Eislaufen am Rorschacher Hafenbahnhof trotz Corona?: Die Veranstalter der Eisarena geben die Hoffnung nicht auf

Der Sankt Galler Eiszauber ist abgesagt. Schon um einiges länger gibt es die Eisarena Rorschach. Doch was wird im Coronajahr aus ihr?

Rudolf Hirtl
Merken
Drucken
Teilen
Noch ist offen, ob die Eisarena Rorschach im kommenden Winter erneut am Seeufer stehen wird.

Noch ist offen, ob die Eisarena Rorschach im kommenden Winter erneut am Seeufer stehen wird.

Bild: Michel Canonica (Januar 2020)

Trotz der Corona-Lockerungsmassnahmen rund um Grossveranstaltungen bleibt die Unsicherheit bei Veranstaltern gross. Weil die Vorausplanung von Grossevents erschwert ist, haben die Macher des Sankt Galler Eiszaubers bereits die Absage dieses Events bekannt gegeben. Die Winter-Märchenlandschaft mit Schlittschuhwegen, Eisfeldern und Alp-Chalet hatte in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche Besucherinnen und Besucher angelockt.

Tanja Alismeno vom Netzwerk Rorschach.

Tanja Alismeno vom Netzwerk Rorschach.

Bild: red

Der Vorreiter des Eiszaubers ist jeweils im Januar/Februar am Bodensee zu finden. Bereits zum siebten Mal realisierte der Verein Netzwerk Rorschach die Eisarena am Seeufer in der Nähe des Hafenbahnhofs. Und das mit riesigem Erfolg. «Noch nie hatten wir so viele auswärtige Besucher, vor allem aus der Stadt St.Gallen, wie dieses Jahr», sagte Tanja Alismeno vom Netzwerk im Februar. Das Wetter habe mitgespielt und besonders viele Besucher in die Arena am See gelockt, obwohl gleichzeitig der Eiszauber in der Hauptstadt stattfand.

Definitive Entscheidung fällt am 24. September

Für Alismeno und ihre Crew war nach der Saison denn auch klar: «Wir sind auch nächstes Jahr mit viel Herzblut dabei und setzen alles daran, dass die Eisarena wieder stattfinden kann.» Nun, fünf Monate später, gibt sie sich aus verständlichen Gründen zurückhaltender, was eine neuerliche Austragung betrifft.

«Wir spielen mit dem Gedanken, die Eisarena wieder auf die Beine zu stellen. Doch aufgrund der Covid-19-Pandemie ist dies eine grosse Herausforderung», sagt sie.

«Mir persönlich würde es wehtun, wenn wir die Eisarena absagen müssten. Vor allem wegen der vielen Kinder, die wir damit enttäuschen würden.»

Die Vereinsmitglieder müssen laut Tanja Alismeno nun erst besprechen, ob überhaupt und wie die Eisarena durchgeführt werden könnte. «Vielleicht finden wir einen Weg trotz der anspruchsvollen Ausgangslage. Nach der Hauptversammlung vom 24. September wissen wir mehr.»

Der Anlass hat mittlerweile seinen fixen Platz im Veranstaltungskalender am See. Tanja Alismeno wird denn auch das ganze Jahr über von Leuten darauf angesprochen, die wissen wollen, wann es wieder losgeht. «Nun, mit dem Coronavirus, hat sich die Fragestellung geändert», räumt sie ein. Die Leute würden ihre Sorge äussern, ob der Anlass überhaupt stattfinden dürfe. Was grundsätzlich der Fall sei, wenn die Auflagen erfüllt würden.

Engagement mit dem Carl-Stürm-Preis ausgezeichnet

Rot-weiss karierte Tischdecken, viel Holz und Felldecken, dazu geschmolzener Käse und Weisswein: Nicht mehr wegzudenken bei der Eisarena ist auch das Fondue-Chalet, das Alexander Kleger im Jahr 2015 erstmals auf die Beine gestellt hat. Die beinahe 50 Tonnen schwere Almhütte wird jeweils aus Niederbayern in Einzelteilen an den Bodensee transportiert und dort zusammengebaut. Ginge es nach ihm, so Kleger, würde alles stattfinden. Doch selbstverständlich müssten verschiedenste Faktoren stimmen und mitspielen. So sei es derzeit beispielsweise nicht einfach, Sponsoren zu finden. Auch Kleger verweist auf die HV, an der die Weichen gestellt würden.

Die beinahe 50 Tonnen schwere Almhütte wird jeweils aus Niederbayern nach Rorschach gebracht - in Einzelteilen.

Die beinahe 50 Tonnen schwere Almhütte wird jeweils aus Niederbayern nach Rorschach gebracht - in Einzelteilen.

Bild: Rudolf Hirtl

Wie wertvoll die Arbeit des Vereins Netzwerk Rorschach ist, zeigt sich auch darin, dass er 2018 mit dem Carl-Stürm-Preis ausgezeichnet wurde. Die Preisträger tragen nach Ansicht des Stiftungsrates viel zur Ausstrahlung der Region Rorschach bei, und dies in einer Jahreszeit, in der sonst in Rorschach wenig los sei. Von Dezember bis Januar würden die vielen Helferinnen und Helfer des Vereins Aktivitäten auf die Beine stellen, welche die Stadt weit über die Region hinaus zum beliebten Ausflugsziel machen würden.