Einmal selbst im Bagger sitzen: Teenager lernen Berufe in Rorschacherberg näher kennen

Jugendliche haben am Berufsforum Rorschacherberg 17 Betriebe aus der Region kennen gelernt.

Lisa Wickart
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Julian schaut sich den Beruf des Landschaftsgärtners an.

Julian schaut sich den Beruf des Landschaftsgärtners an.

Lisa Wickart

Coiffeur oder Landschafts­gärtner – zwei Berufe, die nicht viel gemeinsam haben. Für Julian Richvalsky spielt das keine Rolle. Der 13-Jährige kann sich vorstellen, einen dieser beiden zu erlernen: «Ich kann mich aber noch nicht entscheiden, was mir besser gefällt», sagt er. Um dies herauszufinden, besucht er das Berufs­forum in Rorschacherberg. Am Samstag haben sich 17 Betriebe aus der Region mit Infoständen und Vorträgen um potenzielle Schnupperstifte und Lehrlinge bemüht. Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Oberstufe konnten Berufe kennen lernen und in Workshops selbst Hand anlegen.

So auch Julian. Mit grossen Augen hält der Sekundarschüler eine Motorsäge in der Hand und lässt sich zeigen, wie er damit umgehen soll. Seine Mutter schaut ihm zu: «Endlich sieht er mal, wie die Arbeit eines Landschaftsgärtners aussieht», sagt Bernadette Richvalsky. Am Berufsforum sei es für Jugendliche einfach, erste Einblicke zu bekommen. «Und vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, dass er von einem Betrieb zum Schnuppern eingeladen wird», sagt sie.

Das Elternforum Rorschacherberg hat das Berufsforum bereits zum achten Mal organisiert. Dilvin Toptas vom Elternforum zeigt sich zufrieden: «Wir sind froh, dass so viele Betriebe zugesagt haben.» So würden die Jugendlichen erste Kontakte zum regionalen Gewerbe knüpfen. Wie oft dieser Kontakt am Berufsforum wirklich zu einer Lehrstelle geführt hat, kann Dilvin Toptas nicht sagen: «Es gab es sicher schon, dass Jugendliche danach zum Schnuppern angerufen haben.»

Zwei neue Lehrlinge gefunden

Eine konkretere Antwort gibt Paul Christiger. Der Präsident des Schweizerischen Baumeisterverbandes des Sektors Rorschach nimmt seit einigen Jahren am Berufsforum teil. «Letztes Jahr konnten wir zwei neue Lehrlinge gewinnen, die wir hier kennen gelernt haben», sagt er. Auch dieses Mal hätten einige Jugendliche Interesse gezeigt. Armin Hösl ist zum dritten Mal dabei. Der Pflegeleiter des Goldacher Pflegeheims Pelago schätzt, dass er die Jugendlichen in ihrem gewohnten Umfeld erreichen kann: «Die Hemmschwelle ist grösser, wenn sie für einen Einblick extra im Pflegeheim vorbeikommen müssen.» Am Infostand des Pelago steht auch die 12-jährige Lora Bajra. «Ich finde es gut, dass man so einfach mehr zu den Lehrstellen herausfinden kann», sagt sie. Die Schülerin hat sich die Berufe Architektin und Informatikerin angeschaut. Letzteres kann sie nun nach dem Rundgang ausschliessen: «Ich weiss jetzt, dass den ganzen Tag am PC zu sitzen nichts für mich wäre.» Auch Davud Muric hat sich mehrere Berufe angeschaut, aber Automobilfachmann gefällt ihm am besten. Er findet es interessant zu erfahren, was man für welche Ausbildung mitbringen muss und worauf geachtet wird. Stress, eine Lehrstelle zu finden, habe er jedoch noch nicht: «Ich bin erst in der ersten Oberstufe, ich habe ja noch Zeit.»