Es fehlt nur noch der Schnee: Die Skilifte in der Stadt St.Gallen sind bereit

Die Pisten leuchten noch in saftigem Grün. Falls genug Schnee fällt, sind die Sanktgaller Skiliftbetreiber Gallen trotzdem schon bereit.

Christoph Renn
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Die Bügel am Skilift Schlössli in Haggen hängen und das Skistübli steht. (Bild: Urs Bucher)

Die Bügel am Skilift Schlössli in Haggen hängen und das Skistübli steht. (Bild: Urs Bucher)

Warten auf die Gunst Frau Holles: Das müssen die Skilifte in und um die Stadt St.Gallen. Beim Skilift Schlössli hängen bereits die Bügel. In St.Georgen laufen die letzten Vorbereitungen, um den Lift an der Beckenhalde in Betrieb zu nehmen und Schneesportler auf den Hügel zu transportieren.

Hoffen auf einen guten Winter

Zwar sind die ersten Schneeflocken bereits gefallen, doch bis zu den ersten Skitagen muss noch viel Schnee fallen. In der Beckenhalde reichen rund 15 Zentimeter Schnee aus, um die Pisten zu präparieren. Doch nicht nur Schnee muss fallen auch die Temperatur muss sinken, bevor die Skilifte die ersten Gäste empfangen können. Betriebsleiter Marcel Hurter sagt:

«Ab Minus vier Grad können wir zudem mit der Schneekanone kritische Stellen beschneien.»

«Je kälter es ist, desto weniger Schnee brauchen wir um die Piste zu präparieren», sagt Christoph Chapuis vom Skilift Vögelinsegg.

Alle Betreiber hoffen auf eine Saison wie die vergangene. So hatte der Skilift Schlössli in Haggen im Januar und Februar an 60 Halbtagen offen. Im Jahr davor waren es lediglich 13. Die Beckenhalde war 54 Tage in Betrieb – in einem durchschnittlichen Jahr sind es 26 Betriebstage. «Entscheidend ist, an welchen Tagen der Skilift betrieben werden kann», sagt Marcel Hurter. Läuft der Skilift zwischen Weihnachten und Neujahr, ist es für die Betreibert ein guter Winter. «Fehlen diese Tage, können wir maximal die Kosten decken.»

Die Skilifte werfen keinen Gewinn ab

Sämtlichen Skiliften in und um die Stadt St.Gallen fehlt es an Geld. So sind sich alle einig: Geld verdient man mit einem Skilift in diesen Höhenlagen nicht. Denn jedes Jahr kommen Kosten auf die Betreiber zu. So erneuerten die Verantwortlichen die Lifte am Schlösslihang im Jahr 2017. In St.Georgen wurde in diesem Jahr die alle drei Jahre stattfindende Seilprüfung durchgeführt. Und in der Vögelinsegg mussten auf diese Saison hin ein neuer Motor eingebaut und die Steuerung erneuert werden. Hinzu kommen Ausgaben zur Instantstellung der Schneetöffs und Pistenfahrzeuge.

Trotz finanziell angespannter Lage wird es die Skilifte in der Stadt St.Gallen noch lange geben. Die Skilifte haben sich abgesichert. «Bei uns arbeiten sämtliche Helfer ehrenamtlich», sagt Kathrin Schmid Dronjak vom Skilift Schlössli. Deshalb müssten sie lediglich für den Strom und den Unterhalt des Lifts aufkommen. Auch im Skistübli arbeiten alle ohne Entlöhnung. «Zudem werden wir vom Einwohnerverein Bruggen gestützt.»

Auch der Skilift Beckenhalde könnte ohne Frondienst nicht funktionieren. So wie am kommenden Samstag, wenn eine Schar Freiwilliger die Bügel aufhängen wird. «Zudem erhalten wir Unterstützung von der Feldschützen-Gesellschaft der Stadt St.Gallen», ergänzt Marcel Hurter. Nur so hätten sie in den vergangenen sechs Jahren viele Teile am Lift ersetzen können. «Der Skilift ist für die nächsten zehn bis 15 Jahre gesichert.» Was danach folgt, sei noch nicht absehbar.

Genossenschaft sichert den Betrieb

In der Vögelinsegg setzen die Verantwortlichen auf ihre Genossenschaft. Denn auch beim Skilift in Speicher heben sich Ausgaben und Einnahmen meistens auf. «Erst ab 20 Betriebstagen fängt es an, sich zu lohnen», sagt Christoph Chapuis. Dann seien aber die Reparaturkosten und Unterhaltsarbeiten am 40-jährigen Pistenbully noch nicht mit eingerechnet. Im Moment gebe es 220 Genossenschafter. «Mit diesem Kapital ist das Überleben des Skilifts Vögelinsegg gesichert, auch wenn der Lift einmal nur wenige Tage pro Jahr offen hat.»

Eines haben alle Skilifte in und um die Stadt gemeinsam: Die Nachtskifahrten und Skirennen locken viele Leute an. So öffnen die Lifte in Haggen, St.Georgen und Speicher während der Saison jeden Freitagabend. Natürlich nur dann, wenn das Wetter mitspielt.