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Nachruf auf den St.Galler Seelsorger Josef Wirth: Er hat praxisnahe Spiritualität vorgelebt

Als Priester und Seelsorger setzte sich Josef Wirth stets für kirchliche Arbeit mit praktischem Bezug ein. Er engagierte sich sozial und bot besonders all jenen Hand, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens standen. Am 24. Juli ist Josef Wirth beim Bergsteigen oberhalb Klosters tödlich verunglückt.
Claudia Schmid
Josef Wirth (1950-2018). Bild: PD

Josef Wirth (1950-2018). Bild: PD

Bischof Markus Büchel sprach den Angehörigen, Freunden und Bekannten sowie den vielen Trauernden aus dem Bistum und der Seelsorgeeinheit St. Gallen Ost sein tiefes Beileid aus. Er erinnerte daran, dass Josef Wirth auf seinen Bergtouren viele Gipfelkreuze erreichte. Auf der letzten Wanderung sei nun sein Weg durchkreuzt worden. Mit Josef Wirth verliere das Bistum und die Seelsorgeeinheit St. Gallen Ost einen einfühlsamen Seelsorger, der sich stets für die Menschen eingesetzt habe. «Wir werden ihn stark vermissen», betonte der Bischof.

Josef Wirth ist 1950 in St. Gallen geboren und als Sohn des langjährigen Dom-Mesmers aufgewachsen. Das Theologiestudium absolvierte er an der Gregoriana, der Jesuitenuniversität in Rom. Nach seiner Priesterweihe im Frühling 1977 führte ihn sein Wirken von St. Gallen-St. Otmar nach Jona, Luzern und Flawil. 2011 kehrte er in die Gallusstadt zurück, um Pfarrer der Seelsorgeeinheit St. Gallen Ost mit den Pfarreien Halden, Heiligkreuz, Neudorf, Rotmonten und St. Fiden zu werden.

In St. Gallen-St. Otmar arbeitete Josef Wirth zunächst als Vikar, anschliessend in Jona als Kaplan. 1989 wurde er in Luzern Bundespräses der Jungwacht und widmete sich sechs Jahre lang hauptamtlich der Jugendarbeit. Gleichzeitig engagierte er sich für das Friedensdorf in Broc im Greyerzerland. Zwischen 1996 und 2011 war er 16 Jahre lang Priester und Seelsorger in der Pfarrei St. Laurentius in Flawil. Später wurde er zusätzlich Pfarrer für die Pfarrei Felix und Regula in Niederglatt und mit der Gründung der Seelsorgeeinheit Magdenau auch Pfarrer von Degersheim und Wolfertswil-Magdenau. Josef Wirth baute die Partnerschaft der Pfarrei Flawil mit der Pfarrei in Kangemi, einem Vorort von Nairobi, auf. Er war einer der Initiatoren der Arbeitsgruppe Armut überwinden, die er lange leitete, und war damit auch wesentlich am Aufbau des Flawiler b’treffs beteiligt. 2002 wurde er Mitglied des Domkapitels des Bistums St. Gallen.

Als Josef Wirth den Wunsch geäussert hatte, vor seiner Pensionierung nochmals eine neue Her-ausforderung anzupacken, liessen ihn die Flawilerinnen und Flawiler nicht gerne ziehen. «Josef Wirth hat sich selbstlos in der Gemeinde engagiert und sich für diejenigen Menschen eingesetzt, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen», hob der Gemeindepräsident damals bei der Verabschiedung in der voll besetzten St. Laurentiuskirche hervor.

Mit 61 Jahren kehrte er schliesslich wieder in seine Heimatstadt zurück. Auch in der Seelsorgeeinheit St. Gallen Ost setzte er sich intensiv für soziale Projekte ein. So engagierte er sich beispielsweise für das Solidaritätsnetz Ostschweiz. Er sei nicht der Theologe, der sich in einer Gelehrtenstube einschliesse, hatte er bei seinem Amtsantritt in einem Gespräch mit dem «St. Galler Tagblatt» erklärt. Wichtig sei ihm, dass kirchliche Arbeit einen praktischen Bezug habe. «Kirche ist für die Menschen da, muss einstehen für sie», betonte Josef Wirth, für den lebensnahe Spiritualität stets ein Schlüsselwort gewesen ist.

Der 68-jährige Priester war ein begeisterter Alpinist. Am 24. Juli machte er sich im Silvrettagebiet zur Roten Furka oberhalb Klosters auf und wurde bei einem Bergunfall jäh mitten aus seinem erfüllten und aktiven Leben gerissen.

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