Nach Einbrüchen in der Region St.Gallen: Moldawier wird des Landes verwiesen

Ein 34-jähriger Moldawier brach in Läden in Gossau und Wohnhäuser in Goldach und Mörschwil ein. Das Kreisgericht St.Gallen verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe.

Claudia Schmid
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Der Einbrecher verschaffte sich Zugang in mehrere Wohnhäuser. (Symbolbild: Fotolia)

Der Einbrecher verschaffte sich Zugang in mehrere Wohnhäuser. (Symbolbild: Fotolia)

Den ersten Einbruchsversuch beging der Beschuldigte Ende 2017 in Mörschwil. Der 34-Jährige kletterte auf den Balkon eines Einfamilienhauses und versuchte mit einem Schraubenzieher die Glastüre einzuschlagen. Dies misslang, weshalb er sich wieder entfernte. Er hinterliess allerdings einen Sachschaden von über 1000 Franken.

In Gossau suchte er zwei nebeneinanderliegende Läden heim und stahl Kleider, Schuhe und Tablets. Einen Tresor konnte er nicht aufbrechen. Darauf folgten zwei weitere Einbrüche in Einfamilienhäuser in Mörschwil und Goldach. Er erbeutete diverse Wertsachen. Insgesamt stahl er Waren und Bargeld im Wert von rund 17000 Franken und richtete einen Sachschaden von über 9000 Franken an.

Der bulgarische und moldawische Doppelbürger hielt sich während der Einbruchstour illegal in der Schweiz auf, da er im Mai 2017 für fünf Jahre des Landes verwiesen wurde. Trotz des Einreiseverbots überquerte er im November 2017 sowie im Januar und im März 2018 die Grenze und logierte bei Bekannten in Herisau.

Den Landesverweis hatte er erhalten, als er vom Tribunal de Police Genève zu einer bedingten Geldstrafe von 270 Tagessätzen à 10 Franken verurteilt wurde. Schon damals hatte er sich des Diebstahls und anderer Delikte schuldig gemacht.

Aus finanzieller Not gehandelt

An der Verhandlung am Kreisgericht St. Gallen erzählte der Mann, er habe aus finanzieller Not gehandelt. Sowohl er selber als auch die Mutter seines Kindes seien arbeitslos gewesen. Es sei schwer, in Moldawien eine Arbeit zu finden, mit der man den Lebensunterhalt bezahlen könne. Sobald er entlassen werde, fahre er nach Hause. Er werde mit Sicherheit nicht mehr illegal in die Schweiz einreisen. Der Beschuldigte befand sich seit seiner Verhaftung Anfang März 2018 in Untersuchungshaft und wurde später in den vorzeitigen Strafvollzug verlegt.

Das Unrecht eingesehen

Der Staatsanwalt beantragte eine unbedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten und den Widerruf der früheren Geldstrafe. Das Geständnis des Beschuldigten sei ziemlich zögerlich erfolgt, erklärte er. Der Mann habe mit hoher krimineller Energie Einbruchsobjekte ausgekundschaftet. Seine Absicht sei gewesen, dauerhaft seinen Lebensunterhalt durch Straftaten zu finanzieren. Der Diebstahl sei als gewerbsmässig einzustufen. Der Verteidiger verlangte eine mildere und teilbedingte Freiheitsstrafe. Sein Mandant habe die Taten gestanden und sein Unrecht eingesehen. Gewerbsmässigkeit sei nicht gegeben. Es sei zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte aus finanzieller Not gehandelt habe. Die Einbruchsobjekte habe er nur beobachtet, um keine Menschen darin anzutreffen.

Das Kreisgericht St. Gallen folgte vollumfänglich den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Der Beschuldigte sei einer jener typischen Kriminaltouristen, von denen die Schweiz regelmässig heimgesucht werde, erklärte der vorsitzende Richter. Aus der Untersuchungshaft und Bestrafung in Genf habe er nichts gelernt. Das Gericht sprach neben der Freiheitsstrafe einen Landesverweis von 20 Jahren aus.