Einbrecher im Staader Dorftheater

Die Mitglieder des Dorftheaters Staad laden zur 30. Saison. Die aktuelle Komödie handelt anstatt von Liebe von Ganoventum. Das gefällt der Regisseurin.

Martin Rechsteiner
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Das Ehepaar Siegentaler fährt in die Ferien. Kurz darauf erhält es in seinem Haus ungebetenen Besuch. (Bild: Mareycke Frehner)

Das Ehepaar Siegentaler fährt in die Ferien. Kurz darauf erhält es in seinem Haus ungebetenen Besuch. (Bild: Mareycke Frehner)

Geld macht nicht glücklich, pflegt der Volksmund zu sagen. Das erfahren auch der cholerische Herr Siegentaler und seine leicht versnobte Frau. Nachdem sich die beiden in die Ferien aufgemacht haben, erhält ihre schicke Villa Besuch von Vagabunden, von Kriminellen, den Nachbarn und den Hausangestellten. Alle haben sie es auf die Reichtümer und den Weinkeller der Siegentalers abgesehen. Und alle kommen sie in der gleichen Nacht zur gleichen Zeit.

Als sie im Haus aufeinandertreffen herrscht Chaos, das perfekt wird, als die Siegentalers zurückkehren, weil sie ihre Pässe vergessen haben. Was sich für die reichen Hausbewohner als ein ziemliches Drama erweist, ist eine Komödie für die Zuschauer. Das Dorftheater Staad zielt bei seiner dreissigsten Aufführung gnadenlos auf die Lachmuskeln des Publikums.

Bühne im Blut

Die Regie führt Hanni Wohnlich. Seit Beginn vor rund 30 Jahren obliegen ihr die Auswahl der Stücke und die Leitung der Aufführungen des Dorftheaters Staad. «Ich komme aus einer Theaterfamilie», sagt die gebürtige Aargauerin. «Von klein auf war ich mit Schauspiel und Bühnenkunst in Berührung.» So war klar, dass sie, kurz nachdem sie durch ihre Heirat nach Staad gezogen war, bei der Gründung des Dorftheaters dabei war und dem Verein seit da treu ist.

Jeden Sommer sucht sie bei Theaterverlagen ein passendes Stück, macht, wenn nötig, Anpassungen für ihre Staader Theater-Truppe und leitet die Proben. «Am aktuellen Stück ‹Ganovenparty› mag ich, dass es völlig anders ist als gewöhnliche Aufführungen. Es gibt es kein Liebespaar am Ende, ja, es hat nicht einmal eine Hauptrolle», sagt Wohnlich.

Suchtfaktor Schauspiel

Während der Proben sitzt sie an einem Tisch vor der Bühne und gibt den Schauspielern Anweisungen. Hier eine Bewegung, die noch energischer sein muss, dort ein Satz, der mehr Dramatik verdient – ihren Augen und Ohren entgeht nichts.

«Sie ist die Beste», sagt Annemarie Rieder mit einem Augenzwinkern. Die Diepoldsauerin ist eines der langjährigen Mitglieder des Vereins, zwölf Jahre lang war sie Aktuarin. Nach einer Pause steht sie für das aktuelle Stück wieder auf der Bühne. «Die Schauspielerei ist wie eine Sucht. Wenn man einmal auf der Bühne gestanden hat, dann will man es immer wieder.» So sieht das auch Erich Frei, ebenfalls langjähriges Mitglied:

«Theater ist wie eine Droge.»

Seit 20 Jahren ist er im Verein, zwischendrin war er Präsident. «Das erste Mal dabei war ich als Bühnenbauer», erinnert er sich. Doch selbst auftreten? Das wollte der Diepoldsauer nicht. «Allerdings haben es die anderen irgendwann geschafft, mich zu einer kleinen Rolle zu überreden», sagt er und lacht. «Von da an hat mich die Schauspielerei in ihrem Bann.»

Spass auf der Bühne

Franziska Scheffeldt steht seit zwei Jahren für das Dorftheater Staad auf der Bühne. Sie wohnt in Grub und hat zuvor in der Westschweiz und in Zürich gelebt. Sie arbeitet als Lehrerin in Trogen. «Mir gefällt der lockere und offene Umgang hier im Verein. Wir haben es lustig, es wird hier nicht alles so wahnsinnig ernst genommen.» Seit 18 Jahren spielt sie Theater. «Für mich war klar, als ich hierher zog, dass ich mir einen Theaterverein suche.»

Vanessa Ferraro gehört zu den jüngsten Mitgliedern des Dorftheaters. «Ich war schon im Schultheater aktiv dabei», sagt die Maturandin. «Manchmal habe ich vor einem Auftritt noch Lampenfieber.» Aber das lege sich meist schnell. Hinweis Die Premiere des Stücks «Ganovenparty» findet am Samstag, 30. März, um 20 Uhr im «Ochsen» in Thal statt.