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Ein temporäres Quartier für Kreative im St.Galler Güterbahnhofareal

Im Güterbahnhofareal wächst bis Donnerstag der Lattich-Bau in die Höhe. Er besteht aus knapp 50 Holzmodulen, die künftig Ateliers, Werkstätten und Büros für die Kreativwirtschaft beherbergen. Das Projekt ist auf zehn Jahre beschränkt.
David Gadze
Das erste von insgesamt 48 Modulen für den Lattich-Bau wird platziert. Dieser soll bis Donnerstagmittag fertig aufgestellt sein. (Bild: Mareycke Frehner/4. Februar 2019)

Das erste von insgesamt 48 Modulen für den Lattich-Bau wird platziert. Dieser soll bis Donnerstagmittag fertig aufgestellt sein. (Bild: Mareycke Frehner/4. Februar 2019)

Mitten im Winter wächst der Lattich im Güterbahnhofareal – und jetzt sogar richtig in die Höhe: Das 2016 gestartete Zwischennutzungsprojekt an der zentral gelegenen Brache, das bisher vor allem an den bunten Schiffscontainern zu erkennen war, erhält Zuwachs in Form des sogenannten Lattich-Baus. Im dreigeschossigen Gebäude entstehen bis 1. April Ateliers, Werkstätten und Büros. Der Lattich-Bau wird quasi ein Quartier für die Kreativwirtschaft – oder «ein sichtbarer Brennpunkt für Kultur- und Freischaffende», wie es Rolf Geiger, Geschäftsführer der Regio Appenzell Ausserrhoden–St.Gallen–Bodensee, am Montag vor den Medien ausdrückte.

Der Lattich-Bau besteht aus insgesamt 48 Holzmodulen in Schaltafeloptik. 45 davon werden vermietet, etwa die Hälfte als Einzelmodule von jeweils knapp 28 Quadratmetern, der Rest als Doppel- oder Dreifachmodule. Fast alle sind bereits vermietet.

Widerstand gegen Mikrowohnungen

Das Projekt habe seinen Ursprung in den Plänen für den Autobahnanschluss im Güterbahnhofareal, die vor etwas mehr als drei Jahren konkret wurden, sagte Geiger. «Somit war klar, dass in diesem Filetstück länger keine definitive Entwicklung möglich sein wird – aber sich dadurch die Chance für etwas Anderes bietet.» Also für eine temporäre Zwischennutzung des Areals, die mit dem Kanton als Grundeigentümer nun auf zehn Jahre ausgelegt ist. In den vergangenen drei Jahren habe man diese Idee ausgearbeitet und seither die ersten Lattich-Projekte mit den Schiffscontainern, der Halle im Güterbahnhof oder den Heks-Gärten umgesetzt. Gegen den Lattich-Bau waren jedoch Einsprachen eingegangen. Diese haben sich gemäss Geiger gegen die geplante Nutzung von vier Modulen als Mikrowohnraum gerichtet. Schliesslich habe man darauf verzichtet.

So soll der fertige Lattich-Bau aussehen. (Bild: PD)

So soll der fertige Lattich-Bau aussehen. (Bild: PD)

Auch Regierungsrat Marc Mächler lobte das Projekt als etwas «sehr Sinnvolles», das der Kreativität in St.Gallen wieder Aufschwung geben könnte. Der Lattich-Bau koste rund drei Millionen Franken, sagte Richard Jussel, Geschäftsführer der Blumer-Lehmann AG und Vertreter der Trägerschaft. Diese besteht aus mehreren Firmen und Stiftungen und wird künftig – in Abgrenzung zum Verein Lattich – als «Lattich zwei» auftreten.

Der Aufbau des Containerbaus soll bis am Donnerstagmittag abgeschlossen sein. Das Gerüst auf der Seite zu den Gleisen der Appenzeller Bahnen hin bleibt jedoch stehen. Es dient den Mieterinnen und Mietern künftig als Laubengang. Dank eines fest verankerten Fundaments sei auch die Erdbebensicherheit gewährleistet, sagte Jussel.

Auch künftig gibt es Kultur

Die SBB-Lagerhalle im Güterbahnhofgebäude steht dem Lattich-Verein jedoch künftig nicht mehr zur Verfügung. Die SBB suchen einen ganzjährigen Mieter und haben den Mietzins, der sich bisher weit unter dem Marktpreis bewegte, nach oben angepasst. «Unter diesen Voraussetzungen kann der Verein die Halle nicht tragen», sagt Gabriela Falkner, Co-Präsidentin des Vereins Lattich. Kulturelle Anlässe werden gemäss Falkner jedoch auch weiterhin «in irgendeiner Form» stattfinden: Auf der Dachterrasse oder im Restaurant des Lattich-Baus, draussen zwischen den Schiffscontainern und dem neuen Provisorium oder auch im benachbarten Kugl seien Anlässe weiterhin möglich. «Es ist wichtig, dass hier auch künftig ein Begegnungsort entsteht.»

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