«Eine solche Situation hat es ausserhalb der Coronakrise bislang nicht gegeben»: Stadt Gossau muss zwei Verstorbene wegen zu wenig Platz in einem Kühlraum zwischenlagern

Vor zwei Wochen hatte es im Gossauer Friedhofsgebäude Hofegg keinen Platz mehr für weitere Verstorbene. Deshalb musste die Stadt zwei Särge in einem Kühlraum zwischenlagern. Das sei nun zum ersten Mal passiert, sagt der Gossauer Kommunikationsbeauftragte Urs Salzmann.

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Einer der fünf kürzlich sanierten Aufbahrungsräume.

Einer der fünf kürzlich sanierten Aufbahrungsräume.

Bild: Michel Canonica (5. Mai 2020)

(nat) Weil sie zu wenig Platz hatten, musste die Stadt Gossau vor zwei Wochen zwischenzeitlich zwei Särge vom Friedhofsgebäude Hofegg in einem Kühlraum einlagern. Der Gossauer Kommunikationsbeauftragte Urs Salzmann bestätigt dies auf Anfrage von FM1Today. Salzmann sagt:

«Eine solche Situation hat es ausserhalb der Coronakrise bislang nicht gegeben.»

Doch an diesem Wochenende seien mehr Menschen gestorben, als es Platz für Särge habe. Das kürzlich sanierte Friedhofsgebäude Hofegg verfügt über fünf Aufbahrungsräumen. Hinzu kommen vier Plätze in einer Kühlzelle für Verstorbene, die nicht aufgebahrt werden, wie das Onlineportal berichtet.

Angehörige wurden nicht informiert

Das Gossauer Bestattungsamt konnte für die zwei Särge rasch eine Lösung finden. Die Angehörigen der Verstorbenen seien über die Zwischenlagerung in einem Kühlraum nicht informiert worden. «Das ist ein ganz gewöhnliches Vorgehen. Der Aufenthaltsort von Leichnamen, die nicht aufgebahrt werden, wird nicht kommuniziert», sagt Salzmann dazu.

Stephanie Hutter, Leiterin des St.Galler Zivilstandsamtes, hält fest, dass die St.Galler Stadtverwaltung anderen Gemeinden falls nötig bei Engpässen helfen würde.