Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Urban Gardening in St. Gallen: Eine Brache erwacht

Ein Verein will die ungenutzte Parzelle hinter dem St. Galler Güterbahnhof-Areal nutzen. Die Fläche soll Interessierten für verschiedene Gartenprojekte zur Verfügung stehen. Das erste ist bereits lanciert.
Marco Cappellari
Das Grundstück erstreckt sich von den Gleisen der AB (Bildmitte) bis an den Schlosserweg (rechts, von Bäumen verdeckt). (Bild: Michel Canonica)

Das Grundstück erstreckt sich von den Gleisen der AB (Bildmitte) bis an den Schlosserweg (rechts, von Bäumen verdeckt). (Bild: Michel Canonica)

Die Grünfläche, die der Verein Urbanes Grün-Atelier gepachtet hat, liegt zwischen Güterbahnhof und Schlosserweg. Eingeklemmt zwischen den Gleisen der Appenzeller Bahnen auf der einen, und den Wohnhäusern auf der anderen Seite. Hier will der Verein seinen Mitgliedern und anderen Personen künftig Raum und Unterstützung für «Grünprojekte» zur Verfügung stellen. Anfang 2019 soll es offiziell losgehen.

«Wir wollen, dass diese Fläche mitten in der Stadt genutzt wird», sagt Fabio Hunziker, eines der drei Gründungsmitglieder. Im Fokus stehe dabei der Gemeinschaftsgedanke und das Ziel, einen «friedvollen, interkulturellen und altersübergreifenden Austausch zwischen den Ve-reinsmitgliedern, der Nachbarschaft und der Umwelt» zu ermöglichen.

Die Parzelle gehört den SBB und sei in den letzten Jahren kaum mehr genutzt worden. Zuvor hatte ein Pächter am Hang einige Tiere gehalten, unter anderem Ziegen. Als die drei im Frühjahr mit ihrer Idee auf die SBB zugegangen sind, seien diese auch sofort einverstanden gewesen. Seither tut sich etwas auf dem lange vernachlässigten Grundstück.

«Wir haben zum ersten Mal gemäht sowie einen Zaun und einen Hühnerstall abgebrochen», sagt Hunziker. Im nördlichsten Teil der Parzelle ist zudem das erste «Grünprojekt» entstanden: Seit diesem Sommer betreiben eritreische Asylsuchende in Eigenregie einen Gemüsegarten.

Interessante Ideen sind gesucht

Florim Sabani, Nicole Keller und Fabio Hunziker (von links) wollen wieder Leben in eine lange ungenutzte Parzelle bringen. (Bild: Michel Canonica)

Florim Sabani, Nicole Keller und Fabio Hunziker (von links) wollen wieder Leben in eine lange ungenutzte Parzelle bringen. (Bild: Michel Canonica)

Der Gemüsegarten kam in Zusammenarbeit mit dem Heks zu Stande. Es bewirtschaftet im angrenzenden Lattichareal Hochbeete. Nebst dem Platz stellt der Verein auch Unterstützung und Material zur Verfügung. «Der Gemüsegarten der Flüchtlinge ist ein ideales erstes Projekt», sagt Florim Sabani. «Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut und verkörpert genau den integrativen Gedanken unseres Vereins.»

Nicole Keller, die dritte im Bunde, ist auf das ungenutzte Grundstück aufmerksam geworden. «Ich wohne gleich nebenan und fand, es müsse sich etwas tun.» In Florim Sabani, der Forstingenieur ist, und Fabio Hunziker, gelernter Landschaftsgärtner, hatte sie die passenden Mitstreiter schnell gefunden. Keller selbst ist Sozialpädagogin. Gemeinsam verfügen sie über das Know-how, die unterschiedlichsten Projekte auf der Parzelle zu unterstützen.

«Wir hoffen auf viele interessante Ideen», sagt Sabani. Möglich seien auch Kunstprojekte. «Deshalb der Zusatz ‹Atelier› im Vereinsnamen», sagt Hunziker. Grundsätzlich sei man offen für alles, solange die Projekte jedem offen stünden. «Würde jemand zum Beispiel eine Grillstelle errichten wollen, müsste diese allen zugänglich sein», sagt Florim Sabani.

Das Konzept scheint anzukommen. Von vielen Seiten seien bereits positive Rückmeldungen gekommen. Auch der Quartierverein Tschudiwies-Centrum, bei dem sich der Verein vorgestellt hat, begrüsst das Engagement. «Und als wir einen Baum gepflanzt haben, sind Passanten spontan stehen geblieben und haben gesagt, sie freuen sich, dass sich auf dem Grundstück endlich etwas tut», sagt Keller. Immer wieder helfen auch Anwohner mit, die Parzelle in Schuss zu bringen, oder unterstützen die Asylsuchenden in ihrem Gemüsegarten. Ganz im Sinne des «Miteinanders».

Bereits haben sich einige Interessierte gemeldet, die dem Verein beitreten oder diesen unterstützen wollen. Bis Ende Jahr gelte es nun, zwei weitere Vorstandsmitglieder zu finden und die Statuten aufzusetzen. «Wir hoffen, hier dauerhaft bleiben zu können», sagt Hunziker.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.