Erfolg
Kantiklasse aus St.Gallen gewinnt Mathewettbewerb der ETH Zürich mit Objekt aus dem 3D-Drucker

Die Klasse 3fNP der Kantonsschule am Burggraben hat beim Mathewettbewerb «The Shape of Space» der ETH Zürich den ersten Platz erzielt. Sie setzte sich gegen 28 weitere Teilnehmer aus der ganzen Schweiz durch.

Joshua Lindenmann
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Mathematiklehrer Simon Knaus (erster oben links) , Englischlehrer Christoph Brühlmann (erster unten links) sowie Meike Akveld, Mathematikprofessorin an der ETH (erste oben rechts), nehmen den Preis entgegen.

Mathematiklehrer Simon Knaus (erster oben links) , Englischlehrer Christoph Brühlmann (erster unten links) sowie Meike Akveld, Mathematikprofessorin an der ETH (erste oben rechts), nehmen den Preis entgegen.

Bild: Giulia Marthaler

Mathematik- und Informatiklehrer Simon Knaus weiss selber gar nicht mehr genau, wie er auf den Wettbewerb gekommen ist. «Als ich der Klasse eine Teilnahme vorgeschlagen habe, stiess ich sofort auf helle Begeisterung.» Der 41-Jährige war es auch, der die Klasse 3fNP der Kantonsschule am Burggraben angemeldet hat.

Organisiert wird der Wettbewerb von der Fachgruppe Mathematik der ETH Zürich, im Rahmen des jährlich stattfindenden «Go Math»-Programms. Zum Anlass gehören Workshops, eine Ausstellung, eine Filmvorstellung, ein Symposium sowie ein Gastvortrag des Mathematikers Jeffery Weeks. «Ich denke, es war sicher beeindruckend für die Schülerinnen und Schüler, als sie den englischen Gastvortrag bei der Prämierung hören konnten», sagt Knaus.

Das Gewinnerobjekt «The Poetic Klein Bottle» des «Shape of Space»-Wettbewerbs der Klasse 3fNP der Kantonsschule am Burggraben.

Das Gewinnerobjekt «The Poetic Klein Bottle» des «Shape of Space»-Wettbewerbs der Klasse 3fNP der Kantonsschule am Burggraben.

Bild: Basil Furrer

Überlegungen aus der Topologie

Das Ziel des Wettbewerbs «The Shape of Space» war es, die Welt der «Flatlander» darzustellen, ein fiktives Volk, welches im zweidimensionalen Raum lebt. «Die dafür nötigen Überlegungen stammen aus dem mathematischen Feld der Topologie, was auf Universitätsstufe unterrichtet wird», sagt Knaus. Die Topologie ist die Lehre von mathematischen Strukturen.

«The Poetic Klein Bottle» wurde dann bei einer Schülerin zu Hause im 3D-Drucker angefertigt. Es sei laut Knaus sehr anspruchsvoll zum Drucken gewesen, da gewisse Teile leicht zerbrechlich waren. Aussen am Objekt ist ein Gedicht eingestanzt, welches die Klasse im Literaturunterricht bei Englischlehrer Christoph Bühlmann erarbeitet hat. Inspiriert wurde es durch die Lektüre ausgewählter Passagen aus «Flatland», einem englischen Science-Fiction-Klassiker.

Objekt aus dem 3D-Drucker

Den Schülerinnen und Schülern hilft dabei die gemeinsame Begeisterung für das Projekt. So sagt Schüler Julian Rüegg: «Wir haben mit der Klasse schon öfter solche Kooperationen zwischen Mathematik und Englisch gemacht.» Probleme sah der 18-Jährige vor allem beim Modellieren mit einer 3D-Software und beim 3D-Drucken.

«Es war überraschend und sehr schön für die Arbeit, die wir gemacht haben, den ersten Preis zu erhalten.»

Andere Schwierigkeiten machten sich bei Schüler Basil Furrer breit: «Das Schwierigste war für mich, gut zusammenzuarbeiten und sich stets für den besten Vorschlag zu entscheiden.» Überrascht hat der 18-Jährige vor allem, dass sie in der Gruppe fähig waren, so etwas zu erreichen.

«Es war die Kombination aus Gedicht und dem fehlerfreien mathematischen Modell, die die Jury überzeugte», sagt Knaus. Der Preis ist ein zweitägiger von der ETH betreuter Workshop im Bereich Robotik. Das Objekt kann aktuell an der Kantonsschule am Burggraben in St.Gallen besichtigt werden.

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