Engagement
Der Circle féminin Rorschach hilft Menschen, die durch das soziale Netz fallen

Auch in der Region am See gibt es in Not geratene Familien oder Einzelpersonen, die am oder gar unter dem Existenzminimum leben. Wenn Geld gar für notwendigsten Anschaffungen fehlt, dann springen die Frauen von Circle féminin in die Bresche. Um helfen zu können, sind sie auf Spenden angewiesen.

Rudolf Hirtl
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Marina Bänziger (rechts) und Edgar Herzog übergeben den Check an Bettina Neff von Circle féminin Rorschach.

Marina Bänziger (rechts) und Edgar Herzog übergeben den Check an Bettina Neff von Circle féminin Rorschach.

Bild: Rudolf Hirtl

Schon bisher gab es in der Region Rorschach nicht wenige in Not geratene Familien oder Einzelpersonen, die am oder gar unter dem Existenzminimum leben. Die Coronapandemie und die damit zusammenhängenden wegfallenden Einkommen haben diese Situation weiter verschärft.

Wenn Geld gar für die notwendigsten Anschaffungen fehlt, dann springen die Frauen von Circle féminin Rorschach (CF) in die Bresche. Um helfen zu können, sind sie auf Spenden angewiesen.

Verantwortungsvoll mit den Spendengeldern umgehen

Das Geld wird denn auch dringend gebraucht, denn laut CF-Präsidentin Bettina Neff sind noch nie so viele Gesuche eingegangen wie vergangenes Jahr. Gesuche gelangen von Privatpersonen direkt oder über Sozialämter, Amtsvormundschaften und andere Institutionen zu Circle féminin. Nach Rücksprache wird an monatlichen Meetings entschieden, wo und wie geholfen werden kann.

Anspruch hat laut Bettina Neff jeder, der von den «üblichen» Anlaufstellen keine finanzielle Hilfe mehr zu erwarten hat und droht, durch das soziale Netz zu fallen. Neff sagt: «Wir sind allerdings unseren Gönnern und Spendern verpflichtet, nachhaltig zu agieren. Hinter jedem Franken Direkthilfe, den wir sprechen, müssen wir daher 200-prozentig stehen.»

Im CF-Vorstand sind zehn Frauen aktiv. Bei Anlässen wie beispielsweise dem Flohmarkt, die wichtigste Einnahmequelle, stehen den Frauen freiwillige Helferinnen und Helfer zur Seite. Als Herzensangelegenheit bezeichnet die Präsidentin die jährliche Weihnachtsaktion. Sozialämter aus der Region Rorschach übermitteln dabei Wunschzettel von Kindern und Erwachsenen an CF. Bettina Neff sagt:

«Es fällt auf, dass nicht mehr wie früher hauptsächlich Spielsachen gewünscht werden, sondern wintertaugliche Kleider und Schuhe sowie Schreibutensilien.»

Zwischen 300 und 350 Päckli werden jeweils verteilt.

Mir war vor meiner Mitarbeit bei CF gar nicht bewusst, dass wir unmittelbar vor unsere Haustüre so viele Menschen haben, die darauf angewiesen sind, dass sich andere Menschen für sie einsetzen. So sei es beispielsweise nicht allen Familien möglich, ihren Kindern für obligatorische Schullager Wanderschuhe zu kaufen. Grundsätzliche seien die Ansprüche der Gesellschaft gestiegen. So sei die Schule für Kinder ohne Laptop kaum mehr zu bewältigen.

Vertreter der Kantonalbank zeigt sich beeindruckt

Die St.Galler Kantonalbank (KB) engagiert sich seit Jahren mit einer Weihnachtsspende an zwanzig Vereine oder Institutionen für das regionale, soziale Gefüge. Diese erhalten jeweils 500 Franken. «Es ist beeindruckend zu hören, wie sich Circle féminin für die Ärmsten einsetzt. Wir haben dieses Jahr zweifellos eine gute Wahl für unsere Spende getroffen», sagt Edgar Herzog von der KB-Niederlassung in Rorschach bei der kürzlichen Checkübergabe. Er könne sich vorstellen, dass Circle féminin bei der KB-Spende erneut berücksichtigt werde.

Der Circle féminin wurde 1995 von einer Gruppe von Frauen gegründet. Drei Jahre später entstand der gleichnamige konfessionell und politisch neutrale Verein mit Sitz in Rorschach. Zusätzliche Informationen zum Verein gibt es unter www.cfrorschach.ch.