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Eine schneeweisse Sensation: Auf dem Känguruhof in Bernhardzell lebt ein seltenes Albino-Känguru

Auf dem Känguruhof in Bernhardzell ist ein Albino-Känguru auf die Welt gekommen. Die Hofbesitzer staunten nicht schlecht, als das Köpfchen erstmals aus dem Mutterbeutel lugte.
Marion Loher
Inala auf dem Weg ins Gehölz. Albino-Kängurus sind eher Einzelgänger, glaubt Tamara Krapf. (Bilder: Urs Bucher)

Inala auf dem Weg ins Gehölz. Albino-Kängurus sind eher Einzelgänger, glaubt Tamara Krapf. (Bilder: Urs Bucher)

Zusammengekauert sitzt das junge Känguru mitten im Gehölz. Es hat sich versteckt. Doch im Gegensatz zu den anderen sieben Wallabys auf dem Känguruhof in Bernhardzell ist dieses deutlich zwischen den Ästen zu erkennen. Sein Fell ist nicht wie bei den anderen grau, sondern weiss. Schneeweiss. Es ist ein Albino-Känguru – und eine kleine Sensation. Denn wie beim Menschen kommt die Pigmentstörung auch in der Tierwelt selten vor. Die Chance, dass ein Albino-Känguru das Licht der Welt erblickt, liegt bei etwa 1: 20'000.

Tamara Krapf, Känguruhof Bernhardzell

Tamara Krapf, Känguruhof Bernhardzell

«Wir waren ziemlich überrascht, als wir das weisse Wallaby zum ersten Mal sahen», sagt Tamara Krapf, die den Hof zusammen mit ihrem Mann Stefan führt. Bei den Kängurus in Bernhardzell gibt es fast jedes Jahr Nachwuchs. Dieses Jahr hat es drei Junge gegeben. Zwei braune und ein weisses. Wann genau das Albino-Känguru zur Welt gekommen ist, kann Tamara Krapf nicht sagen.

«Kängurus werden als kleine Würmchen geboren und verbringen die ersten sechs Monate ihres Lebens im Beutel der Mutter.»

Im vergangenen März habe das kleine Känguru dann erstmals den Kopf aus dem Beutel gestreckt. «Zu Beginn waren wir nicht sicher, ob es krank war, da es eine sehr helle Haut hatte», erinnert sich die 30-Jährige. «Doch das junge Wallaby wuchs normal, und mit der Zeit konnten wir auch die für Albinos typischen rötlichen Augen und die rosafarbene Nase erkennen.»

Den Albinos – sowohl beim Menschen als auch bei den Tieren – fehlt ein Gen, das normalerweise den Hautfarbstoff Melanin produziert. Dadurch kommt es zu einer Stoffwechselstörung der Pigmentzellen. Die Folge: helles Fell, rote Augen und rosa Haut. Hinzu kommt, dass Albinos eine hohe Sonnenempfindlichkeit haben und oft unter Sehschwäche leiden.

Scheue, aber intelligente Tiere

Mittlerweile hat sich das kleine weisse Känguru unter dem Gehölz hervorgewagt und sitzt nun mitten auf der grünen Wiese. Zwischen seinen beiden Fünf-Finger-Pfoten hält es einen Grashalm und knabbert daran. Immer wieder hebt das Tier sein Köpfchen und schaut herum – beobachtet von den neugierigen Straussen im Gehege nebenan. «Wallabys sind intelligente Tiere», sagt Tamara Krapf. «Sie nehmen ihre Umgebung bewusst wahr und erkennen Menschen.» Bis jetzt hat sie keine grossen charakterlichen Unterschiede zwischen den grauen und dem weissen Känguru feststellen können.

«Ich habe aber das Gefühl, dass Albinos wegen ihrer Sonnenempfindlichkeit eher Einzelgänger sind.»

Scheu sind die Wallabys alle. Allerdings seien Rehe im Vergleich noch etwas schreckhafter. Trotzdem: «Kängurus sind keine Streichel- oder Kuscheltiere.» Auch könnten sie mit einigen Tieren nicht zusammenleben. «Wir haben es mit Emus versucht, doch es funktionierte bei uns nicht.» Besser klappt es mit Straussen und Pommernenten. Von letzteren watscheln jetzt zwei durchs Känguru-Gehege.

Inala bedeutet «Ort der Ruhe» Seit vier Jahren leben die australischen Beuteltiere auf dem Hof von Tamara und Stefan Krapf. «Die Bennet-Wallabys sind eine von fünf Känguru-Sorten, die in der Schweiz problemlos gehalten werden können», sagt Tamara Krapf. In deren Heimat war das junge Paar noch nie. Dafür aber in Afrika, wo es viel über Strausse, die ebenfalls auf dem Hof leben, gelernt habe. Daneben finden sich auf dem Känguruhof Rinder, Wachteln, Enten und Bienen.

Tamara und Stefan Krapf haben in den vergangenen sechs Jahren aus dem Landwirtschaftsbetrieb einen Erlebnishof mit exotischen Tieren gemacht, wobei sie Wert auf den respektvollen Umgang mit der Umwelt legen. «Sie ist unser höchstes Gut. Wir arbeiten mit ihr – ökologisch und wirtschaftlich.» Die beiden bieten auch Führungen auf ihrem Hof an, allerdings nur auf Anmeldung. Dabei kann auch das kleine Albino-Känguru bestaunt werden, das mittlerweile einen Namen hat: Inala, ein Aborigine-Wort für «Ort der Ruhe».

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