Eine der letzten grossen Landreserven in Gossau soll mit Einfamilienhäusern überbaut werden - dazu sind aber noch Korrekturen am Überbauungsplan nötig

Das Gebiet Sonnenbüel soll im Lauf der nächsten Jahre etappiert überbaut werden. Dafür muss nun ein Überbauungsplan von 1912 teilweise aufgehoben werden. Bis 8. Juni läuft das Mitwirkungsverfahren.

Perrine Woodtli
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Auf diesem Grundstück sollen dereinst mehrere Einfamilienhäuser Platz finden. Zuerst aber muss das Gebiet erschlossen werden.

Auf diesem Grundstück sollen dereinst mehrere Einfamilienhäuser Platz finden. Zuerst aber muss das Gebiet erschlossen werden.

Ralph Ribi (7. Mai 2020)

Es ist eine der letzten grösseren Reserven für Wohnbauten in Gossau: Das Gebiet Sonnenbüel, das am nördlichen Siedlungsrand der Stadt liegt. 50'000 Quadratmeter gross ist die Fläche zwischen der Lindenberg-, Sonnenbühl- und Sonnmattstrasse.

Die Grundeigentümer Hansjürg und Armella Eberle wollen das Gebiet in den nächsten Jahren nach und nach erschliessen und zur Bebauung freigeben. Armella Eberle sagt auf Anfrage:

«Es wird nicht alles auf einmal gebaut. Es gibt mindestens drei Bauetappen.»

Zuerst werde der nördliche Teil der Wiese, dann der östliche und zuletzt der südliche bebaut. Sie betont, dass es aber noch dauere, bis Bagger auffahren. Schliesslich stehe nun zuerst die Änderung des Überbauungsplanes an. «Und diese Mühlen mahlen langsam.»

Eberles beabsichtigen ihr 50'000 Quadratmeter grosses Grundstück in kleinere Parzellen zu unterteilen, um vor allem Einfamilienhäuser darauf bauen zu lassen, die individuell erstellt werden. Aber auch Doppelhäuser sind möglich. In Gossau gibt es nur noch einzelne unbebaute Areale in der Wohnzone für Ein- und Zweifamilienhäuser. Wie viele Parzellen es werden, kann Armella Eberle noch nicht sagen. Man gestalte die Planung flexibel.

Die Erschliessung für den motorisierten Verkehr ist über die Sonnmattstrasse vorgesehen. Diese Strasse soll verlängert und ringförmig durch das Gebiet geführt werden:

So soll die Erschliessung der Überbauung dereinst aussehen. Das Grundstück Nummer 5341 von Hansjürg und Armella Eberle soll in viele kleinere Parzellen aufgeteilt werden.

So soll die Erschliessung der Überbauung dereinst aussehen. Das Grundstück Nummer 5341 von Hansjürg und Armella Eberle soll in viele kleinere Parzellen aufgeteilt werden.

Bild: PD

Für die Feinerschliessung sind vier Stichstrassen, also Sackgassen, ab der Sonnmattstrasse geplant. Die Erschliessung finanzieren jeweils die künftigen Grundeigentümer.

Baulinien müssen aufgehoben werden

Damit im Gebiet Sonnenbüel neue Einfamilienhäuser entstehen können, ist eine Anpassung des Überbauungsplanes Sonnenbüel-Aathal-Hofegg aus dem Jahr 1912 notwendig. Konkret müssen die dort eingezeichneten Baulinien aufgehoben werden.

Das Planungsgebiet wird mit dem Überbauungsplan überlagert. Dieser enthält diverse Baulinien nördlich der Sonnmattstrasse, die dem damaligen Zeitgeist für Verkehrserschliessungen entsprachen. Heute ist die Linienführung aus Sicht der Stadt nicht mehr zeit- und zweckgemäss.

Die roten Baulinien im Überbauungsplan Sonnenbüel-Aathal-Hofegg sind nicht mehr zeitgemäss und mit dem neuen Erschliessungsprojekt vereinbar. Der Plan wurde schon für die Bebauung des Gebietes in den 1980er-Jahren nicht umgesetzt.

Die roten Baulinien im Überbauungsplan Sonnenbüel-Aathal-Hofegg sind nicht mehr zeitgemäss und mit dem neuen Erschliessungsprojekt vereinbar. Der Plan wurde schon für die Bebauung des Gebietes in den 1980er-Jahren nicht umgesetzt.

Bild: PD

Südlich der Sonnmattstrasse hat der Plan seinen Zweck verloren, weil das Gebiet abweichend vom Baulinienplan bebaut worden ist. Aus welchen Gründen der Plan während der Bebauung des Gebietes, die Mitte der 1980er-Jahre weitgehend abgeschlossen wurde, nicht umgesetzt worden ist, lasse sich nicht mehr nachvollziehen, teilt Gossaus Kommunikationsbeauftragter Urs Salzmann mit.

Der Gossauer Stadtrat nimmt das Erschliessungsvorhaben Sonnenbüel nun zum Anlass, den Überbauungsplan teilweise aufzuheben und die Baulinien südlich der Sonnmattstrassen an die tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen, wie dieser mitteilt.

Die Parzelle ist rund 50'000 Quadratmeter gross.

Die Parzelle ist rund 50'000 Quadratmeter gross.

Ralph Ribi (7. Mai 2020)

Planunterlagen durch die Fensterscheiben begutachten

Für die Teilaufhebung des Überbauungsplanes ist ein öffentliches Mitwirkungsverfahren erforderlich. Betroffene und Interessierte können sich seit dem 7. Mai und noch bis zum 8. Juni schriftlich äussern.

Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Planunterlagen an den Fensterscheiben des Fürstenlandsaals sowie auf der Stadtkanzlei einsehbar. Aufgrund der ausserordentlichen Lage wegen des Coronavirus können die Unterlagen auf der Stadtkanzlei ausschliesslich nach telefonischer Terminvereinbarung unter 071 388 43 00 eingesehen werden. Zudem werden die Unterlagen auf der städtischen Website veröffentlicht.

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