Kommentar

Für die kommenden Aufgaben braucht Gossau einen höheren Steuerfuss

Ein schöner Nebeneffekt des neuen Rechnungsmodells bewahrt Gossau 2019 vor einem Defizit. In der nächsten Budgetrunde muss der Steuerfuss zum Thema werden.

Johannes Wey
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Johannes Wey, Teamleiter Gossau/Region St.Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Johannes Wey, Teamleiter Gossau/Region St.Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Es wird eng für die Stadt Gossau. In den kommenden Jahren fallen wichtige Einnahmen weg: Änderungen beim Bundesfinanzausgleich und die Steuervorlage 17 schlagen bis auf die Gemeindeebene durch. «Fatal», nennt der Stadtrat die Auswirkungen. Im kommenden Jahr dürfte die Stadt nochmals einen Gewinn schreiben. Sie kann Bauland verkaufen. Und die Umstellung auf das neue Rechnungsmodell kommt gerade recht, beschert sie doch allein 2019 vier Millionen Franken, ohne die ein sattes Minus resultieren würde.

Diese Millionen fliessen auch in den Folgejahren, können die Aufwandüberschüsse aber nicht mehr aufwiegen. Zwischen 2020 und 2023 rechnet der Stadtrat mit Defiziten zwischen 2,9 und 4,1 Millionen Franken. Die Stadtregierung ist zwar berühmt dafür, beim Budget schwarz zu malen, um dann in der Rechnung Gewinne zu präsentieren. In diesem Umfang wird ihr das aber nicht viermal in Folge gelingen.

Dabei stehen Gossau grosse Investitionen bevor. Einige wurden aufgeschoben, der Investitionsbeitrag an die Sana Fürstenland durch Rechtsmittel verzögert. Und die Liste reisst nicht ab, der Masterplan Sportanlagen wird die Stadtkasse über das Jahr 2030 hinaus belasten.

Das düstere Szenario basiert allerdings auf einem gleichbleibenden Steuerfuss. Dem Stadtrat bleibt nichts anderes übrig, als dort bald anzusetzen. Die 121 Prozent werden sich nicht mehr lange halten lassen.