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Entlassung an Goldacher Primarschule: Schulpräsident weist Kritik zurück

Eltern setzen sich für einen Goldacher Lehrer ein und verschaffen ihrem Unmut über seine Entlassung in einem Leserbrief Luft. Die Entlassung sei nicht gerechtfertigt.
Jolanda Riedener
Die deutliche Mehrheit der Kinder sei gern zum entlassenen Primarlehrer zur Schule gegangen, heisst es im Leserbrief der Eltern. (Bild: PD)

Die deutliche Mehrheit der Kinder sei gern zum entlassenen Primarlehrer zur Schule gegangen, heisst es im Leserbrief der Eltern. (Bild: PD)

In einem Leserbrief kritisieren Eltern einer Goldacher Primarschulklasse die Entlassung eines Klassenlehrers. Ein kleiner Teil der Elternschaft hätte Druck gegen die Lehrperson aufgebaut und die anderen Eltern mit fragwürdigen Mitteln aufgehetzt, heisst es im Schreiben, das von elf Elternpaaren unterzeichnet wurde. Der Lehrer sei zwar von «alter Schule», bei den Kindern aber beliebt gewesen. Er sei ausserdem mit viel Freude und Herzblut seiner Tätigkeit nachgegangen, heisst es weiter.

Leserbrief: Verdienter Lehrer wird abgesetzt

14 – 3 – 1, die Antworten von 18 Kindern auf die Frage, ob es gerne zu Markus Gächter in die Schule geht. 14 der siebenjährigen Kinder haben mit Ja geantwortet, drei neutral und nur ein Kind mit Nein. Was dem neutralen Beobachter sehr positiv erscheint, war dem Goldacher Schulpräsidenten und der Bildungskommission offenbar nicht genug. Markus Gächter wurde die Klasse weggenommen, er wird in Goldach nicht mehr unterrichten. Fast alle Kinder haben Tränen vergossen, als ihnen der Entscheid mitgeteilt wurde. Wie konnte es soweit kommen? Ein kleiner Teil der Elternschaft hatte es sich schon früh zum Ziel gesetzt, Markus Gächter als Lehrer abzusetzen. Sie haben mit fragwürdigen Mitteln andere Eltern aufgehetzt und zusammen Druck gegen die Lehrperson aufgebaut. Sie warfen Markus Gächter vor, zu laut und zu launisch zu sein und nicht altersgerecht zu kommunizieren. Dies mag zutreffen, genügt unseres Erachtens aber nicht, eine verdiente Lehrperson abzusetzen. Markus Gächter hat 28 Jahre im Bachfeld unterrichtet, 15 Skilager geleitet und mehr mit den Kindern unternommen als ein Grossteil der Lehrerschaft in Goldach. Ja, er ist ein Lehrer alter Schule mit Mängeln, jedoch geht er seiner Berufung mit viel Herzblut, Einsatz und Freude nach. Fast alle Kinder haben es ihm mit ihrer innigen Zuneigung gedankt. Da kommen uns die Zahlen 14 – 3 – 1 wieder in den Sinn. Vier Elternpaare haben für seine Absetzung gekämpft, aber nur ein Kind in der ganzen Klasse ging nicht gern bei ihm zur Schule. Also für wen haben die Eltern gekämpft, für ihr Kind oder doch eher für ihre eigene Genugtuung? Es bleibt zu hoffen, dass es in Goldach nicht Schule macht, laut klagenden Eltern sofort Recht zu geben und verdiente Lehrpersonen fallen zu lassen.

Marcel und Nadine Karg, Urs und Tamara Keller, Lucio und Cornelia Grassi und acht weitere betroffene Elternpaare

Schulpräsident Andreas Gehrig bestätigt auf Anfrage, dass die besagte Lehrperson bereits seit den Sommerferien nicht mehr als Klassenlehrer arbeitet. Der Primarlehrer wurde bis zu den Herbstferien freigestellt.

Schule nimmt zum Inhalt keine Stellung

«Uns ist diese Problematik schon seit längerer Zeit bekannt», sagt Schulpräsident Gehrig. Der Entscheid, den Lehrer künftig nicht mehr in seine Klasse zurückkehren zu lassen, sei kurz vor den Herbstferien gefallen. In personellen Fragen würden seitens der Bildungskommission folgenschwere Entscheidungen niemals leichtfertig getroffen. Man habe in dieser Angelegenheit professionelle Unterstützung durch den kantonalen Schulpsychologischen Dienst in Anspruch genommen. «Wir unterstützen die betroffene Lehrperson und helfen ihr, im Beruf wieder Fuss zu fassen», sagt Gehrig.

Zum Inhalt der Vorwürfe im Leserbrief nimmt Andreas Gehrig aus Diskretionsgründen keine Stellung. «Auch im Sinne des betroffenen Lehrers haben wir kein Interesse daran, das Ganze medial aufzubauen», sagt Gehrig. Bei den Vorwürfen im Leserbrief handle es sich um eine einseitige Sichtweise einiger Eltern.

Für wenig erfreulich hält Andreas Gehrig den Schluss des Leserbriefs: «Es bleibt zu hoffen, dass es in Goldach nicht Schule macht, laut klagenden Eltern sofort Recht zu geben und verdiente Lehrpersonen fallen zu lassen.» Wenn Eltern mit Missständen an die Schulleitung gelangen, müsse man diese ernst nehmen und ihnen nachgehen, so Gehrig. In seiner Tragweite handle es sich in der aktuellen Angelegenheit um einen Einzelfall.

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