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Erich Niederer und Sohn Thomas arbeiten beide bei der Stadtpolizei – doch die Ära endet bald

Stadtpolizist Erich Niederer und Sohn Thomas teilten sich schon das Dienstauto. Heute sehen sie sich kaum noch.
Marion Loher
Einige Jahre lang haben sich Thomas Niederer (links) und Vater Erich täglich getroffen. (Bild: Ralph Ribi)

Einige Jahre lang haben sich Thomas Niederer (links) und Vater Erich täglich getroffen. (Bild: Ralph Ribi)

Erich und Thomas Niederer sitzen in der betriebseigenen Cafeteria und trinken Kaffee. Die beiden St.Galler Stadtpolizisten haben Pause – und die verbringen Vater und Sohn gemeinsam. Ein seltener Moment. Denn obwohl die beiden am selben Ort tätig sind, sehen sie sich nur unregelmässig. «Wir arbeiten zwar beide im Sicherheitsbereich der Stadtpolizei, sind aber in unterschiedliche Sektionen eingeteilt», sagt Vater Erich. Das heisst unter anderem: Die beiden haben komplett andere Arbeitszeiten. Während Sohn Thomas beispielsweise das ganze Wochenende arbeitet und am Montag frei hat, ist es beim Vater gerade umgekehrt.

Vor ein paar Jahren war das noch anders. Während einiger Jahre arbeiteten Vater und Sohn in der gleichen Dienstsektion. Dadurch trafen sie sich täglich, hatten gemeinsame Einsätze und fuhren im selben Dienstauto. Bei einem solch engen Kontakt dürften Konflikte programmiert sein. Nicht so bei den Niederers. Der 64-Jährige sagt:

«Wir haben Berufliches und Privates immer gut trennen können.»

Sein Sohn nickt. Es sei denn auch schade, dass sie sich heute nicht mehr oft sähen. «Umso mehr freuen wir uns dann, wenn wir uns wieder einmal treffen, wie beispielsweise jetzt zum Kaffee.»

Seit 39 Jahren bei der Stadtpolizei

Erich Niederer arbeitet seit 39 Jahren bei der St.Galler Stadtpolizei. Nach der Lehre als Maschinenmechaniker sammelte er einige Jahre Berufserfahrung, bis er sich mit 26 Jahren für die Polizeischule anmeldete. «Mein damaliger Chef meinte, dass das doch etwas für mich wäre.»

Der Chef behielt Recht. Erich Niederer absolvierte die Polizeischule und fand eine Stelle bei der Stadtpolizei, wo er bis zu seiner Pensionierung in einem halben Jahr bleiben wird. «Für mich war es nie ein Thema, zu einem anderen Polizeikorps oder in eine andere Abteilung zu wechseln. Ich bin am liebsten an der Front. Das hat sich in all den Jahren nicht geändert.» Bei der Stadtpolizei fühle er sich wohl, das Verhältnis unter den Kollegen sei sehr familiär. Hier habe er sich vom «kleinen Polizisten» über den Gruppenleiter innerhalb einer Sektion bis hin zum Stellvertreter des Sektionsleiters hochgearbeitet, sagt er nicht ohne Stolz.

Polizeiberuf übt Faszination aus

Und stolz ist Erich Niederer auch auf seinen Sohn, der den gleichen Berufsweg eingeschlagen hat. Zumindest was die Polizei betrifft. Denn seine Ausbildung hat Thomas Niederer als Hafner und Plattenleger absolviert. «Ich wusste aber ziemlich schnell, dass ich diese Arbeit nicht ein Leben lang machen werde», sagt der heute 35-Jährige. Sein Traumberuf als Bub war Polizist. «Sicherlich spielte mein Vater dabei eine grosse Rolle. Obwohl er zu Hause nie viel über seine Arbeit gesprochen hat und ich und meine beiden Geschwister ihn nicht oft in Polizeiuniform oder im Polizeiauto gesehen haben, war ich fasziniert von seinem Job.»

Vater Erich erinnert sich an eine Situation. «Wegen meiner unregelmässigen Arbeitszeiten war ich – im Gegensatz zu anderen Vätern – tagsüber oft zu Hause. Als Jugendlicher hat er mich dann einmal gefragt, wann ich überhaupt arbeiten würde», erzählt er und schmunzelt.

Mit 24 Jahren den Bubentraum erfüllt

Mit 24 Jahren erfüllte sich Thomas Niederer den Bubentraum: Er bewarb sich bei der Stadtpolizei und liess sich zum Polizisten ausbilden.

«Ich hatte von meinem Vater so viel Gutes über die Stapo gehört, da kam für mich nichts anderes in Frage.»

Mittlerweile trägt der Vater zweier Kinder seit elf Jahren die blau-schwarze Uniform der Stadtpolizei und leitet ebenfalls eine Gruppe innerhalb des Sicherheitsbereichs. «Es geht mir wie meinem Vater: Ich bin am liebsten an der Front.» Manchmal würden die Kollegen sie beide etwas «hochnehmen» wegen der familiären Verbindung, sagt Thomas Niederer und lacht. «Doch wir kontern die Sprüche mit viel Humor.»

Ende Jahr, wenn Erich Niederer in Pension geht, endet bei der Stadtpolizei die Ära Niederer/Niederer. Sohn Thomas möchte weiter in den Fussstapfen des Vaters bleiben und plant bereits den nächsten Schritt: Er hat sich für die Stelle des Vaters beworben.

Wie die Eltern, so das Kind

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Dieses bekannte Sprichwort meint, dass ein Kind Eigenschaften und Verhaltensweisen der Eltern übernimmt. In einer losen Serie porträtiert die «Tagblatt»-Stadtredaktion Familien, in denen ein Kind das Gleiche macht wie die Mutter oder der Vater - beruflich, politisch, gesellschaftlich, sportlich oder künstlerisch.

Den Auftakt machten die beiden bekannten St.Galler Gastronomen Köbi und Oliver Nett. Danach folgten bisher DJ Johnny Lopez und sein Sohn, der ebenfalls DJ ist.

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