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Nachfolge für Rorschachs Stadtpräsident: Einzig die SVP schweigt

Nach der Rücktrittsankündigung des Rorschacher Stadtpräsidenten Thomas Müller regen sich die lokalen Parteien. Der SP droht eine Zerreissprobe.
Martin Rechsteiner, Jolanda Riedener
Wer nach Thomas Müller ins Rathaus einziehen will, liegt noch im Dunkeln. (Bild: Urs Bucher)

Wer nach Thomas Müller ins Rathaus einziehen will, liegt noch im Dunkeln. (Bild: Urs Bucher)

Rorschachs Stadtpräsident tritt auf Ende 2019 vorzeitig zurück. Das hat Thomas Müller (SVP) vor knapp drei Wochen in einem Interview mit dem «Tagblatt» bekannt gegeben. Im kommenden Jahr werde er 67 Jahre alt, da sei es an der Zeit, etwas kürzer zu treten, so Müller. Seither halten sich mögliche Nachfolger bedeckt. Man wolle erst den offiziellen Rücktritt von Müller abwarten, so der Tenor.

Auch die Spitzen der Rorschacher Parteien nennen noch keine Namen; untätig sind sie dennoch nicht. Nach der Bekanntgabe von Müllers Rücktritt haben sich zum Beispiel die Rorschacher CVP und FDP zusammengesetzt. Die Mitte-Parteien wollen demnächst auch zu einem runden Tisch einladen und hoffen auf die Teilnahme sämtlicher anderen Parteien. Aber auch der Gewerbeverein, das Netzwerk Rorschach sowie der Verein Rorschach Plus sind gemäss Marcel Müller, Präsident der FDP Rorschach, dazu eingeladen. «Es geht nicht um Köpfe, sondern um eine Richtung», betont Müller. Kandidaten zu präsentieren, sei nicht das Ziel dieses Treffens. «Wir sehen hier keine Eile», sagt Müller. Man wünsche sich jemanden für das Amt, hinter dem eine breite Mehrheit der politischen Kräfte in Rorschach stehen könne.

Solange der Stadtpräsident seinen Rücktritt nicht offiziell bekannt gegeben habe, sei es sowieso schwierig, das weitere Vorgehen zu planen, ist sich Ruth Belz, Präsidentin der CVP Rorschach, sicher. «Wir wollen sorgfältig vorgehen und möglichst alle einbeziehen, um eine gute Nachfolge zu finden», sagt Belz. «Wir wollen gemeinsam nach einer Lösung suchen, die der Stadt Rorschach den grösstmöglichen Nutzen bringt.»

SVP will erst zusammensitzen

Noch wenig zu erfahren gibt es von Thomas Müllers Partei, der SVP. Die Präsidentin der Kreispartei Rorschach, Sabina Revoli, war gestern für eine Auskunft nicht erreichbar. Helen Keller-Müller, Präsidentin der SVP-Ortspartei Goldach, aber ebenfalls in der Kreispartei Rorschach engagiert, sagt: «Wir wollen uns noch nicht zu diesem Thema äussern.» Es sei zu früh für Aussagen zu einem allfälligen Wahlkampfengagement der SVP oder gar zu möglichen Kandidaten. Die erste Sitzung der Kreispartei nach den Sommerfeiern stehe noch bevor. «Dort werden wir das Thema erstmals ausführlich behandeln.»

Etwas konkreter äussern sich die Grünliberalen. Theo Knaus, Präsident der GLP Kreis Rorschach, sagt: «Die Suche nach einem Kandidaten aus unseren Reihen läuft zwar, die Chance, dass wir jemanden finden werden, ist jedoch gering.» Für Knaus ist die Parteizugehörigkeit von Thomas Müllers Nachfolge ohnehin nicht das Wichtigste. «Wir sind diesbezüglich offen. Es geht um die Person, nicht um die Partei.» Eigentlich sei es einfach: Er wünsche sich jemanden, der nicht so sei wie Müller. «Ich will seine Arbeit nicht kritisieren, er hat viel getan für Rorschach. Aber wir hoffen, dass mit seiner Nachfolgerin oder seinem Nachfolger eine konstruktivere Zusammenarbeit möglich ist.» Unter den amtierenden Rorschacher Stadträtinnen und Stadträten befinde sich kein Favorit der GLP. «Keiner von ihnen ist auf unserer Linie. Das gilt natürlich auch für den immer wieder genannten SVP-Mann Michael Götte.»

Ebenso, und das ist keineswegs überraschend, werden auch die Grünen der Region Rorschach keinen Kandidaten stellen. «Wir haben eine zu schmale Basis», sagt Vorsteher Richard Faust. Auch er sei nicht unglücklich über Müllers baldigen Abgang. «Wir freuen uns auf einen politischen Wechsel», sagt Faust. «Aus unserer Sicht kommen dafür wohl am ehesten Kandidaten der SP in Frage. Mit der Partei werden wir auf jeden Fall besprechen, ob und inwiefern es Möglichkeiten einer Zusammenarbeit gibt.»

Machtkämpfe verhindern

Das Problem des Kandidaten-mangels hat die SP Rorschach Stadt am See jedenfalls nicht. Aus ihren Reihen stammen gleich mehrere der oft genannten möglichen Kandidaten. Diese Tatsache macht es für die derzeit wählerstärkste Partei in der Hafenstadt aber nicht unbedingt einfacher: «Das hat natürlich eine gewisse interne Sprengkraft», sagt Präsident Peter Buschor. Machtkämpfe innerhalb der SP will er um jeden Preis verhindern. «Wichtiger als das Präsidentenamt ist für uns, dass sich die Partei aufgrund der Wahl nicht spaltet.» Aussichtsreiche Kandidaten seien sicher der amtierende Stadtrat Guido Etterlin und der ehemalige Kantonsrat Felix Gemperle. «Sie sind aber nicht die einzigen. Es darf und soll sich jedes interessierte Parteimitglied melden. Wir beginnen bald mit den Vorbereitungen für den Wahlkampf.»

Ebenfalls befragt wurde gestern Nachmittag die EVP der Region Rorschach. Die Antwort stand bis Redaktionsschluss aber noch aus.

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