«Endlich geht's vorwärts»: In Gossau ist die Hoffnung gross, dass nun bald die Bagger auf der Sommerau auffahren

Der Stadtpräsident und die Spitzen der politischen Parteien und Fraktionen äussern sich positiv zum Verkauf der Sommerau durch die Migros an die Aepli Metallbau AG. Die SP hat aber auch Forderungen.

Daniel Wirth
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Das Land in der Sommerau misst knapp 100000 Quadratmeter, knapp ein Viertel davon muss Grünfläche bleiben. (Bild: Urs Bucher (9. Mai 2019))

Das Land in der Sommerau misst knapp 100000 Quadratmeter, knapp ein Viertel davon muss Grünfläche bleiben. (Bild: Urs Bucher (9. Mai 2019))

Die Aepli Metallbau AG hat der Migros Ostschweiz knapp 100 000 Quadratmeter Land in der Sommerau im Westen von Gossau abgekauft. Land, das in der Industrie- und Gewerbezone liegt. Land, das von Unternehmen, die expandieren oder sich in Gossau ansiedeln wollen, stark nachgefragt wird.

«Ich habe Freude, dass Luft ins System kommt», sagt Stadtpräsident Wolfgang Giella. Was meint er damit? Die Mitglieder der Handels- und Industrievereinigung (HIG) und des Gewerbevereins klagten immer wieder, sie fänden in Gossau kein Bauland. Mit dem Kauf der Sommerau durch Roman Aepli werde nun viel Land zur Überbauung frei. Und wenn Firmen aus dem Zentrum in den Westen expandierten, gebe es auch in der Stadt selbst wieder mehr Luft, sagt Giella.

«Einfach super!»: Mit diesen Worten kommentiert Markus Mauchle, Präsident der HIG Gossau, die jüngste Entwicklung in der Sommerau. Er habe Freude, dass mit der Aepli Metallbau AG ein Mitglied der HIG sich im Gebiet Sommerau entwickeln könne und erst noch Bauland an weitere ortsansässige Betriebe verkaufe, sagt Mauchle. Er sei zudem sicher, dass die Migros die Erschliessung des Landes professionell vorbereitet habe.

FDP-Fraktionspräsident: «Endlich geht’s vorwärts»

Sandro Contratto, Präsident der FDP-Fraktion im Stadtparlament Gossau, sagt, es sei gut, dass mit Aepli jetzt ein Einheimischer die Sommerau gekauft habe. Er sei froh, dass es nun endlich vorwärtsgehe, sagt der Freisinnige. Wichtig sei, dass neben der geplanten neuen Aepli-Fabrik noch Land für weitere Unternehmen bleibe, die expandieren wollten.

Er habe bei der Aepli Metallbau AG die «Stifti» gemacht, sagt Andreas Oberholzer, Präsident der SVP Gossau-Arnegg. Er findet es eine gute Sache, dass eine alteingesessene Gossauer Firma in der Sommerau expandieren und Arbeitsplätze sichern und neue schaffen könne, sagt Oberholzer. Es sei ein Wahnsinn, dass neun Jahre nichts gelaufen sei im Westen der Stadt, in einer Zeit, in der das Gewerbe und die Industrie so dringend Bauland benötige.

Wie Contratto von der FDP ist auch Oberholzer zuversichtlich, dass die Bagger bald auffahren werden, wie er sagt. Der SVP-Präsident spricht die Erschliessung der Sommerau an. Oberholzer bringt die Westspange ins Spiel, eine Idee, die von der SVP immer wieder angesprochen wird, wenn es um die Verkehrsentlastung geht.

Wie das Gebiet erschlossen werden soll – daran scheiden sich die Geister. Ruedi Blumer, Präsident der SP Gossau-Arnegg, gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass nicht nur an Lastwagen und Autos gedacht werde, sondern auch an den Langsamverkehr und den öffentlichen Verkehr. Zur Erschliessung gehört auch eine Fussgänger-Überführung von der Bischofszellerstrasse über die Bahnlinie in die Sommerau. Bei der Planung dieser Überführung muss gemäss SP auch an die Velofahrer gedacht werden.

SP-Präsident: «ÖV und Velofahrer nicht vergessen»

Der SP-Präsident fordert auch eine Bushaltestelle Sommerau und nach Möglichkeit auch eine neue Haltestelle für Züge auf der Strecke Gossau-Sulgen. Grundsätzlich sei das Entwicklungsgebiet Sommerau im Westen an der Autobahn A1 am richtigen Ort, sagt Blumer. Allerdings, räumt er ein, wäre es viel schneller gegangen im Gebiet Moosburg, das der Stadtrat und die SP Anfang dieses Jahrzehnts umzonen wollten, was von den Stimmberechtigen aber abgelehnt worden ist.

Der Sozialdemokrat blickt aber nicht nur kritisch zurück, sondern auch zuversichtlich nach vorne: Er hat Vertrauen in Aepli, wie er sagt. Mit ihm nehme die lange Leidensgeschichte eine Wende zum Positiven. «Endlich», sagt Blumer, dessen Meinung sich mit derjenigen von Florian Kobler, dem Präsidenten der SP-Fraktion im Stadtparlament, deckt.

Flig-Präsident: «Migros soll noch mehr Land verkaufen»

Für Christian Schlegel, Präsident der Freien Liste Gossau (Flig), ist die jüngste Entwicklung in der Sommerau ebenfalls eine gute Sache, wie er sagt. Falls die Migros Ostschweiz in Gossau noch mehr Baulandreserven habe, und davon gehe er aus, solle sie sich gleich verhalten wie bei der Sommerau und die Parzellen veräussern statt horten, sagt Schlegel. Städteplanerisch sei es richtig, dass das Gebiet im Westen der Stadt entwickelt werde. Auch Schlegel begrüsst, dass mit Roman Aepli ein Einheimischer neuer Grundeigentümer ist.

Ins gleiche Horn stösst Elmar Hardegger, Präsident der CVP Gossau-Arnegg. Ein einheimischer Unternehmer ticke anders als Manager, die nicht mit der Region verwurzelt seien, sagt Hardegger. Das schaffe Vertrauen. Der Christlichdemokrat ist froh, wie er sagt, dass das Land nun für expandierende Gossauer Unternehmen frei werde.

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