Porträt

Er will eine Brücke schlagen zwischen der Wirtschaft und der Politik und die Natur besser schützen: Michael Schwizer von der FDP kandidiert für den Gaiserwalder Gemeinderat

Bei den Gesamterneuerungswahlen am 27. September kommt es in Gaiserwald zu einer Kampfwahl. Einer der drei neuen Kandidaten ist Michael Schwizer, Vizepräsident der FDP-Ortspartei und Präsident des Gaiserwalder Gewerbevereins.

Michel Burtscher
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Michael Schwizer in seinem Büro in Gossau.

Michael Schwizer in seinem Büro in Gossau.

Bild: Michel Burtscher

Zum Treffen lädt Michael Schwizer in sein Büro an der Andwilerstrasse in Gossau ein. Dort, wo die von seinem Grossvater gegründete Haustechnikfirma ihren Sitz hat. Mit dieser hat der 46-jährige Immobilienfachmann zwar nichts mehr zu tun, örtlich ist er aber – zumindest beruflich – noch immer in der Nähe des früheren Familienunternehmens. Einige Kilometer weiter östlich, in Gaiserwald, will Schwizer am 27. September in den Gemeinderat gewählt werden.

Dort treten zwei langjährige FDP-Gemeinderatsmitglieder bei den Gesamterneuerungswahlen nicht mehr an. Die Freisinnigen wollen ihre beiden Sitze verteidigen und schicken Schwizer und Barbara Hutter ins Rennen. Konkurrenz erhalten sie dabei von den Grünliberalen, die mit einem eigenen Kandidaten antreten. Für Schwizer ist klar: «Ich könnte dem Gemeinderat einen Mehrwert bringen und glaube, dass ich gut ins Team passen würde.»

Seit 2016 amtet Schwizer als Gewerbepräsident

Schwizer ist in Gossau aufgewachsen, wohnt aber seit 23 Jahren in Gaiserwald. Zuerst in Engelburg, seit 21 Jahren nun in Abtwil. «Ich fühle mich dort unglaublich wohl», sagt er. Und er sei verankert in der Gemeinde – gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch. Schwizer ist seit 2013 Vizepräsident der FDP-Ortspartei und seit 2016 Präsident des Gewerbevereins Gaiserwald. In der FDP sei er, sagt Schwizer, weil er eine liberale Grundhaltung habe. Einen besonderen Fokus legt er auf eine nachhaltige Umweltpolitik.

«Der Wohlstand nützt wenig, wenn die Natur nicht intakt ist.»

Beruflich hat er schon einiges erlebt, er selber spricht von «Höhen und Tiefen»: Schwizer absolvierte eine kaufmännische Lehre, machte sich dann schnell selbständig und führte sechs Jahre lang ein Cateringunternehmen. Dann «schnupperte» er im Familienunternehmen und stellte dabei fest, dass er es nicht übernehmen möchte. «Es war ein schwieriger Entscheid, aber der richtige.» Es habe fachlich qualifiziertere Leute im Kader gegeben, um die Firma zu übernehmen. Seit 16 Jahren ist er nun im Immobiliengeschäft, hat Verkaufsmandate und macht Verwaltungen sowie Beratungen.

Doppelfunktion wäre möglich

Im Gemeinderat würde er sich denn auch am liebsten im Ressort Bau engagieren. «Dort könnte ich den grössten Mehrwert bringen», sagt Schwizer. Er sei aber auch offen für anderes. Sein Amt als Gewerbevereinspräsident würde er bei einer Wahl indes nicht abgegeben, betont er. Zu wichtig sei es ihm und zu viel Spass mache es. Diese Doppelfunktion ist möglich. Das habe er abgeklärt, bevor er seine Kandidatur erklärte. Schwizer sagt denn auch:

«Als Gemeinderat will ich eine Brücke schlagen zwischen der Politik und der Wirtschaft.»

Es reize ihn, ein politisches Exekutivamt zu übernehmen. «Zudem bin ich der Überzeugung, dass wir alle einen Beitrag leisten müssen zu einem gut funktionierenden Milizsystem.» Dem jetzigen Gemeinderat stellt Schwizer ein gutes Zeugnis aus. Es laufe gut in der Gemeinde, die Bevölkerung sei zufrieden und viele «positiv denkende Bürger» engagierten sich. Verbesserungspotenzial gebe es zwar immer, sagt er. «Aber es wäre vermessen von mir, wenn ich jetzt einzelne Punkte auflisten würde.» Man müsse nun schauen, wohin sich Gaiserwald in Zukunft entwickeln soll, so Schwizer. «Wir sind verpflichtet, unseren Nachkommen eine intakte Gemeinde zu hinterlassen.»

Es ist alles eine Frage der Organisation

Auf die Frage, ob ein Gemeinderatsamt zeitlich mit seinen anderen Verpflichtungen und dem Familienleben vereinbar wäre, sagt Schwizer: «Alles eine Frage der Organisation.» Der 46-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder, einen 16-jährigen Sohn und eine 12-jährige Tochter. Dass sein Sohn eine Berufslehre als Zeichner absolviere und dies bei einem Gewerbevereinsmitglied in der Gemeinde, mache ihn besonders stolz, betont er. Angesprochen auf seine Hobbys, erzählt Schwizer, er sei ein passionierter FC-St.Gallen-Fan, den man bei jedem Heimspiel im Stadion antreffe – auch das nur eine Frage der Organisation: «Ich plane meine privaten Anlässe jeweils um die Spiele herum», sagt er und lacht.

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