«Eltern haben eine Vorbildfunktion» – Was Passanten zum geforderten Rauchverbot auf Spielplätzen sagen

Viele Eltern begleiten ihre Kinder auf den Spielplatz. Raucherinnen und Raucher gönnen sich dabei gerne eine Zigarette. Eine Anwohnerin des Waldaupärklis im Lachen-Quartier ärgert sich über liegengebliebene Zigarettenstummel und verlangt ein Rauchverbot . Bei einer Umfrage äussert sich die Bevölkerung unterschiedlich zu diesem Vorschlag.

Jessy Nzuki, Aliena Trefny
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Luzia Osterwalder, 58, Naturheilpraktikerin, St.Gallen

Es werden ja wohl nicht die Kinder sein, die auf dem Spielplatz rauchen, sondern die Eltern. Deswegen sollte es auch in ihrer Verantwortung liegen. Mich selbst stört es, wenn ich von Zigarettenrauch umgeben bin – am liebsten wäre mir, wenn nirgends geraucht würde. Besser als ein Verbot wäre, das Bewusstsein der Erwachsenen zu schärfen.

Yannic Krüsi, 23,
Student, Lichtensteig

Ein Verbot unterstütze ich. Wenn Raucherinnen und Raucher ihre Zigarettenstummel einfach so auf den Boden werfen, spielen die Kinder damit. Es kann ja sonst überall geraucht werden. Die Frage ist, ob Raucher das Verbot auch einhalten würden. Auch am Bahnhof liegen Zigaretten herum, obwohl es dort wirklich überall Aschenbecher gibt.

Heschmat Barsandscheh, 57,
Lehrer, Zürich

Zu einem Verbot sage ich ja. Dass sich Rauchen auf Spielplätzen nicht gehört, sollte die Regel sein. Den Eltern ist das Wohl des Kindes weniger wert als das Rauchen; gegen dieses Verhalten sollte man vorgehen. Ich bin aber nicht für Kontrolle. Das Gewissen der Eltern spielt eine grosse Rolle. Die Eltern können ausserhalb des Spielplatzes rauchen.

Walter Schmid, 70,
Rentner, St.Gallen

Ein Rauchverbot ist heftig. Man kann auch zu viel verbieten. Es werden wohl nicht Erzieher und Kindergärtner sein, die um ihre Schützlinge herum rauchen. Die Eltern sind selber schuld, man muss nicht noch Verbotstafeln aufstellen. Da sollte man liberal sein: Ich gehe davon aus, dass Eltern die Verantwortung für ihren Nachwuchs selbst tragen können.

Monique Muchenberger, 77,
Rentnerin, St.Gallen

Ich bin gegen das Rauchen auf Spielplätzen. Man kann es nicht überall verbieten, aber wenn schon am Bahnhof ein Rauchverbot gelten soll, dann erst recht auf Kinderspielplätzen. Es gehört zu guten Manieren, dass man an solchen Orten nicht raucht. Eigentlich ist es traurig, dass man alles verbieten muss. Der Mensch sollte doch von sich aus vernünftig sein.

Joana Kaddur, 34,
Primarlehrerin, Teufen

Es liegt in der Eigenverantwortung der Eltern. Das ist ein liberaler Grundgedanke: Jeder muss selber wissen, wie er damit umgeht. Meiner Erfahrung nach rauchen auf Spielplätzen nicht wirklich viele Leute. Aber die vielen Zigarettenstummel auf dem Boden sind wirklich nicht okay. Es hat überall Abfallkübel, um sie korrekt zu entsorgen.

Tamara Diethelm, 21,
Hausfrau, St.Gallen

Eltern haben eine Vorbildfunktion: Das Kind schaut sich ihr Verhalten ab. Ich will nur das Beste für mein Kind. Selber würde ich nie in der Nähe meines Kindes eine Zigarette anzünden. Ein Raucher soll doch mit seinem Kind spielen, vielleicht vergisst er dann seine Sucht für den Moment oder hört zum Wohle des Nachwuchses sogar damit auf.

Roman Aemisegger, 25,
Student, Grabs

Es liegt in der Verantwortung der Eltern. Grundsätzlich sind Spielplätze öffentliche Plätze und da kann man kein Verbot verhängen. Kinder gibt es auch an anderen Orten. Überall kann man das Rauchen nicht verbieten. Auf Pausenplätzen gilt ja schon ein Rauchverbot, deshalb könnte man auf den Spielplätzen eine separate Zone für Raucher einrichten.

Tonja Merz, 15,
Schülerin, St.Georgen

Es sollte normal sein, dass man auf Spielplätzen nicht raucht. Ich verstehe nicht, wie man Zigarettenstummel einfach in die Natur schmeissen kann. Es hat genügend Abfallkübel. Ein Verbotsschild würde ich nicht aufstellen. Ein Hinweis, der darauf aufmerksam macht, hier möglichst auf das Rauchen zu verzichten und Stummel zu entsorgen, wäre besser.