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Enttäuschung, Empörung und Lob - das sind die Reaktionen auf die Carl-Stürm-Preisträger

Der Autobahnanschluss ist umstritten, dennoch wird die IG Mobil mit dem Carl-Stürm-Preis ausgezeichnet. Die Fliegerei wird in der aktuellen Klimadebatte verpönt, und der Flugplatz Altenrhein dafür ausgezeichnet. Auch die Meinungen im Publikum der Preisverleihung in Rorschach sind gegensätzlich.
Jolanda Riedener
Gut 500 Gäste besuchten die Preisverleihung am Mittwochabend im Carmen-Würth-Saal in Rorschach. (Bild: Christof Sonderegger)

Gut 500 Gäste besuchten die Preisverleihung am Mittwochabend im Carmen-Würth-Saal in Rorschach. (Bild: Christof Sonderegger)

Die Enttäuschung steht Felix Gemperle (SP) ins Gesicht geschrieben. «30'000 Franken, das ist eine sehr grosse Spende», sagt der ehemalige Kantonsrat und Vorstandsmitglied des Vereins «Kein 3. Autobahnanschluss». Dieses Geld fliesse nun in die Abstimmungskampagne. «Ich habe natürlich keine Freude an dieser politisch unkorrekten Würdigung», sagt der Rorschacher nach der Preisverleihung gestern Abend.

Auch seien die Behauptungen der Befürworter weit weg von Objektivität, kritisiert Gemperle. «So findet kein offener Diskurs statt», sagt er. «Die Befürworter des Autobahnanschlusses haben zwar mehr Geld, aber wir haben die besseren Argumente», ist Gemperle überzeugt. Auch die Würdigung des Flugplatzes Altenrhein stehe seiner Meinung nach politisch genauso quer in der Landschaft.

Auch der Goldacher Schulpräsident Andreas Gehrig bewertet die Auszeichnung als «politisch sehr mutig.» Als Direktbetroffener vom geplanten A1-Zubringer stehe er dem Projekt kritisch gegenüber. «Es ist sicher nicht die Allheilbringende Lösung», sagt er und findet, man solle alle Verkehrspartner in der Region gleich berücksichtigen. Für den Flugplatz Altenrhein freut sich Gehrig. Auch, dass «diese Leistung honoriert wird» obwohl er die Schüler auch verstehen kann, die sich aktuell für den Klimastreik engagieren.

Nebst Wirtschaftsfaktor auch Störfaktor

Eine politische Brisanz weise das Preisgeld an die IG Mobil schon auf, ist die Rorschacherin Barbara Camenzind überzeugt. Aber als private Stiftung sei das ihr gutes Recht, sofern es dem Stiftungszweck diene. «Es werden in der Regel gerade jene Institutionen ausgezeichnet, die dank ihren Mitteln und Möglichkeiten schon etwas in der Region bewirken konnten.» Den Verantwortlichen des Flugplatzes Altenrhein sei wohl aber auch bewusst, dass dieser nicht nur Wirtschaftsfaktor sondern für viele Personen in der Region auch Störfaktor sei. «Die Spende für die Jugendförderung ist deshalb eine doppelt schöne Geste», lobt Camenzind.

Absolut super findet der Rorschacher Arzt Thomas Chlibec die Entscheidung der Stiftung, den Flugplatz Altenrhein und die IG Mobil zu unterstützen. «Es ist ein Statement und ein Zeichen gegen den Mainstream», sagt er. Der Flugplatz Altenrhein habe eine grosse Bedeutung für die Wirtschaftsregion. Natürlich könne man gerne auch zusätzlich den Langsamverkehr fördern. In diesem Bereich werde aber auch schon einiges getan.

«Ist doch schön, dass es etwas Abwechslung gibt», sagt Stefan Hafner. Als DJ und Eventmanager störe es ihn überhaupt nicht, wenn die Kultur für einmal leer ausgehe.

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