«Ein typischer Kriminaltourist»: Nach Einbruch in Rorschacher Badi und Goldacher Industrieareal wird ein Rumäne ausgeschafft

Ein Rumäne war in der Region Rorschach auf Diebestour. Am Dienstag musste er sich deshalb vor dem Rorschacher Kreisgericht verantworten. Jetzt wird er für zehn Jahre des Landes verwiesen.

Jolanda Riedener
Drucken
Teilen
Der Beschuldigte und sein Komplize schnitten den Zaun auf, um ins Rorschacher Strandbad zu gelangen und die Kassen zu plündern.

Der Beschuldigte und sein Komplize schnitten den Zaun auf, um ins Rorschacher Strandbad zu gelangen und die Kassen zu plündern.

Bild: Jolanda Riedener

Auf zwei Diebestouren stahl der Beschuldigte neben Wertgegenständen rund 25000 Franken aus Gewerberäumen im Goldacher Schuppisareal und aus dem Strandbad Rorschach. Bei beiden Einbrüchen entstand grosser Sachschaden.

Am Dienstag musste sich der Rumäne deshalb vor dem Rorschacher Kreisgericht verantworten. Es spricht ihn des mehrfachen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung und des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig. Die Schweiz muss er für zehn Jahre verlassen und er wird verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten unter einer Probezeit von vier Jahren. Bis anhin sass der Beschuldigte im Regionalgefängnis Altstätten, wo er im Februar den vorzeitigen Strafvollzug angetreten hat – an die Verhandlung begleiten ihn zwei Polizisten.

Das Kreisgericht Rorschach befasste sich am Montag mit dem Fall.

Das Kreisgericht Rorschach befasste sich am Montag mit dem Fall.

Bild: Vivien Huber

In der Nacht auf den 29.September 2018 hat der Beschuldigte zusammen mit einer nicht näher bekannten Person im Schuppis Goldach mit brachialer Gewalt Türen aufgebrochen und Fenster eingeschlagen, geht aus der Polizeimeldung hervor.

Aus einer Garage entwendeten sie unter anderem Brecheisen und einen Schneidbrenner, der danach gleich zum Einsatz kam: Sie versuchten mit dem Gerät erfolglos einen Tresor in einem der Büroräume zu öffnen. Ausserdem haben sie drei Verpflegungsautomaten aufgebrochen und daraus Geld entwendet. Der Sachschaden in den verschiedenen Gewerberäumlichkeiten beläuft sich total auf über 76000 Franken.

Rund ein Jahr später kehrte der Beschuldigte erneut zurück in die Region: Mit seinem Komplizen brach er in der Nacht auf den 4.August 2019 ins Rorschacher Strandbad ein. Sie schnitten ein Loch in den Drahtzaun und brachen die Türe zum Restaurant und zur Herberg auf. Aus den Kassen entwendeten sie 5395 Franken, der entstandene Sachschaden beträgt 13500Franken.

Nöte in Rumänien trieben ihn zu Diebestouren

Ob er ein Berufsverbrecher sei, will der Kreisrichter wissen. Eine Dolmetscherin übersetzt für den Beschuldigten. Er sagt:

«Nein, das ist nicht mein Beruf, ich arbeite, bin aber dennoch in finanzielle Nöte gekommen und wollte so meine Situation verbessern.»

Seine Situation lässt ihn nicht kalt, Tränen rinnen über sein Gesicht. Mit seiner Frau und zwei Kindern lebt er in Rumänien, wo er in der Landwirtschaft tätig sei. Was geschehen sei, tue ihm leid, wiederholt er mehrmals. Er wolle in Zukunft in seiner Heimat bleiben.

Allerdings ist es nicht das erste Mal, das er wegen Einbruchdiebstahls belangt wird: In Deutschland wurde er wegen acht schweren Diebstählen und Einbrüchen zu einer Gefängnisstrafe von 2,5 Jahren verurteilt, in Frankreich wurde er ebenfalls einschlägig zu 20 Monaten verurteilt. Die beiden Vorfälle liegen jedoch bereits mehr als zehn Jahre zurück.

Beschuldigter akzeptiert Landesverweis

Die kriminelle Energie des Beschuldigten sei ausgewiesen, sagt der Kreisgerichtspräsident bei der Urteilsverkündung. Er sei ein typischer Kriminaltourist und habe sehr darauf geachtet, auf keinen Fall zu viel zu sagen. Weiter habe er daran festgehalten, dass er nur für zwei Nächte in der Schweiz war, anstatt komplett reinen Tisch zu machen. Staatsanwaltschaft und Verteidigung waren sich in den wesentlichen Punkten einig. Der Pflichtverteidiger forderte eine bedingte Haftstrafe von 16 Monaten – die Staatsanwaltschaft 24 Monate. Der Beschuldigte akzeptiere die Landesverweisung, sagt er.

Da die Freiheitsstrafe bedingt ausfällt und der Beschuldigte sich bisher im vorzeitigen Strafvollzug befunden hatte, veranlasst das Gericht bis zur Landesverweisung Sicherheitshaft:

«Er soll in der Schweiz keinen Tag mehr auf freiem Fuss sein.»

Sollte er dennoch in die Schweiz zurückkehren, muss er die bedingte Strafe absitzen, was abschreckend wirken soll.