Eine Frau blieb im Lift am Brühltor stecken, nun prüft ihn die Stadt genau

Eine Frau blieb im Brühltorlift stecken, obwohl er oft kontrolliert wird. Das Hochbauamt hat nun reagiert.

Dinah Hauser
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Der Lift an der Museumstrasse wird derzeit geprüft.

Der Lift an der Museumstrasse wird derzeit geprüft.

Bild: Marlen Hämmerli

Gefangen in einem Lift, alleine mit einem Kind. Dieses Schreckensszenario ist für eine Frau Anfang April Realität geworden, als sie mit ihrem Kleinkind für etwa zehn Minuten im Lift beim Brühltor stecken blieb. Das geht aus einem Eintrag im Stadtmelder hervor.

Sie betrat den Aufzug an der Museumstrasse, drückte den Kopf für das untere Geschoss, doch der Lift setzte sich nicht in Bewegung. Auch die Türen liessen sich nicht mehr öffnen. Daraufhin drückte die Frau den Alarmknopf. Doch es habe niemand reagiert, schreibt sie im Stadtmelder, einer Plattform, auf der jeder die Stadt über Mängel informieren kann.

Der Frau wurde rasch Hilfe zugesichert

Auch von aussen liess sich der Lift nicht öffnen. Eine Fussgängerin versuchte dies erfolglos. Schliesslich erreichte die Frau per Handy das Rathaus und ihr wurde Hilfe zugesichert. «Nach einer Weile ist das Licht bei der Taste für das Untergeschoss erloschen:

Bild: Marlen Hämmerli

Danach liess sich die Türe öffnen», heisst es im Stadtmeldereintrag. Noch bevor Hilfe eintraf, konnte sie sich so befreien. Die Melderin schreibt aber: «Es ist alles andere als lustig mit einem Kleinkind im Lift festzustecken. Das geht nicht und gehört revidiert.» Überdies öffne sich der Lift öfters nicht, wenn man den Knopf an der Aussenseite drücke.

Zuständig für den Lift an der Museumstrasse ist das städtische Hochbauamt. Dort heisst es, die Situation werde derzeit mit dem Hersteller überprüft. Der Auftrag zur Prüfung aller Komponenten sei unmittelbar ausgelöst worden.

Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner hat Verständnis für die Aufregung der Mutter. «In einem Lift festzustecken, ist sicher nicht lustig.» Er freut sich, dass sich die Melderin zu helfen wusste und unmittelbare Hilfe zugesichert bekam. Rechsteiner weist darauf hin, dass Wartezeit unterschiedlich lange wahrgenommen wird. «Für die Frau waren das lange Minuten, während es für Servicetechniker und weitere Beteiligte eine sehr kurze Zeit ist, um zu reagieren.» Für eine so schnelle Reaktion müssten die Techniker in der Nähe sein, was meist nicht der Fall sei.

Der Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner.

Der Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner.

Bild: PD

Der Alarmknopf wird oft aus Spass gedrückt

Da der Lift der Witterung ausgesetzt ist und immer zugänglich sein muss, werde er vergleichsweise oft kontrolliert: mindestens zehn Mal jährlich. Zum Vergleich: Innenanlagen werden in der Stadt je nach Gebrauch zirka alle zwei Monate gewartet. Hinzu kämen weitere Kontrollen bei Meldungen von Störungen.

An den Brühltorliften gebe es immer wieder missbräuchliche Alarmmeldungen. «Es kommt öfters vor, das nächtliche Ausflügler den Knopf betätigen zur eigenen Belustigung.» Rechsteiner ärgert das. Leidtragende seien die Servicetechniker.