Kommentar

Ein wichtiger und mutiger Schritt im Kampf gegen das St.Galler Ladensterben

Überraschend entscheidet der Stadtrat, dass Läden in der Innenstadt von Montag bis Samstag von 6 bis 20 Uhr öffnen dürfen. Gerade in Zeiten von Corona ist dies ein positives Zeichen gegenüber dem Detailhandel.

Daniel Wirth
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Daniel Wirth, Leiter Stadtredaktion St.Galler Tagblatt

Daniel Wirth, Leiter Stadtredaktion St.Galler Tagblatt

Bild: Ralph Ribi

Vor dem kantonalen Stimmvolk hatte die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten keine Chance; der Souverän schickte Vorlagen bachab. Umso überraschender ist der Entscheid des Stadtrats: Mit der Erweiterung der Ladenöffnungszeiten von Montag bis Samstag bis 20 Uhr geht er weiter, als der Detailhandel es forderte.

Die Detailhandelsorganisation Pro City wollte keine Erweiterung, sondern einen Tausch: Am Samstag eine Stunde länger offenhalten bis 18 Uhr und dafür den traditionellen Abendverkauf am Donnerstag eine Stunde früher beenden.

Mit der Bezeichnung eines Tourismusperimeters umschifft der Stadtrat eine erneute Volksabstimmung elegant und ist auf Kurs. Er behält Augenmass. Denn gemäss dem kantonalen Gesetz über Ruhetag und Ladenöffnung hätte er im neu definierten Tourismusrayon noch weitergehen und selbst Öffnungszeiten von 5 bis 22 Uhr erlauben können.

Der Stadtrat tat das nicht. Mit der moderaten Erweiterung hilft er dem Detailhandel allenthalben. Gerade in der Coronakrise, die noch nicht ausgestanden ist, müssen die Läden auf die Bedürfnisse der Kundschaft reagieren können.

Die Bedürfnisse ändern sich. Das Einkaufen nach der Arbeit ist ab nächster Woche für viele Konsumenten mit weniger Stress verbunden, wenn die Läden bis 20 Uhr offen sind.

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