Lehrlinge bauen Sandskulpturen: Eine Mischung aus Mönch und Punk

Am Donnerstag haben angehende Steinmetze, Steinbildhauer und Goldschmiede an einem Kurs der Schule für Gestaltung mit einem für sie ungewohnten Material gearbeitet. Sie haben Sandskulpturen hergestellt.

Jessy Nzuki
Drucken
Teilen
Lehrlinge erlernen den Umgang mit feinsten Sandkörnern. (Bild: Jessy Nzuki)

Lehrlinge erlernen den Umgang mit feinsten Sandkörnern. (Bild: Jessy Nzuki)

Der Spachtel fährt über den Sand. Körner rieseln zu Boden. Noch sind nur grobe Umrisse zu sehen, doch schon bald werden in der Steinhauer-Halle in Winkeln fertige Sandskulpturen stehen. Die Schule für Gestaltung veranstaltet an diesem Donnerstag im Rahmen der Exkursions- und Sportwoche einen Sandskulpturenkurs. Angehende Steinmetze, Steinbildhauer und Goldschmiede lernen, wie aus Sand Skulpturen entstehen.

Der Rorschacher Sandguru Urs Koller

«Da musst du wieder mal wischen.» Urs Koller steht mitten unter den Schülern, gibt Ratschläge und beantwortet Fragen. Der Bildhauer und Maler bezeichnet sich selber als Materialfreak und ist Organisator des jährlichen Sandskulpturenwettbewerbs in Rorschach.

Die Idee dazu hatte er, als er in Russland angefragt wurde, Sandskulpturen herzustellen. Danach meinte er zu seinem Kollegen: «Das machen wir auch in Rorschach.» Die Lehrlinge haben die imposanten Skulpturen auf der Rorschacher Uferpromenade schon besucht. «Das Thema hat die Schüler interessiert und so haben wir Urs Koller angefragt. Wen denn sonst?», sagt Lehrerin Ingrid Tekenbroek.

Skizzen liegen neben den Sandblöcken, keine Idee gleicht der anderen. An einem Tisch soll eine japanische Drachenmaske entstehen, am nächsten wird aus Sand eine Mischung aus Mönch und Punk gezaubert. Den zwei Lehrlingen, die hinter der Idee stecken, gefällt die Arbeit mit dem Sand: «Es ist anders als das, was wir im Berufsalltag machen.»

Einen Sandwürfel gepresst

Die einzige Kritik, die nach dem Sandskulpturen-Bauen zu hören ist: «Es war halt streng.» Gemeint ist das Aufschichten des Sandwürfels. Mit Holzkisten und Spanngurten haben die Lehrlinge Sand aufgeschichtet und gepresst. Das Resultat sind solide Sandblöcke. Doch der Schein trügt. Urs Koller hat den Schülern zuvor erklärt, welche Regeln sie beachten müssen, damit der Block nicht bröckelt.

Grosse Probleme scheint es aber keine zu geben. Einzig bei der Herstellung eines Schrumpfkopfes wird plötzlich innegehalten. Mit dem Spachtel haben die Schüler zu viel Sand abgetragen; die Nase hat keinen Platz mehr. Doch schon nach wenigen Augenblicken machen sich die drei angehenden Bildhauer daran, eine Lösung für das Problem zu finden.

Kurzlebige Kunstwerke

Nach getaner Arbeit muss die Halle wieder aufgeräumt werden. Die Schüler schaufeln den Sand in die Mulde vor der Tür. Die Sandkunst Kunst zerfällt wieder in einzelne Körnern. Doch Urs Kollers Tagesziel ist erreicht: «Die Jugendlichen sollen lernen, wie Sandskulpturen entstehen, und wissen, was sie bei den Skulpturenwettbewerben erwartet.»