Einfache Anfrage
Stadtparlamentarier fordert, dass die Pandemiemassnahmen in den Gossauer Altersheimen überprüft werden

In den vergangenen Monaten haben auch die Gossauer Altersheime zahlreiche Massnahmen ergriffen, um ihre Bewohnerinnen und Bewohner vor der Coronapandemie zu schützen. Werner Bischofsberger (SP) will, dass die einzelnen Massnahmen nun analysiert und beurteilt werden. In den Gossauer Heimen sei eine beängstigende Anzahl an Menschen gestorben.

Perrine Woodtli
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Die Gossauer Altersheime und deren Bewohnerinnen und Bewohner wurden teilweise schwer von der Coronapandemie getroffen.

Die Gossauer Altersheime und deren Bewohnerinnen und Bewohner wurden teilweise schwer von der Coronapandemie getroffen.

Michel Canonica (Gossau, 11. November 2020)

Seit über einem Jahr beherrscht das Coronavirus den Alltag in der Schweiz. Isolation, Besuchsverbot, Infektionen und Todesfälle: Stark von der Pandemie betroffen sind seit Beginn unter anderem die Altersheime. Über diese macht sich der Gossauer Stadtparlamentarier Werner Bischofberger Gedanken. Der SP-Politiker hat dem Stadtrat kürzlich eine Einfache Anfrage eingereicht. In dieser fordert Bischofberger, die Pandemiemassnahmen in den Gossauer Altersheimen zu überprüfen.

Man lebe nun seit einem Jahr mit dem Coronavirus, schreibt Bischofberger in seinem Vorstoss. Ein Teil der am stärksten bedrohten Gruppe lebe in den Altersheimen. «Es wurde versucht, diese Gruppe mit verschiedenen Massnahmen vor Ansteckungen zu schützen», so Bischofberger.

«Was in der ersten Welle noch zu gelingen schien, ist zum Ende des Jahres 2020 misslungen.»

Nötige Schlüsse für den weiteren Verlauf der Pandemie ziehen

Dieser Eindruck sei jedenfalls entstanden, schreibt Bischofberger, wenn man die Anzahl der Todesanzeigen in den Zeitungen beachtet habe. Seitenweise seien Todesfälle angezeigt worden. Aus Gossau seien überaus viele Fälle gemeldet worden. Eine «beängstigende Anzahl» der Verstorbenen habe in Altersheimen gelebt.

Werner Bischofberger, SP-Stadtparlamentarier Gossau.

Werner Bischofberger, SP-Stadtparlamentarier Gossau.

PD

Bischofberger schreibt: «Es geht mir mit dieser Anfrage ausschliesslich darum, dass gewährleistet ist, dass die getroffenen Massnahmen und deren Wirkungen eingehend geprüft, überdacht und beurteilt werden.» Es sei unbedingt notwendig, die nötigen Schlüsse zu ziehen, um die weitere Entwicklung der Pandemie zu kontrollieren.

Man müsse die gemachten positiven Erfahrungen mit bestimmten Massnahmen begründet festhalten, heisst es weiter. Bei einer «hoffentlich in weiter Ferne liegenden ähnlichen Situation» könne dann auf die Erfahrungen dieser Pandemie zugegriffen werden. So könne auch die am meisten gefährdete Gruppe aufgrund von erprobten Massnahmen von Anfang an besser geschützt werden.

Wer ist für die Aufsicht zuständig?

Der SP-Stadtparlamentarier stellt dem Gossauer Stadtrat in seiner Einfachen Anfrage einige Fragen. Bischofberger will wissen, welche Stellen für die Aufsicht des öffentlichen Alters- und Pflegeheims zuständig sind und welche für die privaten Heime. Weiter will er erfahren, welche Aufsichtspflichten die Stadt Gossau gegenüber den Gossauer Altersheimen zu leisten hat.

Werner Bischofberger fragt zudem, wie die Stadt dazu beitragen kann, dass die Pandemiemassnahmen der Altersheime überprüft werden und somit die «beste Vorgehensweise» für die Zukunft festgelegt wird. Weiter will er vom Stadtrat wissen, was die Stadt Gossau tun kann, damit die Altersheime positive Erfahrungen austauschen und so voneinander profitieren – zu Gunsten der Bewohnenden.