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Ein Upgrade für Berg: Der Gemeindepräsident treibt die Digitalisierung voran

Die Gemeindeverwaltung will die «Neusteinzeit» hinter sich lassen. Neuerdings kann mit Twint bezahlt werden. Und der Gemeindepräsident denkt bereits an Chatbots.
Perrine Woodtli
Auf der Berger Gemeindeverwaltung kann man neuerdings mit dem Handy bezahlen. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Auf der Berger Gemeindeverwaltung kann man neuerdings mit dem Handy bezahlen. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Eine Bauanzeige schnell auf der Gemeindewebseite begutachten – was in vielen Gemeinden schon lange möglich ist, geht nun auch in Berg. Seit September werden dort Bauanzeigen zusätzlich zum Mitteilungsblatt online publiziert, künftig sollen alle Unterlagen bis hin zu den Plänen dort eingesehen werden können. Neu ist zudem, dass auf der Verwaltung die Bezahlung mit Twint möglich ist. Das ist ein Zahlungssystem, bei dem der Kunde bargeldlos mit einer App auf dem Smartphone bezahlen kann.

Der Berger Gemeindepräsident Sandro Parissenti war mehrere Jahre in der Telekommunikationsbranche. (Bild: Michel Canonica)

Der Berger Gemeindepräsident Sandro Parissenti war mehrere Jahre in der Telekommunikationsbranche. (Bild: Michel Canonica)

Erwacht Berg etwa gerade aus der Steinzeit? Bei diesem Ausdruck muss Gemeindepräsident Sandro Parissenti schmunzeln. «Ich würde es ‹Neusteinzeit› nennen. Aber ja, aus dieser müssen wir erwachen.» Für ihn ist die Digitalisierung in der Verwaltung ein Basisthema. «Wir müssen vorwärts machen und Neues vorantreiben», sagt Parissenti. Seine Online-Affinität ist auf seinen beruflichen Werdegang zurückzuführen. Er war lange in der Telekommunikationsbranche tätig.

«Für viele bedeutet Digitalisierung, bargeldlos zu zahlen und auf einem Tablet statt auf einem Papier zu schreiben», sagt Parissenti. «Dabei steckt viel mehr dahinter. Auch im Verwaltungstrakt.» Er hinterfrage ständig jeden Prozess. «Ich habe das Glück, dass ich mit einem jungen und innovativen Team zusammenarbeite», so der Gemeindepräsident. «Mit einem alten und eingesessenen Team wäre es schwieriger.»

Fragen über Whatsapp oder gar an einen Chatbot

Online-Bauanzeigen und Twint sind längst nicht alles. Parissenti will die Digitalisierung in Berg weiter vorantreiben. Es gehe darum, bestehende Prozesse zu vereinfachen und zu vergünstigen. «Ein wichtiger Teil ist aber auch das Kundenerlebnis, gerade in einer Gemeinde», sagt Parissenti. «Unser Ziel ist es, die Behördengänge zu vereinfachen, sodass vieles unkompliziert zu Hause erledigt werden kann.»

So können die Berger etwa bereits Grünabfuhrmarken online über die Verwaltung bestellen. Weiter führe er unter anderem Gespräche bezüglich sogenannter Chatbots, sagt Parissenti. Diese bearbeiten Anfragen auf der Verwaltung digital und autonom, können Fragen beantworten und Dokumente zur Verfügung stellen. «Wir wollen die Kontaktaufnahme vereinfachen. Eine Möglichkeit ist auch Whatsapp.» Über einen Chat könnten Bürger ihre Anfragen an die Verwaltung stellen. Noch gibt es diesen Whatsapp-Chat nicht. Ihn einzurichten, wäre zwar kein Problem, sagt Parissenti. «Es muss aber auch der Datenschutz geregelt und ein entsprechendes Regelwerk festgelegt werden. Digitalisierung benötigt viel Zeit, birgt aber zahlreiche Chancen.»

Digitale Vereinheitlichung anstreben

Geht es um Digitalisierung, spielt auch Sicherheit ein grosses Thema. Dabei sei eine Gemeinde auf Bund und Kanton angewiesen, die entsprechende Massnahmen treffen. Auch gesetztechnisch sieht Parissenti grossen Handlungsbedarf. «Unser Leben wird immer mehr von Algorithmen geprägt. Es ist wichtig, dass entsprechende Gesetze und Rechtsicherheit geschaffen werden.»

Berg ist gemäss Parissenti bei der Digitalisierung vor allem auf den Kanton angewiesen. Dieser dürfe wie die Gemeinden nicht schlafen. Er nennt ein Beispiel aus dem Alltag. «Gemeinden und Kanton schicken sich Planungsunterlagen grösstenteils immer noch analog hin und her. Die Daten, das System und die Übergabe sollten digitalisiert und vereinheitlicht werden. Sie müssen frei von Medienbrüchen sein.» Allgemein sollten Gemeinden und Kanton enger zusammenarbeiten und eine Vereinheitlichung anstreben, betont Parissenti, der sich auch über die Grenzen der Gemeinde für die Digitalisierung einsetzen will.

Dass er im Vorstand des Vereins Kommunikationsnetz St. Gallen ist, komme ihm dabei entgegen. Der Verein koordiniert die Kommunikationsinfrastruktur für Kanton und Gemeinden. «Es ist eine super Austauschplattform», sagt Parissenti und fasst zusammen: «In Berg besteht klar noch Nachholbedarf. Die Arbeit geht uns nie aus. Aber das macht es auch spannend.»

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