Eine Fabrik für ein Motorenteil: Die Firma DGS baut in St. Gallen aus

Die Firma DGS Druckguss Systeme baut trotz globaler Expansion ihren Standort in St. Gallen aus. Dort arbeiten dereinst rund 45 Mitarbeiter.

Christoph Renn
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Die Arbeiten haben bereits begonnen: Auf dem Areal der Firma DGS in St. Gallen-Winkeln entsteht eine neuen Fabrikhalle. (Bild: Benjamin Manser)

Die Arbeiten haben bereits begonnen: Auf dem Areal der Firma DGS in St. Gallen-Winkeln entsteht eine neuen Fabrikhalle. (Bild: Benjamin Manser)

Der Zeitdruck ist gross. Für das neue E-Fahrzeug von Daimler produziert die DGS Druckguss AG in St. Gallen ein wichtiges Motorenteil, das es bisher noch gar nicht gibt. Im Januar müssen die ersten Teile geliefert werden. Das Problem: Damit dies möglich ist, muss zuerst eine neue Fabrikhalle gebaut werden, in der die nötigen Giesszellen mit einem Gewicht von bis zu 4400 Tonnen Platz haben. Gestern war offizieller Spatenstich.

Die neue Produktionshalle der Firma DGS. (Visualisierung: PD)

Die neue Produktionshalle der Firma DGS. (Visualisierung: PD)

Die Fabrik mit einer Fläche von rund 4000 Quadratmetern entsteht in den kommenden Monaten im Industriegebiet zwischen St. Gallen-Winkeln und Gossau. Sie schliesst direkt an die Logistikhalle an, die im vergangenen Jahr entstanden ist und an das älteste Gebäude der DGS Druckguss AG in der Mitte des Areals. Somit wächst das Industriegebiet im Westen der Stadt um ein weiteres Gebäude. Dies ist für die Stadt St. Gallen doch erstaunlich, denn in den vergangenen Jahren ist primär der dritte Sektor gewachsen.

Abwärme der Fabrik soll genutzt werden

Die neue Produktionshalle wird rund 16 Meter hoch, 50 Meter breit und 80 Meter lang. Auf dem Dach ist eine Fotovoltaikanlage geplant, die 400 Kilowattstunden Strom produzieren wird. Die Abwärme, welche die Fabrikhalle produzieren wird, soll in Zukunft in das Anergienetz einfliessen. Sie soll künftig zum Heizen von Wohnungen in Winkeln gebraucht werden. Damit die neue Produktionshalle auf dem Areal der Firma DGS Platz findet, mussten zwei Mehrfamilienhäuser am westlichen Rand des Geländes weichen. Dabei handelte es sich um ältere Gebäude, in denen bis zum Abbruch Mitarbeiter des Unternehmens gewohnt haben. Auch die Familiengärten auf dem Areal mussten bereits weichen. Wo bis vor kurzem ehemalige und aktuelle DGS-Mitarbeiter Gemüse anbauten, werden künftig Fahrzeuge parkieren.

«Die neue Halle wird die modernste auf unserem Gelände werden», sagt Andreas Müller, Geschäftsführer der DGS Druckguss Systeme AG. Denn nur durch Innovation könnten sie ihren Standort in der Stadt St. Gallen ausbauen. Die DGS macht sich damit fit für den wachsenden Markt der Elektrofahrzeuge. So war es Daimler und ihr neues E-Fahrzeug GLB, das den Anstoss zum Bau der Halle gegeben hat. Denn laut Müller ist es nur mit der neuen Fabrik- und der neuen Logistikhalle möglich, das spezifische Teil herzustellen, das zum Bau des Motors des neuen Daimler-Modells gebraucht wird.

Bekenntnis zum Standort St. Gallen

Mit dem Ausbau des Standortes in St. Gallen will das global tätige Unternehmen ein Zeichen setzen: «Bei diesem Ausbau handelt es sich um ein Bekenntnis zum Standort St. Gallen», sagt DGS-Verwaltungspräsident Walter Locher. CEO Andreas Müller ergänzt: «In der neuen Produktionshalle werden 45 Personen arbeiten. Wichtiger ist aber, dass wir die bestehenden rund 430 Arbeitsplätze am Standort St. Gallen so sichern können.»