Beschwerde gegen die Stadt Gossau: Start der neuen Webseite verzögert sich erneut

Nachdem das Kommunikationskonzept bereits verspätet kam, ist nun der Start der neuen Webseite auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Stadtmagazin sei aber noch auf Kurs.

Dinah Hauser
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Gossaus Webseite soll erneuert werden. Nun liegt das Projekt wegen einer Beschwerde auf Eis. Im Bild: Die Stadtmelder-App.

Gossaus Webseite soll erneuert werden. Nun liegt das Projekt wegen einer Beschwerde auf Eis. Im Bild: Die Stadtmelder-App.

Bild: Ralph Ribi

Eigentlich hätte die Webseite der Stadt Gossau Ende des vergangenen Jahres aufgeschaltet werden sollen. Dann hiess es Frühling 2020. Nun ist klar: Auf absehbare Zeit wird aus dieser Webseite nichts. «Wir hatten ein Rechtsmittelverfahren», sagt Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt.

Konkret heisst das, jemand hat bei der Ausschreibung des Projekts Beschwerde gegen die Stadt eingereicht. Nun muss die Vergabe neu aufgegleist werden. Allerdings seien die federführenden Personen seit zwei Wochen durch das grassierende Coronavirus gebunden.

Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt Gossau

Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt Gossau

Bild: Ralph Ribi

Im Gegensatz dazu ist das Stadtmagazin laut Salzmann auf Kurs. Noch diesen Frühling soll entschieden werden, welcher Anbieter den Auftrag erhält. Das komme aber auch darauf an, wie sich die Situation mit dem Coronavirus weiter entwickle. «Man kann heute auf Kurs sein und morgen sieht es anders aus.»

Amtliches Publikationsorgan soll das Stadtmagazin nicht werden, sagte Salzmann im Dezember zu dieser Zeitung. «Vom Stadtrat habe ich auch bis jetzt keine anderen Signale erhalten», kommentiert Salzmann seine Aussage von vor vier Monaten. Seit Sommer erscheinen die rechtsverbindlichen amtlichen Publikationen auf der kantonalen Publikationsplattform. Zusätzlich werden Inserate in den «Gossauer Nachrichten» geschaltet, welche nach dem Ende der «Gossauer Wochenzeitung» zeitweise zum amtlichen Publikationsorgan wurde.

Zeit sparen dank Onlinepublikation

Der Wechsel zur Onlinepublikation spare bei Verfahren Zeit. «Wenn zum Beispiel jemand sein Baugesuch komplett einreicht, muss er nicht noch zwei Wochen warten, bis das nächste Mitteilungsblatt erscheint.» Salzmann spezifiziert: Bereits am folgenden Arbeitstag sei die Publikation online und die Einsprachefrist beginne zu laufen.

«Was die Stadt als wichtig erachtet, erscheint immer noch zusätzlich im Print.»

Diese Inserate hätten aber keinen rechtsverbindlichen Charakter sondern seien informativ.

Eine solche hybride Form könne sich Salzmann auch für das Stadtmagazin vorstellen. «Das hängt aber auch vom Konzept des Anbieters ab und wie der Stadtrat entscheidet.» Zumindest habe die Umfrage der Stadt im Jahr 2018 gezeigt, dass rund 60 Prozent der Einwohner Informationen in gedruckter Form wünschen.

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