Eine der besten Stenografinnen lebt in St.Gallen

Marie Louise Portner hat am Sonntag Geburtstag gefeiert. Die 100-Jährige ist weit gereist.

Elisabeth Fitze
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Thomas Scheitlin gratuliert Marie Louise Portner.

Thomas Scheitlin gratuliert Marie Louise Portner.

Bild: Elisabeth Fitze

Marie Louise Portner kommt ursprünglich aus Appenzell Ausserrhoden und bezeichnet sich selbst als richtige Appenzellerin. Ihr Familiengeschlecht lasse sich bis ins 14. Jahrhundert in Ausserrhoden nachverfolgen. Bis vor sechs Jahren lebte Portner in ihrem Haus in St.Fiden. Dann zog sie ins Pflegeheim um. Dort wurde am Sonntag im Café denn auch Geburtstag gefeiert. Dabei waren Familie, Pflegeheimleiter und Stadtpräsident Thomas Scheitlin.

Als Jugendliche besuchte Portner die Handelsschule – obwohl sie die Älteste von sechs Geschwistern war. Sie schloss mit dem Handelsdiplom ab. Danach arbeitete Portner im kaufmännischen Bereich. Die 100-Jährige besitzt ein beachtliches Talent in der Stenografie. In der Schweiz gehörte sie zu den besten: Sie hat an vielen Wettschreiben teilgenommen und etliche Preise gewonnen. Portner war so gut, dass sie jedem Enkel ein gewonnenes Goldvreneli schenken konnte, erzählt die Tochter.

Portner beherrschte ihren Beruf ausserdem nicht nur in Deutsch: Französisch, Spanisch, Italienisch und Englisch, spricht und schreibt Portner fliessend. Diese Kenntnisse waren ihr auf ihren vielen Reisen von Nutzen. Portner hegte vor allem ein Interesse für Nordeuropa. Aber auch Nordamerika und Mexiko haben ihr sehr gut gefallen.

Das jüngste Urenkelkind ist 99,5 Jahre jünger

Das Reisen war immer ein grosser und wichtiger Teil ihres Lebens. Dass sie diesen im Alter aufgeben musste, tue ihr sehr leid: «Das Reisen ist das, was ich am meisten vermisse», sagt Portner. Jüngeren Generationen rät sie, mehrere Sprachen zu lernen und eine gute Ausbildung zu absolvieren.

Ihre Familie ist Portner sehr wichtig. Sie erzähle oft von ihren Enkeln und Urenkeln, sagt eine Pflegerin. Zu ihrem jüngsten Urenkelkind habe die Ausserrhödlerin einen Altersvorsprung von 99,5 Jahren, sagt ein Schwiegersohn und lacht.