Eine Konzertreihe zum Geburtstag: Der Rorschacher Musiklehrer Niklaus Looser spielt vie Konzerte aus seinem Notenfundus

Niklaus Looser spielt an vier Abenden Stücke aus 100 Jahren. Damit macht er sich selbst eine Freude.

Jolanda Riedener
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Niklaus Looser bei den Proben in seinem Musikatelier: Hier bewahrt er auch seine Notensammlung auf.

Niklaus Looser bei den Proben in seinem Musikatelier: Hier bewahrt er auch seine Notensammlung auf.

Bild: Niklaus Looser

«Oh Sole mio» oder «La Paloma» gehören zu den Songs, die von Musikerinnen und Musikern immer wieder kopiert und neu interpretiert werden. Solche Melodien und deren Geschichte will der Rorschacher Niklaus Looser seinem Publikum näher bringen. «Unterhaltungsmusik wird von den Kritikern gerne verschmäht. Dabei sind es diese Evergreens, die viele Leute kennen und gerne hören», sagt Looser. In seiner Konzertreihe widmet er sich der Unterhaltungsmusik des letzten Jahrhunderts.

Seit 60 Jahren sammelt der Rorschacher Musiklehrer Noten. Looser bezeichnet es als eines seiner Hobbys. Sein Fundus beläuft sich entsprechend auf über tausend Stücke. Die Regale in seinem Musikatelier sind voll davon. Einigen sieht man ihr Alter an, zum Teil sind die Titelblätter aufwendig von Hand gestaltet. Anlässlich seines 75. Geburtstags im Januar lädt Niklaus Looser zu vier Konzertabenden ein. «Es ist wie ein Fotoalbum durchzusehen», sagt der Musiker. Statt Geburtstag zu feiern, spielt er eine Auswahl an Musiktiteln aus 100 Jahren.

Evergreens aus Film und Schlager

Seit Sommer war der Rorschacher Musiklehrer dabei, in seinem Notenfundus zu stöbern und passende Stücke für die Konzertreihe auszusuchen. Seit einiger Zeit ist er mit den Proben beschäftigt. Singend und spielend will er «einen bunten Strauss unvergesslicher Melodien» präsentieren und mit Anekdoten ausschmücken. «Ich bin ein Allrounder», sagt er. Oft trete er zwar in Begleitung auf, dieses Mal gestalte er die Konzerte aber einmal ganz alleine.

Jeder der vier Konzertabende behandelt eine bestimmte Periode. «Es wird kein Konzertabend sondern ein Querschnitt im Unterhaltungsmusiksektor», sagt Niklaus Looser. Am Mittwoch, 8. Januar, spielt er aus der Zeit von 1900 bis 1949. Zum Beispiel Märsche, Walzer, Tango oder Blues. Beim zweiten Konzert am 5. Februar stehen Oldies und Schlager wie «Marmor, Stein und Eisen» auf dem Programm oder Filmmusik aus Doktor Schiwago oder Bonanza.

Unterhaltungsmusik als Spiegel der Gesellschaft

Die weiteren beiden Konzerte im März und April behandeln jeweils Stücke von 1970 bis 1999. Am 4. März sind es Pop-, Rock- und Folksongs (beispielsweise «Rivers of Babylon», «Waterloo», «We are the Champions») oder Musical und Filmmelodien («Der Pate», «Forrest Gump»). Am 1. April spielt Niklaus Looser ausschliesslich Schweizerisches aus dieser Zeit, zum Beispiel Klassiker von Mani Matter oder Peter Reber. «Unterhaltungsmusik ist als Spiegel unserer Gesellschaft zu verstehen», sagt Looser. Mit jedem der Titel seien viele Erinnerungen verbunden. Auch wirtschaftliche Entwicklungen und neue Möglichkeiten der Datenspeicherung haben die Musik und deren Verbreitung in den vergangenen 100 Jahren stark beeinflusst. «Heute wirft man etwas auf Youtube und morgen ist’s bereits wieder verschwunden», sagt Looser.

Vier musikalische Abende im «Treppenhaus»

Die Konzerte finden jeweils von 19 bis 20.30 Uhr in der Café Bar Treppenhaus statt: Am 8. Januar, 5. Februar, 4. März und 1. April.