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Ein Stück Heimat in St.Gallen: Orientalische Läden boomen

In der Stadt florieren orientalische Lebensmittelgeschäfte. Doch der Konkurrenzdruck steigt.
Christoph Renn
Der Celik Market an der Burgstrasse 19. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)Der Celik Market an der Burgstrasse 19. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
Der Gürbüz Market an der Burgstrasse 17. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)Der Gürbüz Market an der Burgstrasse 17. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
Der Dorsin Market an der Straubenzellstrasse 23. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)Der Dorsin Market an der Straubenzellstrasse 23. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
das Nûrda Center an der Rorschacher Strasse 125. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)das Nûrda Center an der Rorschacher Strasse 125. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
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Ein Stück Heimat in St.Gallen

Frisches Gemüse, Fladenbrot und orientalische Gewürze: Mehrere Geschäfte in der Stadt verkaufen Spezialitäten aus dem Balkan, Portugal und afrikanischen Ländern. Sie heissen Nûrda Center, Celik Market, Gürbüz Market oder Dorsin Market und sind in verschiedenen Quartieren am Stadtrand angesiedelt.

Während das Nûrda Center seit 20 Jahren in St.Gallen Lebensmittel verkauft, hat der Dorsin Market an der Straubenzellstrasse 23 Ende März in der ehemaligen Migros Bruggen eröffnet. «Bisher sind wir mit dem Geschäft sehr zufrieden», sagt Geschäftsführer Ridvan Ceylan. Der Dorsin Market ist mit 700 Quadratmetern das grösste und das modernste orientalische Einkaufscenter der Stadt.

Mit dem Umsatz ihres Geschäftes an der Rorschacher Strasse 125 ist auch Gurbet Akyol-Tatli vom Nûrda Center durchaus zufrieden. «Seit mein Vater das Geschäft an der Lindenstrasse eröffnet hat, sind wir stetig gewachsen. «Seit dem Umzug 2012 an die Rorschacher Strasse läuft der Verkauf noch besser», sagt die Geschäftsführerin. Deshalb habe sie sich entschieden, weiter zu expandieren. Mit den Räumen der ehemaligen Migros Lachen habe sich die perfekte Möglichkeit dazu geboten. «Am 2.September feiern wir Eröffnung.» Zudem steigt Gurbet Akyol-Tatli in die Gastronomie ein: Noch im September eröffnet sie das Restaurant Nûrda Küche an der Rorschacher Strasse 127, direkt neben dem Lebensmittelgeschäft.

Balkanisches Essen

Geschäftsführerin Gurbet Akyol-Tatli erröffnet Ende September das Restaurant Nûrda Küche an der Rorschacher Strasse 127 neben dem Nûrda Market. «Noch laufen die letzten Umbauarbeiten», sagt sie. Zu Essen gebe es kurdische Spezialitäten. Aber nicht nur: «Wir werden ein abwechslungsreiches Menu bieten, das nicht nur orientalische Gerichte umfasst.» Speziell werde sein, dass sowohl in der Küche als auch im Service nur Frauen arbeiten werden.

Verkaufsschlager ist der Kebab

Doch nicht alle Betreiber von orientalischen Läden profitieren vom Boom. «Als ich 2015 mit Geschäft begann, lief es sehr gut», sagt Hijseyin Gürbüz vom gleichnamigen Gürbüz Market an der Burgstrasse 17. Er spüre jedoch die steigende Konkurrenz.

«Es ist sicherlich schwieriger geworden, mit dem Lebensmittelgeschäft zu bestehen.»

Ein Verkaufsschlager sei jedoch immer noch der Kebab, der Kundinnen und Kunden nur fünf Franken kostet. Zudem verkaufe er im Moment sehr viele frische Aloe-Vera-Blätter.

Auch das türkische Geschäft Celik Market, direkt neben dem Gürbüz Market, kämpft mit sinkendem Umsatz. «Die Konkurrenz ist gross und die Preise sind am Boden», sagt Mitarbeiter Mustafa Göcmen. Vor 15 Jahren, als der Laden eröffnete, hätten sie ein gutes Geschäft gemacht. Sie spürten den Konkurrenzdruck aber nicht nur von anderen orientalischen Lebensmittelgeschäften. Viele Kundinnen und Kunden würden heute zu Lidl oder Aldi Einkaufen gehen. Ganz anders sei die Situation bei ihrem anderen Standort in Wil, sagt Göcmen. «Dort sind wir die einzigen auf Platz und der Umsatz stimmt.»

Kunden aus allen Herren Ländern

Auffällig an sämtlichen orientalischen Läden ist, dass die Kundinnen und Kunden aus aller Herren Ländern kommen. «Viele suchen bei uns spezielle Gewürze oder Knabbersachen aus ihrer Heimat», sagt Gurbet Akyol-Tatli. Oft kämen aber auch Schweizer zu ihr, die nach einer Spezialität suchten, die sie in ihren Ferien entdeckt hätten, in den normalen Grossverteilern aber nicht finden.

Wieso diese Art der Läden florieren, kann Peter Bischof, Quartierverantwortlicher der Stadt, nicht sagen. Und ob sie funktionieren, würde der Markt entscheiden. Für viele Quartiere brächten die Geschäfte aber sicherlich einen Mehrwert. «Vor allem deshalb, weil es die herkömmlichen Quartierlädeli immer schwieriger haben», sagt Bischof.

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