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Einbrüche in St.Gallen: Junge Frau muss neun Monate hinter schwedische Gardinen

Eine junge Frau aus Kroatien ist mit gefälschten Papieren in die Schweiz eingereist und in St.Gallen in zwei Häuser eingebrochen. Jetzt wurde sie dafür vom Kreisgericht zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt.
Claudia Schmid
Der Grenzübergang St.Margrethen mit Blickrichtung von Österreich in die Schweiz. Hier wurden die italienischen Ausweise einer jungen Einbrecherin aus Kroatien als Fälschungen erkannt und die Frau festgenommen. (Bild: Benjamin Manser)

Der Grenzübergang St.Margrethen mit Blickrichtung von Österreich in die Schweiz. Hier wurden die italienischen Ausweise einer jungen Einbrecherin aus Kroatien als Fälschungen erkannt und die Frau festgenommen. (Bild: Benjamin Manser)

Die in Italien lebende Frau war bereits mehrfach in die Schweiz gekommen, um auf Diebestour zu gehen. Seit 2015 wurde sie in den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Luzern und Tessin straffällig, verhaftet und verurteilt. Die vier Vorstrafen erhielt sie, als sie noch minderjährig war. Bei der letzten Verurteilung auferlegte man ihr eine Einreisesperre bis Ende Januar 2021.

Wieder eingereist und gleich wieder eingebrochen

Am 30. Januar dieses Jahres überquerte die Frau trotz dieser Sperre in Genf erneut die Grenze. Sie war in Begleitung einer minderjährigen Kollegin. Die beiden fuhren im Auto nach St.Gallen weiter und brachen am gleichen Vormittag in eine Wohnung an der Felsenstrasse ein. Sie entwendeten Bargeld und Schmuck im Gesamtwert von rund 1430 Franken. Danach suchten sie eine Wohnung und ein Büro an der Dufourstrasse heim, wo sie jedoch keine Beute machten. Der Schaden an den Einbruchsorten betrug insgesamt 3700 Franken.

Die jungen Frauen fuhren weiter nach St.Margrethen, um dort die Schweiz Richtung Osten wieder zu verlassen. Dem Grenzwächter zeigte die Beschuldigte eine italienische Identitätskarte und einen italienischen Führerausweis. Beide wurden als Fälschungen erkannt.

Die Staatsanwaltschaft klagte die knapp 19-jährige Frau im abgekürzten Verfahren an. Sie beantragte Schuldsprüche für Diebstahl, mehrfachen Diebstahlversuch, Sachbeschädigungen, Hausfriedensbrüche, mehrfache Fälschung von Ausweisen, rechtswidrige Einreise und Führen eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis. Als Strafe hatten sich die Parteien auf eine Freiheitsstrafe von neun Monaten geeinigt. Zudem sei die Frau fünf Jahre des Landes zu verweisen.

Erneute Einreise, weil das Geld ausgegangen war

Der Einzelrichter am Kreisgericht St.Gallen wollte jetzt in der Befragung von der Beschuldigten wissen, weshalb sie trotz Einreisesperre in die Schweiz gekommen sei, um erneut Straftaten zu begehen. Ihre Eltern hätten ihr Geld gegeben, um die kranke Tante in Frankreich zu besuchen, antwortete sie. Weil sie und ihre Kollegin den ganzen Betrag bereits auf der Hinreise ausgegeben hätten, seien sie auf die Idee mit den Einbrüchen gekommen.

Auf die Vorstrafen angesprochen, beteuerte die junge Frau, sie werde nun ihr Leben ändern und in Italien eine Arbeit suchen. Das Wirken als Einbrecherin tue ihrem Leben nämlich nicht gut.

Neun Monate Haft und erneut eine Einreisesperre

Der Einzelrichter erhob die Anträge der Staatsanwaltschaft zum Urteil. Der Beschuldigten legte er nahe, sie solle ihren Vorsatz, künftig ein straffreies Leben zu führen, ernst nehmen. Die Sanktion für die begangenen Delikte sei nur deshalb so milde ausgefallen, weil sie bei den Vorstrafen noch minderjährig und auch bei den aktuellen Straftaten noch sehr jung gewesen sei.

Werde sie nochmals in der Schweiz straffällig, müsse sie mit einer wesentlich härteren Bestrafung rechnen. Die Verfahrenskosten betragen rund 9800 Franken, welche die Beschuldigte bezahlen muss. Da sie sich bereits seit einigen Monaten in Haft befindet, wird sie die Strafvollzugsanstalt voraussichtlich bereits Ende Juli wieder verlassen können.

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