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Lange war es ruhig: Doch jetzt geht es vorwärts mit der neuen Bibliothek im Herzen der Stadt St.Gallen

Der Architekturwettbewerb für die neue Kantons- und Stadtbibliothek im «Union» soll dieses Jahr ausgeschrieben werden. Wie es gegenwärtig aussieht, bleibt das Hauptgebäude bestehen, der kleinere angebaute Nordteil kann abgerissen werden.
Daniel Wirth
Im Parterre des kleinen Anbaus befindet sich das Café Blumenmarkt. Die Parkplätze auf dem Blumenmarkt selbst wurden vor wenigen Wochen aufgehoben. (Bild: Urs Bucher, 7. Mai 2019)

Im Parterre des kleinen Anbaus befindet sich das Café Blumenmarkt. Die Parkplätze auf dem Blumenmarkt selbst wurden vor wenigen Wochen aufgehoben. (Bild: Urs Bucher, 7. Mai 2019)

Ist der Standort der neuen, von Stadt und Kanton gemeinsam geführten Publikumsbibliothek schon definitiv bestimmt worden? Diese Frage stellen sechs Mitglieder des St. Galler Stadtparlaments dem Stadtrat in einer fraktionsübergreifenden Interpellation, die im Februar eingereicht wurde.

Der Stadtrat hat den Vorstoss in diesen Tagen beantwortet, behandelt wird die Interpellation voraussichtlich an der Sitzung des Stadtparlaments am 21. Mai.

Die Beschlüsse der Helvetia-Versicherungen als Eigentümerin des Union-Gebäudes, des Kantons und der Stadt würden im Sommer dieses Jahres gefällt, schreibt der Stadtrat.

Der definitive Entscheid für den Bau und den Betrieb der Kantons- und Stadtbibliothek erfolge nach dem durchgeführten Architekturwettbewerb. Dieser werde noch in diesem Jahr ausgeschrieben, sagt Katrin Meier, Leiterin des Amts für Kultur des Kantons St. Gallen.

Das Union-Gebäude gilt als schützenswert

Das Union-Gebäude, das Anfang der 1950er-Jahre nach Plänen der Architekten Ernest Brantschen und Ernst Hänny senior am Schibenertor errichtet worden war, wurde von der Denkmalpflege als schützenswert eingestuft.

Derzeit wird gemäss Kantonsbaumeister Werner Binotto abgeklärt, in welchem Umfang die Schutzwürdigkeit gegeben ist.

«Zum heutigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass das Hauptgebäude bestehen bleibt und erneuert wird.»

Wie es heute aussehe, könnte der nördliche Anbau abgerissen werden. Die Details würden durch die Denkmalpflege abgeklärt, sagt Binotto.

Kantonsbaumeister Werner Binotto.

Kantonsbaumeister Werner Binotto.

Wie aus der Antwort des Stadtrates hervorgeht, wollen er und die Kantonsregierung die Bevölkerung im Sommer informieren, wie das Konzept und die Trägerschaft der neuen Bibliothek aussehen. Bis die neue Bibliothek eröffnet wird, vergehen auf jeden Fall noch Jahre. Gemäss Katrin Meier ist ein Bezug der neuen Bibliothek im «Union» frühestens 2027 vorgesehen. Denn bis die ersten Bagger und allenfalls die Abrissbirne am Oberen Graben am Rand der Altstadt auffahren, braucht es nicht nur einen Architekturwettbewerb, sondern auch einen langen demokratischen Prozess.

Katrin Meier, Leiterin des kantonalen Amts für Kultur.

Katrin Meier, Leiterin des kantonalen Amts für Kultur.

Nach der Durchführung des Architekturwettbewerbs und der Auswahl des Siegerprojekts durch eine Jury werden Vorlagen zuhanden des Stadtparlaments und des Kantonsrats ausgearbeitet und den Legislativen unterbreitet. Die Vorlagen umfassen den Baukredit und die Trägerschaftvereinbarung.

Sagen die beiden Parlamente Ja zur neuen Kantons- und Stadtbibliothek im «Union», hat das Stimmvolk das letzte Wort - und zwar auf kantonaler als auch auf städtischer Ebene; die Stimmberechtigten, die in der Stadt Wohnsitz haben, werden demnach gleich zweimal an die Urne gebeten.

Beim Kanton, der federführend ist bei der Planung, rechnet man gemäss Katrin Meier mit einer Bauzeit von ungefähr drei Jahren. Schon heute ist klar: Die neue Publikumsbibliothek am Oberen Graben wird sich nicht auf das Ausleihen von Büchern und anderen Medien beschränken. Die Bibliothek soll sich gemäss Antwort des Stadtrats als Aufenthalts- und Begegnungsort profilieren.

Kein Familienzentrum in der neuen Bibliothek geplant

Die Interpellanten erkundigen sich auch, ob der Stadtrat die Möglichkeit sieht, ein Familienzentrum in die geplante neue Bibliothek zu integrieren.

In seiner Antwort schreibt der Stadtrat, er wolle die allfällige Schaffung eines Familienzentrums nicht im Zusammenhang mit der Errichtung der neuen Bibliothek prüfen, da diese ein gemeinsames Projekt von Kanton und Stadt sei. Der Stadtrat befasst sich derzeit mit einem Familienzentrum; den Auftrag dafür erhielt er im vergangenen Jahr, als das Parlament ein entsprechendes Postulat der FDP-Fraktion erheblich erklärte. Der Postulatsbericht steht noch aus.

Heute ist viel Gastronomie im «Union»

Erstunterzeichner der aktuellen Bibliotheksinterpellation ist FDP-Stadtparlamentarier Karl Schimke. Der Tubist war schon 2011 aktiv, als Unterschriften gesammelt wurden für die Bibliotheks-Initiative (siehe Zweittext). Schimke stiftete einen Flashmob an und spielte eine «Fanfare For Books».

Seither gingen fast acht Jahre ins Land. Jetzt wird die neue Publikumsbibliothek je länger, je konkreter. Das Geschäftshaus Union erfährt Veränderungen. Davon sind verschiedene Gastronomiebetriebe betroffen, auch solche, die heute von vielen Leuten besucht werden: Süd-Bar, Café Blumenmarkt, «Esswerk». Tangiert ist auch Union-Kiosk.

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