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Nach über zehn Jahren: Das Schloss Horn erwacht wieder zum Leben

Lange ist das Schloss Horn leergestanden. Versuche der Besitzer, ihm wieder "Leben einzuhauchen", etwa mit einem sozialen Wohnprojekt, sind gescheitert. Doch jetzt geht was: Bald wird gebaut, 2019 sollen Paare und Familien die teils denkmalgeschützten Gebäude beziehen.
Martin Rechsteiner
Teile der historischen Gebäude sind denkmalgeschützt. Der Kanton Thurgau machte beim Projekt Auflagen. (Bild: PD)

Teile der historischen Gebäude sind denkmalgeschützt. Der Kanton Thurgau machte beim Projekt Auflagen. (Bild: PD)

Abbruchlärm hallt derzeit aus dem Gelände des Schlosses Horn. Ein Teil der Remise, dem Nebengebäude, fällt gerade der Baggerschaufel zum Opfer. «Unser Bauprojekt ist angelaufen, der offizielle Spatenstich erfolgt innerhalb der kommenden zwei Wochen», sagt Adrian Frei von der Aforia Immobilien GmbH im Thurgauischen Dozwil. Er informierte unlängst über das Aus- und Neubauprojekt. Die Bauherrschaft liegt aber nicht bei der Immo-Firma, sondern bei den Gebrüdern Colin und Danny Denk, zwei Unternehmern aus Amriswil.

Die Pläne sind umfangreich: Neun Eigentumswohnungen entstehen auf dem Schloss-Gelände, davon sechs in einem Neubau. Die restlichen drei Wohnungen sind in der Remise untergebracht, die dafür innen und aussen umgebaut wird. Unter dem Gelände, wird sich eine Tiefgarage mit Autolift erstrecken, die Platz für 20 Fahrzeuge bietet. Ihre Zufahrt erfolgt von der Seestrasse her.

Weiter umfasst die kleine Siedlung einen Gemeinschaftspool, daneben ein Saunahaus (dunkles Gebäude). Die künftigen Eigentümer teilen sich zudem ein mehrere Party- und Freizeiträume. Sie entstehen im ehemaligen Gewächshaus.

Fast 500 Jahre auf dem Buckel

Der Umbau ist jedoch nicht ganz einfach. Denn das Schloss Horn, steht unter kantonalem Denkmalschutz. Es stammt aus dem 16. Jahrhundert, die Remise wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet.

Die letzten Umbaubewilligungen haben der Kanton und die Gemeinde diesen Sommer erteilt. So müssen gewisse Teile der Remise im Originalzustand erhalten bleiben. «Sie wird aber stark erneuert, innen und aussen», sagt Adrian Frei. Ebenfalls einen Schutzstatus geniessen die Fresken und Malereien des Malers Theo Glinz im Gewächshaus. «Bei der Planung mussten wir also erst Architekten finden, die diese anspruchsvolle Aufgabe übernehmen wollten. Das ist zum Glück gelungen.» Die Vereinigung alter, denkmalgeschützter Elemente mit moderner Architektur sei bei diesem Projekt einzigartig.

Nach dem Spatenstich soll es schnell vorangehen. Der Rohbau des neuen Wohngebäudes im Südwesten soll laut Frei noch dieses Jahr stehen. «Ziel ist ein Bezugstermin Ende 2019.»

Das Schloss selbst kommt später dran

In einer zweiten Etappe soll zudem das Hauptgebäude des Schlosses renoviert werden. Vorgesehen sind vermietbare Gewerberäume, etwa für Anwälte, Ärzte oder Architekten. Die Mieter sollen beim Ausbau ein Mitspracherecht erhalten. «Das Projekt steckt aber noch in Kinderschuhen», sagt Frei.

Über die Investitionssumme sowohl für das aktuelle als auch für das Projekt für das Hauptgebäude, schweigen die Bauherren. Sie stehe noch nicht vollständig fest und sei deshalb nicht spruchreif. Bekannt ist dafür der Verkaufspreis der Wohnungen. Die Günstigste ist ab 640000 Franken zu haben. Es gebe einige Interessenten für die Apartments, wie Adrian Frei sagt. « Zwei sind bereits reserviert.» Prädestiniert seien die Wohnungen für Paare, die grösste komme eventuell für Familien in Frage.

Verein wollte soziales Wohnprojekt

Das Bauprojekt beim Schloss Horn hat eine längere Vorgeschichte. Vor über zehn Jahren erstand der deutsche Finanzunternehmer Achim Denk das Grundstück samt Gebäude. Für rund 5,9 Millionen Franken wollte er es daraufhin wieder verkaufen. Ein vielversprechender Interessent war der Förderverein Mehrgenerationenprojekte (MGP) Ostschweiz. Dieser plante ein soziales Wohnprojekt, das für Aufsehen sorgte: Im Schloss Horn hätte eine vielfältige Gemeinschaft entstehen sollen, die den Alltag in nachbarschaftlicher Solidarität gestaltet. 20 Wohnungen sollte die «Mehrgenerationensiedlung» umfassen, dazu Gemeinschaftsarbeitsplätze wie Praxen, Ateliers oder Büros.

Das Projekt scheiterte dann aber an den Kaufverhandlungen. So blieb das Schloss weiterhin im Besitz der Familie Denk. Erst als Vater Achim das Anwesen vor drei Jahren seinen beiden Söhnen Colin und Danny schenkte, kam Wind in die Sache: Sie gleisten das heutige Projekt auf.

Bei der Gemeinde Horn ist man glücklich, dass das Areal nach über einem Jahrzehnt wieder belebt wird. Gemeindeschreiber Andreas Hirzel sagt: «Dass das Schloss Horn – mit seiner langen Geschichte ein spezieller Ort in der Gemeinde – wieder eine Nutzung erfährt, war uns lange ein Anliegen». Nun sei ein Projekt im Gange, das den denkmalschützerischen Vorgaben entspreche. «Der Kanton, die Gemeinde und die Bauherren haben sich dabei gefunden. Darüber freuen wir uns.»

Hinweis:schloss-horn.ch/

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