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Thaler Anwohner wünschen sich einen Unterflur-Abfallkübel, doch als der Bagger anrollt, leisten sie Widerstand

Die Gemeinde war bereit, für die Anwohner im Gebiet Ifang einen Unterflurbehälter zu erstellen. Doch massiver Widerstand und mangelnde Informationen verhinderten das Abfallsystem unter der Erde.
Hildegard Bickel
In Thal ist eine Diskussion um einen geplanten Unterflur-Abfallbehälter entbrannt. Im Bild ein kleineres Modell in Rorschach. (Bild: Laura Manser)

In Thal ist eine Diskussion um einen geplanten Unterflur-Abfallbehälter entbrannt. Im Bild ein kleineres Modell in Rorschach. (Bild: Laura Manser)

Den Wunsch nach einem Unterflurbehälter äusserten Anwohner aus dem Gebiet selber. Statt die Abfallsäcke vor dem Abfuhrtag an die Strasse zu stellen, sollte es jederzeit möglich sein, die Säcke im Behälter mit dem Sammelsystem unter der Erde zu entsorgen. Eine saubere Lösung, die auch das Problem mit den Raben im Quartier, die oft an den Säcken picken und Abfall verstreuen, entschärfen würde.

Letzten Sommer nahm die Gemeinde das Anliegen entgegen und plante eine entsprechende Einrichtung, da das Einzugsgebiet einen Standort für einen Unterflurbehälter gerechtfertigt hätte. Als Standort war die Ecke beim Einlenker Gonzenrüti/Im Ifang auf dem Boden des Schulhauses vorgesehen. Als jedoch Arbeiter mit einem Bagger vorfuhren und das Abfallsystem in den Boden einbauen wollten, wurden sie gestoppt.

Vergeblich nach einem Kompromiss gesucht

Ein Anstösser befürchtete Lärm, erhöhtes Verkehrsaufkommen und Gestank. Persönliche Gespräche mit Mitarbeitern des Bauamtes führten zu keinem Kompromiss, wie der Thaler Gemeinderatsschreiber Christoph Giger sagt.

Folglich verzichtete die Gemeinde darauf, im Gebiet das unterirdische Abfallsystem fertig zu stellen. «Zugegeben, der Unterflurbehälter wäre näher bei den Häusern erstellt worden als an anderen Standorten», sagt Christoph Giger. Überdies wollte man sich nicht gegen den Willen von Bürgern durchsetzen. Der Anstösser war kein Einzelkämpfer gegen den Unterflurbehälter. Einen Einwand mit rechtlichem Hintergrund machte eine andere Anstösserin geltend. Sie bemängelte, dass die Gemeinde kein Baubewilligungsverfahren für den Unterflurbehälter durchführte. Zudem wäre sie gern ausführlicher informiert worden, bevor die Bauarbeiten begannen. Christoph Giger sagt, dass in diesem Fall keine Pflicht bestand, ein Baugesuch einzureichen:

«Ein Unterflurbehälter gilt als Einrichtungsgegenstand, der nach Ansicht der Gemeinde nicht dem Baubewilligungsverfahren untersteht, da es sich nicht um eine Baute oder eine Anlage handelt.»

Gestützt auf die Erfahrung würde die Gemeinde aber bei einer künftigen Planung eines Unterflurbehälters den Weg über das Verfahren wählen. Vorerst bittet die Gemeinde die Anwohner im Gebiet, ihre Abfallsäcke nach wie vor an den bisherigen Sammelpunkten zu deponieren

Positive Erfahrungswerte schmettern ab

Die Nachteile eines Unterflurbehälters wiegen scheinbar schwerer als die Vorteile. Denn auch der Standort bei der Schule ist gemäss kritischen Stimmen nicht geeignet. Quartierbewohner mit weiteren Wegen könnten ihren Abfallsack mit dem Auto zum Unterflurbehälter fahren, was wiederum heikel sei, da die Strasse auch ein Schulweg ist.

In den vergangenen drei Jahren erstellte die Gemeinde an rund fünf Standorten Unterflurbehälter. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Abfallsystem sind gemäss Christoph Giger durchwegs positiv.

Negative Stimmen auch in Rheineck

Auch in der Stadt Rheineck sind seit 2017 Unterflurbehälter im Einsatz. «Ziel ist es, das unterirdische Abfallsystem flächendeckend auszubauen, auch in den Wohnquartieren», sagt Markus Zünd, Leiter Werke. Sechs Behälter befinden sich derzeit in der Altstadt. Ganz ohne negative Stimmen liessen sie sich auch in Rheineck nicht einführen. Die weiteren Wege zur Abfallentsorgung wurden zum Teil kritisiert. Dennoch gelingt es, bessere Ordnung im Städtli zu halten.

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