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Ein Zuhause für Fadenmolch und Gelbbauchunke: Das Naturschutzgebiet Espel soll aufgewertet werden

Mehr Magerwiesen, weniger Wald: Pro Natura will das Naturschutzgebiet Espel für 400000 Franken aufwerten. Das soll der Artenvielfalt zugutekommen.
Perrine Woodtli
Die ehemalige Kiesgrube Espel ist heute ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. (Bild: Benjamin Manser)

Die ehemalige Kiesgrube Espel ist heute ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. (Bild: Benjamin Manser)

Die Pflanzen- und Tierwelt im Naturschutzgebiet Espel ist vielfältig, fast alle der einheimischen Amphibienarten sind dort vertreten. Das Biotop am Rande der Stadt Gossau ist unter anderem das Zuhause von Fadenmolchen und Gelbbauchunken, vom Bitteren Schaumkraut und Fieberklee. Damit dies so bleibt, muss das 55000 Quadratmeter grosse Gebiet gepflegt werden.

Derzeit liegen zwei Gesuche von Pro Natura St.Gallen-Appenzell bei der Stadt auf. Dabei handelt es sich um ein Baugesuch für die Aufwertung des Naturschutzgebietes und um ein Rodungsgesuch. Als die Naturschutzorganisation das Biotop im Juni 2018 von der Stadt übernommen hatte, kündete sie die Aufwertung des Biotops an. In den Jahren zuvor wurde im Espel nur das Nötigste erledigt. 2015 beschloss die Stadt, wegen der finanziellen Lage die Unterhaltsarbeiten zu reduzieren.

Verschwundene Arten zurück in den Espel holen

Pro Natura hat ein Pflege- und Entwicklungskonzept erarbeitet. Sie will nun mehrere Massnahmen umsetzen. Diese sind nötig, weil durch die natürliche sukzessive Veränderung des Ökosystems zunehmend Gehölze aufgekommen sind und Gewässer verlandeten. Diese führte zur Abnahme der Artenvielfalt, heisst es im Konzept. Drei Amphibienarten seien ausgestorben. Beim Espel handelt es sich um eine ehemalige Kiesgrube. 1929 begann man dort Kies abzubauen. Später wurden die Gruben mit Bauschutt und Abfall zugeschüttet. Das Schutzgebiet, das es seit 1980 gibt, gilt als teilweise belastet.

Es handelt sich um einmalige Massnahmen zur ökologischen Aufwertung des Gebietes. «Ziel ist es, dass nach dieser Aufwertung alles erledigt ist. So einen grossen Eingriff wird es in den nächsten 20 Jahren nicht mehr geben», sagt Christian Meienberger, Geschäftsführer der Pro Natura St.Gallen-Appenzell.

«Dank der Aufwertung wird auch die künftige Pflege einfacher.»

Bestehende Arten sollen geschützt und verschwundene wieder im Espel angesiedelt werden, sagt Meienberger. Pro Natura hat mehrere Zielarten definiert. Es handelt sich dabei um verschiedene Pflanzen-, Amphibien-, Reptilien-, Vogel-, Libellen- und Säugetierarten. Bereits im Winter wurden als Notmassnahme erste Amphibienlaichgewässer neu angelegt, um die Lebensgrundlage für die Tiere zu verbessern.

5000 Quadratmeter Wald soll gerodet werden

Nun sollen unter anderem auf 5800 Quadratmetern neue Magerwiesen geschaffen werden. Im Gebiet soll wieder ein grösseres Blütenangebot entstehen. Pro Natura sieht zudem vor, neue Ruderalflächen im Umfang von 500 Quadratmetern zu schaffen. Das sind Rohbodenflächen, die zunächst nur spärlich bewachsen sind und sich ohne Pflege mit der Zeit zu Buschlandschaften und später zu Wald entwickeln. Diese Flächen seien nur noch in Fragmenten vorhanden.

Zu den Gestaltungsmassnahmen gehört auch die Durchforstung. Die Waldflächen sollen deutlich lichter und niedriger werden und sich als artenreiche Strauchzone mit einzelnen hohen Bäumen präsentieren. Von den drei Weihern sollen zudem zwei aufgewertet werden. Dabei werden unter anderem Schilf und Teichrosen entfernt, damit die Weiher mehr Wasseroberfläche erhalten. Vier bestehende Tümpel sind in einem schlechten Zustand und werden neu gestaltet. Zudem werden mindesten vier neue Tümpel angelegt.

Für die Massnahmen will Pro Natura rund 5000 Quadratmeter Wald roden lassen. Als Ersatz sollen knapp 1200 Quadratmeter neu aufgeforstet werden. Die beiden Gesuche hängen deshalb voneinander ab.

Beobachtungsplattform und hindernisfreier Weg

Der Espel ist auch ein Naherholungsgebiet. Mehrere Massnahmen seien geplant, um die Arten- und Biotopvielfalt auf dem Rundweg besser erlebbar zu machen, sagt Meienberger. So sind eine Beobachtungsplattform und ein Beobachtungssteg am Wasser vorgesehen. Zudem soll der Rundweg behindertengerecht werden. In einem Bereich hat es eine Holztreppe, die durch eine Rampe ersetzt werden soll.

Alle Massnahmen kosten knapp 400000 Franken. Die meisten Gelder steuert der Bund bei, da es sich beim Biotop um ein nationales Schutzobjekt handelt. Auch der Kanton und die Stadt Gossau übernehmen einen Teil der Kosten. Je nachdem, wie hoch der Betrag der Stadt ausfällt, muss auch Pro Natura neben ihren Eigenleistungen etwas beisteuern.

Die Gesuche liegen noch bis zum 18. November im Rathaus auf. Gehen keine Einsprachen ein, sollen die Arbeiten im Winter starten und im Herbst 2020 abgeschlossen werden. «Das hängt aber davon ab, wann wir die Bewilligung vom Kanton erhalten», sagt Meienberger.

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