Erhöhte Polizeipräsenz, Bussen und zusätzliche Plakatständer: So sehen die Anti-Corona-Massnahmen in der Ostschweiz über Auffahrt aus

Während die Ostschweizer Kantonspolizeien an den gesunden Menschenverstand appellieren und keine weiteren Anti-Corona-Massnahmen in der Ostschweiz ergreifen, passt die Stadtpolizei St.Gallen ihr Vorgehen an. So sollen unter anderem einzelne Gassen verengt werden.  

Philipp Wolf
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Die St.Galler Stadtpolizei wird über Auffahrt in der Innenstadt zusätzliche Plakatständer mit den BAG-Massnahmen aufstellen.

Die St.Galler Stadtpolizei wird über Auffahrt in der Innenstadt zusätzliche Plakatständer mit den BAG-Massnahmen aufstellen. 

Benjamin Manser

Das lange Auffahrtswochenende vor der Tür und tolles Wetter angesagt. Was in normalen Zeiten Freudengefühle weckt, bringt während Corona auch eine gewisse Besorgnis mit sich: Werden sich die Besucherinnen und Besucher des Bodensees oder des Alpsteins an die Abstandsregeln halten? Oder werden die Corona-Fallzahlen in Folge des langen Wochenendes bald wieder steigen?

So oder so, die Kantonspolizeien Thurgau und St.Gallen bereiten sich auf die kommenden Tage nicht anders vor als auf die «Corona-Wochenenden» zuvor. Weder werden mehr Polizistinnen und Polizisten im Einsatz sein, noch werden besondere Massnahmen ergriffen, heisst es auf Nachfrage.

Ähnlich sieht es der Führungsstab Oberthurgau: «Die Parkplätze in der Bodenseeregion werden nach ihrer Wiedereröffnung vor zwei Wochen nicht erneut gesperrt.» Gleiches gilt für die Seeparkplätze in Rorschach, wie Robert Raths sagt. Die beiden Kantonspolizeien appellieren derweil weiterhin an die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger. Erst wer Aufforderungen zum Abstandhalten partout nicht einhalten will, wird mit 100 Franken gebüsst.

Am Bodensee entlang bleiben die Parkplätze auch über das Auffahrtswochenende geöffnet.

Am Bodensee entlang bleiben die Parkplätze auch über das Auffahrtswochenende geöffnet.

Bild: Donato Caspari

Hohe Besucherfrequenz erwartet

Hanspeter Saxer, Mediensprecher der Kantonspolizei Ausserrhoden.

Hanspeter Saxer, Mediensprecher der Kantonspolizei Ausserrhoden.

Bild: Fabio Baranzini

Was in Seenähe gilt, wird auch in den Bergen nicht anders gehandhabt. So hält etwa auch die Kantonspolizei Ausserrhoden an den bisherigen Massnahmen fest und setzt auf Erfahrungswerte  – sowohl aus der Zeit während als auch vor Corona. Hanspeter Saxer, Mediensprecher der Kantonspolizei Ausserrhoden, sagt:

«Wir wollen Präsenz markieren.»

Das gelte nicht nur für Orte, an denen es zu Menschenansammlungen kommen könnte, sondern auch für Strecken, die bei Motorrad- oder Autofahrern besonders beliebt seien.

Ab Donnerstag stehen auch die Überlaufparkplätze wieder zur Verfügung.

Ab Donnerstag stehen auch die Überlaufparkplätze wieder zur Verfügung.

Bild: Urban Rechsteiner

In Innerrhoden werden in Erwartung vieler Wanderinnen und Wanderer bereits am Donnerstag die Überlaufparkplätze in Wasserauen und Brülisau geöffnet. Wie die Standeskommission kürzlich mitteilte, war dieser Schritt ursprünglich erst für den 8. Juni geplant.

Die Kantonspolizei Innerrhoden appelliert diesbezüglich an den gesunden Menschenverstand der Alpsteinbesucherinnen und -besucher: «Wir haben aber kein spezielles Konzept für das Auffahrtswochenende», sagt Stabschef Nicolas Hug.

Stadtpolizei will Menschenansammlungen verhindern

Die Stadtpolizei St.Gallen reagiert derweil mit neuen Massnahmen auf die Menschenansammlungen vom vergangenen Wochenende. Wie es in einer Medienmitteilung vom Mittwoch heisst, wird die Polizeipräsenz für dieses Wochenende erhöht. «Die Einsatzkräfte werden bei jenen Örtlichkeiten, wo viele Personen zu erwarten sind, Schwerpunkte setzen und die Leute erneut sensibilisieren sowie auf die geltenden Regeln aufmerksam machen.»

Uneinsichtige und unkooperative Personen werden bei Verstoss gegen die Corona-Massnahmen weiterhin gebüsst. Weiter heisst es:

«Die Polizei will  verhindern, dass es zu Menschenansammlungen kommt, in denen die Personen nicht mehr zirkulieren und während einer längeren Zeit nahe beieinander sind.»

Sollte es gemäss Stadtpolizei an neuralgischen Orten zu Menschenansammlungen kommen, wird nach Möglichkeit mittels Verengung von Zugängen dafür gesorgt, dass der Personenzufluss unterbrochen wird. Anschliessend wird die Menschenmenge soweit reduziert, dass die geltenden Vorschriften beziehungsweise der vorgeschriebene Abstand wieder eingehalten werden kann.

Neben der Sensibilisierung durch Mitarbeitende stellt die Stadtpolizei an neuralgischen Örtlichkeiten, an welchen mit Menschenansammlungen zu rechnen ist, präventiv 45 Storchenständer mit dem BAG-Plakat auf.

So bereiten sich andere Städte aufs Wochenende vor

In Basel, wo die Steinvorstadt vergangenes Wochenende für Schlagzeilen sorgte, wurden die Massnahmen verschärft. «Wenn Personen wieder so dicht beieinander sind, dass die BAG-Massnahmen nicht eingehalten werden können, sind Absperrungen nicht ausgeschlossen», sagte Toprak Yerguz, Sprecher der Justizdirektion Basel, gegenüber dem Online-Portal Watson. In Zürich werden temporäre Absperrungen ebenfalls nicht ausgeschlossen. Die Stadtzürcher Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) sagt in einem Interview mit dem «Tages Anzeiger», man wolle Szenen wie in Basel vermeiden. Auch deshalb bleiben die grossen Zürcher Quaianlagen am See geschlossen. Anders sieht es in Luzern aus. Dort hat die Stadt am 11. Mai das Seebecken für die Bevölkerung wieder geöffnet. (red)

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