«Es ist der helle Wahnsinn»: Präsident der Wirte der Stadt St.Gallen kritisiert die Corona-Exitstrategie des Bundesrats scharf

Die Branche drohe an die Wand gefahren zu werden, sagt René Rechsteiner.

Daniel Wirth
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Die St.Galler Gastronomie mit ihren Aussensitzplätzen leidet. Wie hier im «Seeger» am Oberen Graben ist alles geschlossen.

Die St.Galler Gastronomie mit ihren Aussensitzplätzen leidet. Wie hier im «Seeger» am Oberen Graben ist alles geschlossen.

Urs Bucher

«Wir sind unglücklich und enttäuscht», sagt René Rechsteiner, Wirt im «Bierfalken» und Präsident von Gastro Stadt St.Gallen. Der Schock nach der Pressekonferenz des Bundesrats am Donnerstagnachmittag sei noch grösser gewesen als bei der Bekanntgabe des Lockdown vor fünf Wochen.

René Rechsteiner, Präsident von Gastro Stadt St. Gallen

René Rechsteiner, Präsident von Gastro Stadt St. Gallen

Die Situation für die 575 Restaurants und Bars in der Stadt St.Gallen sei sehr schwierig, sagt Rechsteiner. Es gehe Existenzangst um. Und Rechsteiner sagt: 

«Es werden nicht mehr alle Lokale aufmachen.»

Bis gestern sei er der Meinung gewesen, der Bundesrat mache es gut in der Coronakrise, sagt der Präsident von Gastro Stadt St.Gallen. Dass die Gastronomie bei der Lockerung des Lockdown jetzt aber mit keinem Wort erwähnt worden sei, käme einer Geringschätzung der Branche gleich.

Rechsteiner sagt, er glaube, der Bundesrat sei sich nicht bewusst, dass die Gastronomie drohe, an die Wand gefahren zu werden. Viele seiner Kollegen in der Stadt hätten seit fünf Wochen bloss noch Ausgaben, denen keinerlei Ertrag gegenüberstehe. Das bedrohe die Existenz.

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