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Erfolgsverwöhnte und Exoten: Die Nationalratskandidaten aus dem Wahlkreis St.Gallen in der Übersicht

90 Kandidierende aus dem Wahlkreis St.Gallen bewerben sich für den Nationalrat.
Reto Voneschen und Johannes Wey
Claudia Friedl kann nach ihrem Erfolg 2015 für die SP als Bisherige an den Start gehen. (Bild: Ralph Ribi)

Claudia Friedl kann nach ihrem Erfolg 2015 für die SP als Bisherige an den Start gehen. (Bild: Ralph Ribi)

255 Kandidierende auf 25 Listen: Im Kanton St.Gallen bewerben sich am 20. Oktober deutlich mehr Personen als vor vier Jahren um ein politisches Mandat in Bundesbern. Überproportional viele Kandidierende, nämlich 90, kommen aus dem Wahlkreis St.Gallen. 64 leben in der Stadt St.Gallen, 26 in einer der übrigen acht Gemeinden.

CVP-Nationalrat und Olmadirektor Nicolo Paganini (Abtwil). (Bild: Keystone)

CVP-Nationalrat und Olmadirektor Nicolo Paganini (Abtwil). (Bild: Keystone)

Der Kanton St.Gallen stellt zwölf Nationalräte. Elf treten zur Wiederwahl an. Nur bei der FDP ist ein Sitz neu zu besetzen. Da Bisherige meist bestätigt werden, sind die Wahlchancen für alle anderen klein. Im Wahlkreis St.Gallen treten zwei Bisherige – Claudia Friedl (SP, St.Gallen) und Olma-Direktor Nicolo Paganini (CVP, Abtwil) – an. Ihre Wiederwahl scheint nicht gefährdet.

Susanne Vincenz-Stauffacher (Abtwil) will den vakanten FDP-Sitz verteidigen. (Bild: Michel Canonica)

Susanne Vincenz-Stauffacher (Abtwil) will den vakanten FDP-Sitz verteidigen. (Bild: Michel Canonica)

Gleich drei der 88 neu Kandidierenden im Wahlkreis St.Gallen dürfen sich reelle Wahlchancen ausrechnen. Das ist eine hohe Quote. Ob die drei Erfolg haben werden, hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab. Im Fall von Susanne Vincenz-Stauffacher (FDP, Abtwil) davon, dass ihre Partei den vakanten zweiten Sitz halten kann.

Franziska Ryser (Grüne, St.Gallen). (Bild: Benjamin Manser)

Franziska Ryser (Grüne, St.Gallen). (Bild: Benjamin Manser)

Im Fall von Franziska Ryser (Grüne, St.Gallen) und Pietro Vernazza (Grünliberale, St.Gallen) ist die Wahl zuerst einmal abhängig davon, dass ihre Parteien von der Klimadebatte profitieren und jeweils den vor vier Jahren verlorenen Nationalratssitz zurückerobern können.

Pietro Vernazza (Grünliberale, St.Gallen, Bild: Ralph Ribi)

Pietro Vernazza (Grünliberale, St.Gallen, Bild: Ralph Ribi)

Und natürlich müssen die drei sich auch gegen die anderen Kandidierenden auf ihrer Liste durchsetzen. Da hat Franziska Ryser auf der grünen Hauptliste in der Person von alt Nationalrätin Yvonne Gilli (Wil) eine sehr starke Konkurrentin.

Der Partei verpflichtet, sich in Position bringen

Den meisten Kandidierenden ist bewusst, dass ihre Chancen angesichts der grossen Konkurrenz und der kleinen Zahl an Sitzen minimal ist. Und trotzdem kandidieren sie. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Gar nicht so selten sind jene, die sich der Partei und ihrer Sache verpflichtet fühlen und daher antreten. Dabei spielt eine Rolle, dass eine Liste, um erfolgreich zu sein, nicht nur einen Favoriten, sondern unbedingt auch lokal gut verankerte Stimmensammlerinnen und Stimmensammler braucht.

Ein anderes wichtiges Motiv für eine Nationalratskandidatur kann sein, dass sich jemand für die im Frühling folgenden Kantonsratswahlen oder die Gemeindewahlen vom nächsten Herbst in Position bringen will.

Im Nationalratswahlkampf Erfahrungen sammeln

Auf den Listen der Jung-CVP, Jungfreisinnigen, Juso, Jungen Grünen und jungen Grünliberalen wimmelt es von Nachwuchsleuten, die diesen Herbst Wahlkampferfahrung sammeln wollen. Sehr viele kommen aus der Stadt St.Gallen, was keine Überraschung ist: Viele Junge, die eine Ausbildung absolvieren, lassen sich hier nieder. Kommt dazu, dass Linksgrün in der Stadt stark ist und viel Nachwuchs hat.

Bei den Jusos stechen zwei Namen ins Auge: Das sind Miriam Rizvi (St.Gallen), das Gesicht des Klimakollektivs Ostschweiz, und Cem Kirmizitoprak (St.Gallen). Der im Rollstuhl sitzende, umtriebige Inklusionsfachmann ist vielen Städtern mindestens vom Sehen her bekannt.

Ein kleines «Who’s who» der Polit-Landschaft

Unter den 90 Kandidierenden aus dem Wahlkreis St.Gallen gibt es auch sonst viele bekannte Gesichter. Die Listen lesen sich teils wie ein «Who’s who» der Politlandschaft des Wahlkreises: Beispiele sind da etwa die Gossauer Stadträtin Helen Alder Frey (CVP), der Gossauer Parlamentspräsident Gallus Hälg (SVP, Arnegg), Gemeindepräsident und Kantonsrat Toni Thoma (SVP, Andwil), VCS- Schweiz-Präsident und Kantonsrat Ruedi Blumer (SP, Gossau), als politische Wiedereinsteigerin Trudy Cozzio- Heuberger (CVP, St.Gallen – die Witwe von Stadtrat Nino Cozzio), Kaffeehaus-Betreiber und Stadtparlamentarier Gallus Hufenus (SP, St.Gallen) oder die Kantonsrätinnen Isabel Schorer (FDP, St.Gallen) und Bettina Surber (SP, St.Gallen).

Der Wahlkreis St. Gallen

Der Wahlkreis St.Gallen umfasst die neun politischen Gemeinden Andwil, Eggersriet, Gaiserwald, Gossau, Häggenschwil, Muolen, St. Gallen, Waldkirch und Wittenbach. Ende 2018 hatten sie eine ständige Wohnbevölkerung von 122384 Personen. St. Gallen ist einer von acht Wahlkreisen im Kanton. Er besteht seit 1. Januar 2003. Heute gehören die ehemaligen Bezirke St. Gallen und Gossau sowie eine Gemeinde aus dem früheren Bezirk Rorschach (Eggersriet) dazu. (vre)

Auf den Nationalratslisten melden sich auch alte «Kämpen» zurück. Bei den SVP-Senioren sind das etwa die alt Kantonsräte Nico Egger (Gossau), Ruedi Eilinger (Waldkirch) und Bruno Stump (Engelburg), bei den grünen Klimasenioren Cecile Federer und Ruth Bischoff (beide St.Gallen). Zu den Veteranen der St.Galler Lokalpolitik gehören die Kantonsräte Thomas Schwager (Grüne) und Karl Güntzel (SVP).

Fast nur Stadtsanktgaller und zwei Polit-Originale

Ein Spezialfall ist die grünliberale Hauptliste. Sie hat mit zehn von zwölf Kandidaturen (neun St.Gallen, einer Engelburg) den höchsten Anteil an Kandidierenden aus dem Wahlkreis. Neben HIV-Forscher Pietro Vernazza fällt darauf Philipp Schönbächler (St.Gallen) auf: Er ist Geschäfts- und Lebenspartner von SP-Kandidat Gallus Hufenus.

Auch die Schweizer Demokraten tauchen wieder auf: Sie treten mit einer Vierer-Liste an, auf der zwei Polit-Originale figurieren. Der eine ist Roland Uhler (St.Gallen), der 2000 aus dem Stadtparlament abgewählt wurde und seither hartnäckig ein Comeback versucht. Der andere ist Taxihalter Bruno Egli (Gossau), der bereits mehrfach mit verwegenen Kandidaturen Aufsehen erregte.

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