«Einige haben selbst Hand angelegt» - Coiffeuse kann nach Corona endlich ihren Salon in Waldkirch eröffnen und muss Fehler ihrer Kunden ausbaden

Wegen Corona musste die Waldkircherin Damiana Caputo sechs Wochen lang warten, bis sie ihren Salon Dacapo eröffnen konnte. Dafür sehnten sich dann nach der Lockerung der Massnahmen alle nach einem neuen Haarschnitt.

Leoni Noger
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Damiana Caputo muss sich nach der Neueröffnung in Waldkirch mit Schutzmasken arrangieren.

Damiana Caputo muss sich nach der Neueröffnung in Waldkirch mit Schutzmasken arrangieren. 

Ralph Ribi

Der Salon Coiffure Dacapo hat eine neue Adresse: Die 43-jährige Damiana Caputo zügelte ihr Geschäft von St.Gallen Winkeln an ihren Wohnort Waldkirch. Die Abstellkammer im Erdgeschoss ihres Hauses wurde zu einem hellen, einladenden Salon umgebaut und ein schöner Apéro sollte die Neueröffnung einläuten.

«Es kitzelt einen schon in den Fingern, endlich loszulegen, wenn alles neu eingerichtet ist», sagt die gebürtige Süditalienerin. Am ersten April sollte es so weit sein, doch die Corona-Pandemie verzögerte die Neueröffnung um sechs Wochen. Der Apéro musste ausfallen.

«Es war für mich ein Riesenschock, als es hiess, dass Coiffeure nicht arbeiten dürfen»

«Ich werde immer ins kalte Wasser geworfen», sagt Caputo. So ging es ihr auch, als sie schon mit 22 Jahren ihren ersten eigenen Salon übernehmen konnte. Nun hat Caputo zwar jahrzehntelange Berufserfahrung, doch die Coronaauflagen machen den Neuanfang zu einer grossen Herausforderung.

Auch mit Maske eine Beziehung zu Kunden aufbauen

Nur bei der Begrüssung bleibt die Maske weg.

Nur bei der Begrüssung bleibt die Maske weg.

Ralph Ribi
«Es war ein ganz komisches Gefühl, mit diesen Schutzmasken anzufangen»

In der Coiffeure-Branche ist die persönliche Beziehung zum Kunden neben der Arbeitsqualität ausschlaggebend. Unter der Maske sei die Mimik der Kunden aber kaum zu sehen, was das Kennenlernen erschwert.

Die zweifache Mutter legt deshalb Wert darauf, den neuen Kunden wenigstens beim Empfang kurz ohne Maske zu begegnen. «Bisher hat es immer geklappt, auch so eine Beziehung aufzubauen. Ich brauche einfach viel Fingerspitzengefühl und muss genau auf die Körperhaltung und die Augen achten», sagt sie.

Haarexpirmente der Kunden ausbügeln

Die ersten Wochen nach der Neueröffnung waren intensiv. Viele ihrer Kunden, Männer, Frauen sowie Kinder, wollten schnellstmöglich einen Termin. «Ich glaube, der Virus hat vielen Leuten gezeigt, wie wichtig unser Job eigentlich ist», sagt die Coiffeuse lachend.

«Einige haben während der Zeit zu Hause selbst Hand an ihre Haare gelegt. Was ich teils seit der Neueröffnung an Farbexperimenten und Haarschnitten flicken und ausbaden musste, war sehr interessant.»

Auch wenn die Hygienemassnahmen viel Aufwand bedeuten, die Schutzmasken beim Schneiden lästig sind und das IPad die Frisurenhefte ersetzt, hat sich die 43-Jährige gut eingelebt.

Der Lockdown hatte auch sein Gutes: Damiana Caputo hatte die Zeit, Online-Weiterbildungen zu belegen und ihre eigene Website zu gestalten. «Dort habe ich auch alle meine Schutzmassnahmen aufgeführt. Vor allem Kunden der Risikogruppe schätzen es sehr, dass ich sie einzeln empfange und Wert auf die Hygiene lege.»