Engagement
Projekt für mehr Nachhaltigkeit: St.Galler Kantischüler tauschen Kleider

Im Ergänzungsfach Nachhaltigkeit organisieren 19 Maturandinnen und Maturanden der St.Galler Kantonsschule am Burggraben einen Kleidertausch. Mit ihrer Aktion wollen sie Fast Fashion verhindern.

Markus Wigert
Drucken
Diese Maturandinnen organisierten den Kleidertausch an der Kanti am Burggraben mit.

Diese Maturandinnen organisierten den Kleidertausch an der Kanti am Burggraben mit.

Bild: Markus Wigert

Im Mensafoyer der Kanti am Burggraben sieht es an diesem Freitagabend aus wie in einem Modegeschäft. Volle Kleiderständer mit Pullovern, Jacken, T-Shirts und Röcken stehen dicht gedrängt. Frisch gewaschene Secondhand-Kleider warten darauf, ein zweites Leben eingehaucht zu bekommen und vor der Entsorgung verschont zu werden. «Fast Fashion soll mit unserer Kleidertausch-Aktion verhindert werden», sagt Leora Wissmann, eine Teilnehmerin des Ergänzungsfachs Nachhaltigkeit.

«Schnell und billig kaufen, zweimal tragen und wieder entsorgen, das ist nicht nachhaltig. Die Kantischüler sollten sich Gedanken machen über ihr Kaufverhalten und nachhaltig entscheiden.»

Martin Rotta, Geografielehrer am Burggraben und Leiter des Ergänzungsfaches Nachhaltigkeit, hält fest, dass die Idee zum Kleidertausch im Kreis der Lernenden geboren wurde. Nach dem Thementag «Mobilität der Zukunft» im April 2019 sei der Kleidertausch nun eine weitere Veranstaltung zum Thema Nachhaltigkeit.

«Die Kleider, welche heute Abend zurückbleiben, werden nach Abklärung der Bedürfnisse an vier verschiedene Institutionen verteilt», sagt Leora Wissmann, «an das Solidaritätshaus, an Endless Life, an ein Flüchtlingslager auf Lesbos und an Texaid.»

Politik und Menschen weltweit müssten sich anstrengen

Wenn man mit den Maturandinnen und Maturanden die Zukunftsaussichten in Bezug auf Nachhaltigkeit diskutiert, sind ihre Prognosen unterschiedlich. Die Palette reicht von vorsichtigem Optimismus bis zu eher eingetrübten Erwartungen. Der Grundtenor: Politik und Menschen weltweit müssten sich mächtig anstrengen, damit die Ziele der Pariser Klimakonferenz von 2015 erreicht werden können. Dort hatten sich die teilnehmenden Länder auf eine maximale Erderwärmung von 1,5 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts geeinigt.

«Viel Zeit haben wir nicht mehr»

Chiara Krummenacher betreut einen Tisch zum Thema Upcycling getragener Kleider. Sie sagt: «All zu viel Zeit haben wir nicht mehr. Eine Verhaltensänderung der Menschen müsste schnell passieren!» Upcycling verhilft alten Kleidern durch Bemalung, einnähen von Zierstreifen oder Collagen zu einem Mode-Upgrade und somit zu einem weiteren Lebenszyklus.

Ansteckenden Optimismus verbreitet Daniel Müller mit seiner stoischen Haltung: «Der Kleidertausch ist unser kleiner Beitrag zur Bekämpfung von Fast Fashion. Viele kleine Schritte führen schlussendlich zur Verbesserung der Umweltsituation.»

Aktuelle Nachrichten