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Kommentar

Der Besuch einer Privatschule ist keine Notlage, sondern ein Privileg

Mit einer Beschwerde an die UNO wehrt sich eine Mutter gegen die hohen Kosten von Privatschulen in St.Gallen und der übrigen Schweiz. Privatschüler würden so diskriminiert, was gegen die UNO-Kinderrechtskonvention verstosse. Diese Argumentation ist weit hergeholt.
Roger Berhalter
Roger Berhalter, Stadtredaktion St.Gallen

Roger Berhalter,
Stadtredaktion St.Gallen

Die UNO soll’s richten. So könnte man den Fall an der Steiner-Schule St.Gallen zusammenfassen. Die Chancen, dass sich deshalb in der Praxis etwas ändert, dürften gegen null tendieren. Selbst wenn die UNO gegenüber der Schweiz aktiv würde: Ihre Empfehlung wäre rechtlich nicht bindend. Privatschulen blieben kostenpflichtig.

Die Argumentation der Beschwerdeführerin scheint weit hergeholt, ja beinahe zynisch. Die Kinderrechte sind dazu da, Grundlegendes wie Ernährung und Kleidung oder menschenwürdiges Wohnen zu garantieren. Und sie sollen grundlegenden Schutz bieten, etwa vor sexuellem Missbrauch oder körperlicher Gewalt. Die UNO-Konvention ist aber nicht dazu da, um die pädagogischen Vorlieben einer St.Galler Familie zu bedienen. Wer sich pro Monat mehrere tausend Franken Schulgeld leisten kann, ist nicht schutzbedürftig, sondern bestens abgesichert.

Der Besuch einer Privatschule ist keine Notlage, sondern ein Privileg.

Ja, auch das Recht auf Bildung zählt zu den Kinderrechten – aber nicht das Recht auf Gratis-Bildung. Die öffentlichen Schulen in der Schweiz zählen zu den besten weltweit. Hier herrschen keine Verhältnisse wie in den USA, wo eine Karriere ohne Privatschule fast undenkbar ist. Darauf könnte man auch stolz und dankbar sein. Statt die UNO mit Diskriminierungsvorwürfen aus St.Gallen zu behelligen.

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