Rorschach
Eine Auswahl auch im zweiten Wahlgang: CVP-Frau Giusi Guerreri tritt nochmals für den Sitz im Stadtrat an

Nach Reto Kaelli (FDP) hat nun auch Giusi Guerreri von der CVP ihre erneute Kandidatur bekanntgegeben.

Rudolf Hirtl
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Giusi Guerreri sagt, Rorschach liegt ihr am Herzen.

Giusi Guerreri sagt, Rorschach liegt ihr am Herzen.

Bild: Michel Canonica

Seit dem Rücktritt von Ronny Ambauen (FDP) Anfang dieses Jahres ist ein Sitz im fünfköpfigen Stadtrat von Rorschach vakant. Nach dem ersten Wahlgang vom 13. Juni gab Reto Kaelli von der FDP, der am meisten Stimmen (591) holte, seine Teilnahme am zweiten Wahlgang bekannt.

Die CVP Rorschach hat sich vorerst Bedenkzeit erbeten und am Freitag mitgeteilt, dass sie mit Giusi Guerreri – sie holte 491 Stimme im ersten Wahlgang– am 26. September nochmals ins Rennen geht. «Ich bin überzeugt davon, dass ich nach einer allfälligen Wahl im Stadtrat meine Erfahrung als Schulrätin und Erwachsenenbildnerin in die politische Auseinandersetzung einbringen kann», sagt die Christdemokratin.

«Jetzt erst recht nochmals antreten»

Die Stadt Rorschach mit ihrer Vielfalt an Menschen, ihren spannenden Entwicklungsprojekten für Mobilität, Wohnraum und Freizeit liege ihr sehr am Herzen. Dafür werde sie sich einsetzen. Zudem habe sie der kürzlich veröffentlichte Bericht über die politische Partizipation von Frauen in der Ostschweiz bestärkt, «jetzt erst recht» nochmals anzutreten. Denn: In der Ostschweiz liegt der Frauenanteil in den politischen Gremien tiefer als im Schweizer Durchschnitt.

«Es ist mir wichtig, denen eine Stimme zu geben, die nicht wählen können. Die Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund sind nicht im Stadtrat vertreten und abgebildet», sagt Giusi Guerreri. Sie stehe für eine transparente Kommunikation und für den Einbezug der Bürgerschaft bei öffentlichen Projekten.

Menschen sollen sich in der Stadt wohlfühlen

Als Seconda sei ihr die Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen wichtig. Dabei gelte es, diese zu fördern, gleichzeitig aber auch zu fordern, wenn es etwa um das Erlernen der Sprache gehe. «Es ist mir wichtig, dass sich alle Menschen in unserer schönen Stadt wohlfühlen und so leben können, wie sie es sich vorstellen. Dazu kann der Stadtrat einen wesentlichen Beitrag leisten. Dies zeigt sich beispielsweise in attraktivem Wohnraum und in einer lebendigen Schule», so Guerreri. Sie freue sich auf die Auseinandersetzung im zweiten Wahlgang. Die Wählerinnen und Wähler hätten so nicht nur die Wahl, sondern auch eine Auswahl.

Nicht mehr antreten wird hingegen der parteifreie 35-jährige Saucenmanufaktur-Teamleiter Andreas Kern, der im ersten Wahlgang mit 450 Stimmen einen bemerkenswerten Achtungserfolg erzielte.

Bis 23. Juli können sich bei der Stadtkanzlei weitere Kandidatinnen oder Kandidaten für die Ersatzwahl anmelden. Der zweite Wahlgang findet am Sonntag, 26. September, statt.