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Alles Unverpackt: Vorarlberger Modell kommt in der Region Rorschach an

Bei Frida liegen Tomaten nackt in Bastkörben und zeigt sich Brokkoli ungeniert ohne Plastikfolie. Unverpackt, denn Müll ist kein Muss, das meint Daniela Eiterer (38), Besitzerin von Frida Bioladen & Café.
Christina Vaccaro
5 Bilder

Alles unverpackt

Reis, Couscous, Haferflocken und allerlei Hülsenfrüchte warten in Behältern darauf, abgefüllt zu werden. Nudeln schauen aus stabilen Papiersäcken heraus, Trockenfrüchte werden in grossen Gläsern gelagert. Sogar Seifen und Putzmittel gibt es ohne Hülle. Fridas Bioladen ist ein Unverpackt-Laden, ein Tante-Emma-Laden, in dem die Lebensmittel nicht nur biologisch, regional und saisonal sind, sondern auch verpackungsfrei.

«Die Plastikverpackungen vieler biologischer Produkte, selbst in Bioläden, haben mich immer gestört»

sagt Daniela Eiterer. Sie wollte es anders machen. Und sie tat es. Vor zwei Jahren eröffnete die Vorarlbergerin im Zentrum von Hohenems den 76 Quadratmeter kleinen Café-Laden. Der Clou dabei: «Bevor Lebensmittel bei Frida alt werden, landen sie auf unserem Mittagstisch.» Täglich gibt es vegane, glutenfreie Eintöpfe sowie Kuchen. Das integrierte Café erfüllt eine wesentliche Funktion: «Ich wollte einen Ort schaffen, an dem man gerne arbeitet. Die Möglichkeit, sich hinzusetzen und zu verweilen, schafft eine positive Energie. Ausserdem nimmt das die Hemmschwelle, einmal in einen Unverpackt-Laden zu gehen.»

Geschäftsführerin des Unverkpackt-Ladens, Daniela Eiterer, bedient zahlreiche Kunden aus der Schweiz. (Bild: Christina Vaccaro)

Geschäftsführerin des Unverkpackt-Ladens, Daniela Eiterer, bedient zahlreiche Kunden aus der Schweiz. (Bild: Christina Vaccaro)

Idee stösst auf beiden Seiten der Grenze auf Interesse

Den ganzen Tag wird über (Un-) Verpackungen (und anderes) gesprochen. Die Menschen, die sich für verpackungsfreie Lebensmittel interessieren, sind ganz unterschiedlich. Es sind junge Mütter und neugierige Omas, Büroangestellte genauso wie Lehrer, die ihre eigenen Behälter von zu Hause mitbringen, diese sind aber auch im Laden erhältlich. Dass eine verpackungs- und vor allem plastikfreiere Welt auch ein Anliegen ist, zeigte sich bereits, als Fridas Bioladen & Café noch in den Kinderschuhen steckte. «Wir haben uns in der Aufbauphase zum Teil über Crowdfunding finanziert. 130 Personen haben Geld für uns in die Hand genommen», sagt Eiterer stolz.

Plastikmüll statt Plankton

Erfreulicherweise erstreckte sich das Interesse an verpackungsfreien Lebensmitteln von Beginn an über die Landesgrenze hinaus. «Es kommen einige Schweizer zu uns», sagt die Geschäftsführerin. «Viele kommen mit dem Fahrrad von Diepoldsau oder Heerbrugg, andere von weiter her. Und das, obwohl wir nie Werbung in der Schweiz gemacht haben – aber unser Laden hat sich herumgesprochen.» In der Schweiz gäbe es kaum Produkte, die biologisch und verpackungsfrei sind – und wenn, dann seien sie teuer. Laut UN schwimmt heute sechs Mal mehr Plastik als Plankton im Meer. In der Schweiz hinterlässt jeder Einwohner durchschnittlich 125 Kilogramm Plastik pro Jahr.

Für Daniela Eiterer ungeheuerlich: «Ich versuche selbst, so wenig Müll als möglich zu verursachen und verwende etwa Stoffwindeln für meinen Sohn.» Die 38-jährige Mama war über 15 Jahre in der Gastronomie tätig, bevor sie die Idee des Ladens verwirklichte. Inzwischen beschäftigt sie sechs Mitarbeiterinnen. Die Lebensmittel stammen von 15 Lieferanten aus der Region. Neben den unverpackten Produkten, gibt es noch einige verpackte. Ziel sei es, bald vollkommen auf Verpackung verzichten zu können. «Wir wollen viele Menschen dazu motivieren, verpackungsfrei einzukaufen und etwas für die Umwelt und einen gesunden, naturliebenden Lebensstil zu tun.»

Ins Ländle luaga

Egal, ob Restaurant, Freizeitpark, Konzerthalle oder Einkaufszentrum – wo immer man sich im nahen Vorarlberg aufhält, auf den Parkplätzen sind zahlreiche Autos mit St. Galler Nummernschildern auszumachen. Auch Menschen aus der Region Rorschach sind regelmässig ennet der Grenze anzutreffen. Die «Tagblatt»-Redaktion Rorschach trägt diesem Umstand Rechnung und berichtet in unregelmässigen Abständen aus dem Ländle. (rtl)

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