Ein Thaler soll in Rheineck Stadtpräsident werden

Eine überparteiliche Findungskommission hat sich um die Nachfolge von
Rheinecks Stadtpräsident Hans Pfäffli (FDP) bemüht. Nun präsentiert sie ihren Kandidaten: den 53-jährigen Thaler Urs Müller (FDP).

Jolanda Riedener
Drucken
Teilen
«Der unternehmerische Aspekt spricht mich an», sagt FDP-Kandidat Urs Müller. (Bild: Jolanda Riedener)

«Der unternehmerische Aspekt spricht mich an», sagt FDP-Kandidat Urs Müller. (Bild: Jolanda Riedener)

Der erste potenzielle Nachfolger für Rheinecks Stadtpräsidenten Hans Pfäffli ist bekannt. Urs Müller (FDP) kandidiert für das Amt. Und er hat starken Rückenwind: Eine überparteiliche Findungskommission hat sich ausschliesslich für ihn als Kandidaten ausgesprochen.

Der 53-Jährige ist in Thal wohnhaft und aufgewachsen. Er arbeitet derzeit als Geschäftsführer des Zweckverbands Rheintaler Binnenkanalunternehmen in Diepoldsau. Seine Tätigkeit habe politische Aspekte: So sei er in Kontakt mit Gemeindepräsidenten oder kantonalen Fachstellen, kümmere sich um die Öffentlichkeitsarbeit, Bau- und Projektleitung oder Budget und Buchhaltung. «Es liegt mir, viele Interessen unter einen Hut zu bringen», sagt Müller. Der gelernte Bau- und Wirtschaftsingenieur hat zwar keine Vergangenheit als Politiker oder Verwalter, als Nachteil sieht er das aber nicht. Als 18-Jähriger trat Urs Müller der FDP bei, der er seither treu ist. In Thal ist der verheiratete Vater von vier erwachsenen Töchtern Mitglied der Geschäftsprüfungskommission (GPK).

Auch, dass er kein Rheinecker sei, könne ein Vorteil sein. Urs Müller sagt dazu:

«Der Blick von aussen hilft, eine Sache neutral anzugehen.»

Und über die politischen Herausforderungen und die Stadt wisse er durchaus Bescheid. Müller habe besonders angesprochen, dass die Findungskommission jemanden suchte, der über unternehmerisches Denken und Handeln verfügt, wie es im Stelleninserat heisst. Er habe bereits mehrere grössere Unternehmen mit Kundenbezug geführt. Die Unterstützung und das Wohlwollen aus der überparteilichen Findungskommission schätze er sehr.

In Thal wurde er darauf angesprochen, ob er sich das Amt als Gemeindepräsident vorstellen könne, sollte Robert Raths Stadtpräsident von Rorschach werden. Entschieden hat er sich aber für eine Kandidatur in Rheineck. «Wer will Gemeindepräsident werden, wenn er Stadtpräsident sein kann?», sagt er und lacht.

Keine Bewerbung  aus Rheineck

Urs Müller hat die überparteiliche Findungskommission überzeugt, weil er einen «souveränen, überlegten und authentischen Eindruck» hinterlassen habe. «Er hat die Erfahrung und das Rüstzeug, das man für dieses Amt benötigt», sagt Kommissionsmitglied Simon Näscher. Auch sei man von seinen fachlichen und personellen Erfahrung überzeugt. Nicht ausschlaggebend für die Wahl des Kandidaten sei dessen Parteizugehörigkeit oder Wohnort. Als «Fremder» habe man wohl einen unbeschwerteren Anfang, findet Näscher. Andererseits würden sich die Rheinecker vielleicht eine einheimisches Oberhaupt wünschen. «Aus Rheineck sind allerdings keine Bewerbungen bei uns eingegangen», sagt Näscher.

Noch bis am 8. März können bei der Stadtverwaltung Wahlvorschläge eingereicht werden. Möglich also, dass Müller noch eine Konkurrentin oder einen Konkurrenten erhält.

Ausserdem sucht Rheineck nicht nur eine Nachfolge für Hans Pfäffli, auch Stadtschreiber Gabriel Macedo verlässt das Städtli nach seiner erfolgreichen Wahl zum Stadtpräsidenten von Amriswil.

«Wir hatten uns bereits auf die Wahl von Gabriel Macedo eingestellt», sagt Pfäffli. Zumal die Wahrscheinlichkeit gross gewesen sei, dass er den Sprung ins Stadtpräsidium schaffe. Macedo ist nur noch bis Ende Mai in Rheineck beschäftigt. «In den kommenden 14 Tagen wird der Stadtrat seine Nachfolge bestimmen», sagt Pfäffli. Es seien Bewerbungen eingegangen und es liege eine gute Auswahl vor.