im Klaren.» Beim Sport erhole er sich vom Arbeitsalltag, bei der Arbeit von seinen Trainingseinheiten. Ein Leben ohne Schwimmen, Velofahren oder Joggen kann er sich nicht mehr vorstellen.

Der Karrierehöhepunkt wartet auf Hawaii

Und nun wartet der vorläufige Karrierehöhepunkt auf den Andwiler: der Startplatz am Ironman Hawaii. Dies war schon immer ein hochgestecktes Ziel von ihm, sagt er. Dass er nun am 13. Oktober tatsächlich starten wird, erfüllt ihn mit Vorfreude. Aber auch Respekt wird ihn und seine Familie auf der Reise begleiten. «Vieles ist möglich», hat ihm sein Trainer angesichts seiner sehr guten körperlichen Verfassung versprochen.

Für Weber ist bereits jetzt klar: Auch im nächsten Jahr wird er wieder an einem Ironman teilnehmen. «Ich will auf diesem sportlichen Level bleiben, wenn nicht noch ein Quäntchen obendrauf legen.» Angesichts seines Alters sei jedoch klar, dass dieses Ziel immer schwieriger zu erreichen sei. «Solang es meine Gesundheit und meine Familie mitmachen, denke ich nicht ans Aufhören.»

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