Eine Solar-Allmend für St.Gallen: Die Fotovoltaikanlage auf der Eishalle Lerchenfeld ist seit heute in Betrieb

Seit Dienstag produziert die Fotovoltaikanlage auf der Eishalle Lerchenfeld Strom. Alle Stadtwerk-Kunden können sich einzelne Einheiten davon kaufen – und viele haben bereits zugeschlagen.

Luca Ghiselli
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Die Community-Fotovoltaikanlage auf der Eishalle Lerchenfeld produziert jährlich Strom für 90 Haushalte.

Die Community-Fotovoltaikanlage auf der Eishalle Lerchenfeld produziert jährlich Strom für 90 Haushalte.

Ralph Ribi

Auf dem Dach der Eishalle Lerchenfeld wird seit Dienstag mit Sonnenenergie produziert. 350000 Kilowattstunden liefert die Anlage pro Jahr. Genug also, um den jährlichen Strombedarf von rund 90 Haushalten zu decken. So weit, so unspektakulär.

Bei der Fotovoltaikanlage im Lerchenfeld handelt es sich aber um ein besonderes Projekt der St.Galler Stadtwerke, das unter dem Titel «St.Galler Solar Community» im September 2019 lanciert wurde. Die Idee ist eine Art Solar-Allmend: Auf dem Bestellportal der Stadtwerke können sich alle Kundinnen und Kunden der St.Galler Stadtwerke ein Stück der Fotovoltaikanlage kaufen. Insgesamt wurden 3333 Einheiten montiert, bis heute haben über 350 Personen beinahe 1350 Einheiten reserviert.

Alle Stadtwerk-Kunden können sich ein Stück davon kaufen – und so 20 Jahre lang klimafreundlichen Strom beziehen.

Alle Stadtwerk-Kunden können sich ein Stück davon kaufen – und so 20 Jahre lang klimafreundlichen Strom beziehen.

Bild: Ralph Ribi

Der Preis sinkt pro Monat um 1,25 Franken

Peter Graf, Bereichsleiter Energie, Verkauf und Marketing bei den St.Galler Stadtwerken.

Peter Graf, Bereichsleiter Energie, Verkauf und Marketing bei den St.Galler Stadtwerken.

Bild: PD

Knapp zwei Drittel aller Einheiten sind also noch frei. Bevor die Stadtwerke am Dienstag die Anlage in Betrieb genommen haben, kostete eine solche Einheit 300 Franken. Pro Monat sinkt der Preis nun um 1,25 Franken. «Obwohl die Anlage während 20 Jahren für die Solar-Community Strom produziert, kann man sich so ohne Nachteil auch zu einem späteren Zeitpunkt noch beteiligen», sagt Peter Graf, Bereichsleiter Energie, Verkauf und Marketing bei den St.Galler Stadtwerken auf Anfrage.

Wer sich für den Kauf einer solchen Solar-Einheit entscheidet, erhält im Gegenzug 100 Kilowattstunden klimaverträglichen Strom, ohne eigens eine Fotovoltaikanlage bauen zu müssen. Das entspricht rund 2,6 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs eines St.Galler Haushalts und reicht, um beispielsweise 100 Stunden lang staubzusaugen, 150 Hemden zu bügeln oder 1000 Stunden fernzusehen.

Man kann aber auch gleich mehrere Einheiten kaufen – und so den Anteil Solarstrom ihres Gesamtbedarfs erhöhen. Graf sagt:

«Dabei achten wir aber darauf, dass die Produktion der reservierten Einheiten den Gesamtstrombedarf des Haushalts nicht übersteigt.»

Wer will, kann seine Fotovoltaik-Einheit auch mit seinem Namen verzieren – allerdings nur digital auf dem Bestellportal.

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