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Erste Ernte in der Ostschweizer Marroni-Plantage

Vereinzelt sind Edelkastanien auch nördlich der Alpen zu finden. In Rorschacherberg werden Marroni seit zwei Jahren in grösserem Stil angebaut. Filipp Fässler kann nun die Früchte seines Pionierprojektes ernten. Noch sind es erst zehn Kilo, welche die knapp 150 Bäume abwerfen, doch in zehn Jahren dürften es über vier Tonnen sein.
Rudolf Hirtl
Begutachten die Marroniernte in Rorschacherberg: (von links) Kurt Filter, Fillip Fässler und Markus Lüssi. (Bild: Rudolf Hirtl)

Begutachten die Marroniernte in Rorschacherberg: (von links) Kurt Filter, Fillip Fässler und Markus Lüssi. (Bild: Rudolf Hirtl)

Fillipp Fässler präsentiert Anfang dieser Woche nicht ohne Stolz zwei Kisten erntefrischer Marroni. Die euro-japanischen Hybriden «Marigoule» und «Marsol» unterscheiden sich deutlich in der Farbe. Die eine dunkelbraun, beinahe schwarz, die andere mit bekannt typischer mittelbrauner Schale. Zwei Sorten sind es übrigens, weil Edelkastanien Fremdbefruchter sind.

Der Ertrag, den die 148 (drei wurden gestohlen) noch jungen Edelkastanienbäume in der «Bleiche» in Rorschacherberg bei der ersten Ernte abwerfen, ist bescheiden. Zehn Kilo kann der experimentierfreudige Goldacher vom Boden aufnehmen. Die Bäume werden nicht geschüttelt. Geerntet wird nur, was auf den Boden fällt. So ist eine optimale Reife garantiert.

Verkauf der Marroni schon vor der ersten grossen Ernte gesichert

Die Bäume werden im Winter nochmals zurückgeschnitten, um den Wuchs zu steuern. Fässler geht davon aus, dass er im kommenden Jahr nicht viel mehr, nämlich gegen 20 Kilo ernten kann. Doch in den nachfolgenden Jahren werde sich der Ertrag stetig steigen. In fünf Jahren dürfte es bereits gegen 500 Kilo sein. In zehn Jahren sind dann laut Richard Hollenstein vom Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen, Erträge zwischen 30 und 50 Kilo pro Baum möglich; also wenigstens 4,5 Tonnen.

Diese Aussichten freuen auch Kurt Filter, Geschäftsführer der Caviezel Giovanettoni AG in Arbon, und Markus Lüssi von der Bichofszell Nahrungsmittel AG. Beide sind nicht nur vor Ort, um die Marroni zu begutachten, sie haben sich auch bereits das Kaufrecht für künftige Ernten gesichert. «Mit Filipp Fässler arbeiten wir schon viele Jahre zusammen. Er ist sehr innovativ und wir freuen uns, dieses regionale Produkt vertreiben zu können», sagt Kurt Filter, der unter anderem Hotellerie, Gastronomie, Grossverbrauchermärkte und Detaillisten beliefert. Auch Markus Lüssi freut sich darüber, ein regionales Produkt verwerten zu können. «In erster Linie denken wir an Marroni-Joghurt, da benötigen wir noch nicht so grosse Mengen. Später sind auch die Produktion von Vermicelles und glacierten Marroni ein Thema.»

Wiederverkäufer und Lebensmittelproduzenten aus der Ostschweiz haben bereits ihr Interesse für die künftigen Marroni-Grossernten angemeldet. (Bild: Rudolf Hirtl)

Wiederverkäufer und Lebensmittelproduzenten aus der Ostschweiz haben bereits ihr Interesse für die künftigen Marroni-Grossernten angemeldet. (Bild: Rudolf Hirtl)

Marroni-Joghurt und 450 zusätzliche Bäume

Über Berichte im «Tagblatt» sei er schon früh auf den erfolgreichen Versuch von Fillipp Fässler aufmerksam geworden und habe dann rasch Kontakt aufgenommen. «Wir freuen uns, wenn wir zu Beginn einige hundert Kilo bekommen, und später dann einige Tonnen. Um diese Nachfrage auch befriedigen zu können, wird Fässler die Anzahl Bäume in der «Bleiche» auf 300 verdoppeln. Mit jener Sorte, welche die Abnehmer favorisieren. Bis zu 300 Bäume wird zudem sein Sohn David in Egnach anpflanzen. Weil dort mehr Bodenfrost zu erwarten ist, unter Umständen auch Hochstämme.

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